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6. Juni 2008, Komische Oper Berlin

KISS ME KATE von Cole Porter

Regie: Barrie Kosky


Dagmar Manzel ist die absolute Queen in KISS ME KATE von Cole Porter an der Komischen Oper Berlin - Foto (C) Monika Rittershaus

Rosinenpicken (35)

Zum Saisonschluss ließ es die Komische Oper Berlin nochmals kräftig krachen. Ich kann mich nicht entsinnen, seit der legendären MAHAGONNY-Produktion (Regie: Joachim Herz) - Jahrzehnte ist es her - so einen derartigen personellen als wie materiellen Aufwand zur Kenntnis genommen haben zu können:

KISS ME KATE wurde gegeben - an und für sich kein nennenswerter Grund für ein solch lautbuntes Getöse, denn das Stück (als Stück) ist so banal und nichtig, dass man gern drumrum kommt, Näheres zu Stoff und Inhalt weiter Preis zu geben; eine mehr als oberflächiche Geschichte zwischen/mit zwei Paaren, die sich im Theater wie (und nicht nur wie) zu Hause fühlen; Flitter-Flatter halt, und Shakespeares sog. Zähmung der Widerspenstigen spielt auch noch hauptsächlicherweise mit...
Und dennoch! Gut und großartig, was Barrie Kosky - wahrlich eine der konfettihaftigsten Ikonen des Regietheaters; er brillierte letztes Jahr, und hier am Haus, mit einer Mark und Bein erschütternden Gesamtbetrachtung von Glucks IPHIGENIE AUF TAURIS, unvergesslich - mit dem Cole-Porter-Musical so Alles anstellte!!

Der ganze Bühnenraum, also von ganz weit hinten bis nach ganz weit vorn, einschl. der Proszenniumslogen, wird bespielt. Mitglieder des Orchesters haben "unten" sowie "oben" (Bläser, Schlagzeug, ein paar Celli) Aufstellung genommen. Mehrfach wechselnde Bevorhängung, mal glitzernd-bunt, mal schwarz, mal weiß, und mal mit Hunderten von langen Fellschwänzen, und hin und her getragne Kisten, Schrankkoffer etc. pp.
Hyperaktivitäten, wo man sieht; alles in scheinbar hektischster Bewegung!
Unter Einbeziehung (logisch!) eines "Menschen-Materials" als Faszinosum Gruppe (!!!) und vier alles außer Rand und Band geraten lassenden Protagonisten: Dagmar Manzel, Roger Smeets, Sigalit Feig, Danny Costello!!!!


Sigalit Feig lässt sich in KISS ME KATE von leicht bekleideten und herrlich vor sich hin schwitzenden Männerkörpern um- und einrahmen - Foto (C) Monika Rittershaus


Spätestens wer hier noch eine Art Berührungsangst zur Sparte Musical die seine nannte - ab dem Zeitpunkt dieses Lifeerlebnisses (in dieser Inszenierung) dürfte sie wie weggeblasen sein. Es gibt kein Halten mehr. Elektrisierung auf der ganzen Linie.

Also, kurz und gut: Sollte es im Geschäftsbereich des Hauses in der Behrenstraße irgendwie in allernächster Zeit dann zu Problemen kommen - diese ließen sich im Nu beheben: KISS ME KATE für eine Viertelspielzeit angesetzt, die Preise etwas angehoben, Film- und Tonrechte für diese Inszenierung sichern oder sichern lassen... und der Rubel rollte!

Prima, prima, ohne jede Frage.


a. so. - red / 7. Juni 2008
ID 00000003871
KISS ME KATE (Cole Porter) an der Komischen Oper Berlin

Musikalische Leitung: Koen Schoots
Inszenierung: Barrie Kosky
Bühnenbild: Klaus Grünberg
Kostüme: Alfred Mayerhofer
Choreographie: Otto Pichler
Besetzung: Roger Smeets, Dagmar Manzel, Danny Costello, Sigalit Feig, Hans-Martin Nau, Barbara Sternberger, Thomas Ebenstein, F.Dion Davis, Christoph Späth, Peter Renz u. v. a.
Tanzensemble (12 Damen und Herren)
Chor und Orchester der Komischen Oper Berlin
(Choreinstudierung: Daniel Mayr)

Premiere an der Komischen Oper Berlin: 31. Mai 2008

Nächste Termine: 14., 20., 25. 6. sowie 2., 10., 11., 26. 7. 2008

Weitere Infos siehe auch: http://www.komische-oper-berlin.de





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