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Feuilleton

Das UNSCHULD-Stück von Dea Loher macht sich gut auf Olaf Altmanns Holz-Pannelen-Kegel im DT Berlin





Dea Loher (Jahrgang 1964) ist die Tochter eines Försters aus dem Traunsteinigen. Sie hat Germanistik und Philosophie studiert. Auch hat sie - in den 90ern - am sog. Studiengang "Szenisches Schreiben" (wo auch Heiner Müller "Lehrkraft" war) an der Berliner Hochschule der Künste teilgenommen; seither schrieb und schreibt sie also auch Dramatik.

Jetzt, anlässlich der Premiere ihres UNSCHULD-Stückes, das schon vor knapp sieben Jahren seine Uraufführung an der Elbe hatte, im DT Berlin konnte ich endlich Ohrenzeuge sein, wie gut sie wirklich (als Dramatikerin) war und ist: Das Stück - obgleich ich es jetzt nicht als Typoscript vorliegen habe - macht den Eindruck einer Art Stationen-Stück mit leisesten Verweisen an den Schnitzler-REIGEN. Es gibt 12 Personen, die sich teils dann gegenseitig kennenlernen oder/und schon kannten, und die 12 veräußern in dem von dem Inszenierer Thalheimer auf eine Spieldauer von 2 Stunden gestreckten Stück teils monologisch, teils im Dialog und teils "zu mehreren" ihre diversen Kurzviten. Die meisten dieser Lebensläufe haben jeweils nichts oder sehr wenig mit den jeweils anderen zu tun. Aber: Sie hören sich sehr spannend an; obwohl sie dann zum Schluss der 2stündigen Aufführung - auch weil der Inszenierer dann zum wiederholten Aufsagen paar ausgewählter Textpassagen manisch neigt - in Fülle des zu Rezipierenden ziemlich ermüden...

Olaf Altmann installierte einen übergroßen, überbreiten Kegel, der aus Holz-Pannelen ist. Darauf spielen sich alle Handlungen (Teilhandlungen) des Stückes ab. Die Auf- und Abgänge der Schauspieler erfolgen ruhig, oftmals bei drehender Bewegung (dieses Kegels).

Lustig ist das UNSCHULD-Stück mitnichten, denn es geht um Selbstmörder und Selbstmord, um Bestattung und Bestattungswesen, Philosophie, Immigration, Vereinsamung und Altersdiabetes... Allenthalben leuchtet stellenweise Ironie oder Ironisches (gewollt bzw. ungewollt) durch Loher's messerscharf-charaktertiefe Sprachkaskaderie; und insbesondere Barbara Schnitzler (als Frau Zucker) ließ da bisschen Brüllverdächtiges vom Stapel.

Eine gute Stückwahl für das Repertoire.



a. so. - 30. September 2011
ID 5408
UNSCHULD (Deutsches Theater Berlin, 29.09.2011)
Regie: Michael Thalheimer
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Michaela Barth
Musik: Bert Wrede
Chorleitung: Marcus Crome
Dramaturgie: John von Düffel
Besetzung: Andreas Döhler (Elisio), Peter Moltzen (Fadoul), Katrin Wichmann (Absolut), Gabriele Heinz (Frau Habersatt), Sven Lehmann (Franz), Olivia Gräser (Rosa), Barbara Schnitzler (Frau Zucker), Ingo Hülsmann (Ella), Michael Gerber (Vater eines getöteten Mädchens), Jürgen Huth (Helmut) und Kathleen Morgeneyer (Eine junge Ärztin)
Premiere war am 29. September 2011
Weitere Termine: 7., 9. und 23. 10. 2011



Siehe auch:
http://www.deutschestheater.de


http://www.andre-sokolowski.de



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