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Offener Brief

Irm Hermann

als Kaiser

Im weißen

Rößl






Foto (rechts)
(C) Iko Freese/drama-berlin.de



Berlin, den 29. November 2010

Liebe Irm Hermann,

eigentlich wollte ich mich mit Ihnen treffen, um ein Porträt über Sie zu machen. Ich fragte so den Pressesprecher der KO, dass er vielleicht ein Treffen (vor oder auch nach Ihrer Premiere als Kaiser IM WEISSEN RÖSSL) arrangierte, doch er blockte: "...leider schaffen wir das nicht mit einem Interview. Wir wissen gerade nicht, wie wir das zeitlich unterbringen sollen. Anbei eine Pressemeldung zu der Produktion. Vielleicht finden Sie hier Material für einen Vorbericht." [Auf einen Vorbericht hatte ich freilich keine Lust, nein; wie ich überdies aufs WEISSE RÖSSL, was ich sowieso nicht aussteh'n kann, null Lust hatte; ich wollte ja dann eigentlich nur wegen Ihnen...] Also hakte ich noch einmal nach; vielleicht dass mir der Pressesprecher wenigstens eine Kontaktadresse geben könnte, dass ich mich mit Ihnen nach dem ganzen RÖSSL-Stress dann irgendwie verabredete - hatte er dann aber leider nicht.

Und schade ist es schon, ich mein' für mich; ich hätte wirklich gern so ein Porträt über Sie machen wollen, ja, auch weil - wir kennen uns, und sozusagen "flüchtig": Denn vor einem Jahr (oder war's länger her?) sah ich Sie mal in dieser Buchhandlung in Steglitz, denn da hab' ich mal gearbeitet, ja und ich flüsterte da meinem Mitkollegen Martin, der sich toll mit Filmen auskennt, zu, 'hast du gesehen, dort, Irm Hermann, dort, da steht sie', und ich ging zum Serviceschalter, weil ich sah, dass Sie mit einem Buch dahin wollten, um es sich einpacken zu lassen, und ich packte Ihnen dann Ihr Buch ein, und Sie schauten mir auf meine Finger, und dann sagten Sie noch, sinngemäß, 'o ja, das Einpacken, das will gekonnt sein, nein, ich kann das nicht so gut' oder so ähnlich, und das fand ich lustig, wie Sie das so sagten, und ich wollte mich nicht gleich, also sofort, vor Ihnen zu erkennen geben, und obwohl ich eine schier gigantisch ausufernde Lust auf ein Gespräch mit Ihnen hatte, aber, wie das halt bei den Begegnungen von Volk & Stars so ist, man wird mit einem Mal total befangen... und jetzt hole ich das Alles über diesen umständlichen Umweg hier (IM WEISSEN RÖSSL) selbsterklärerischer Weise nach...

[Und überhaupt: Das Beste an dem Kaiser, also in dem RÖSSL da, war diese Stelle, wo Sie dann ganz groß und nah auf dieser Videoleinwand zu betrachten waren, also wie Sie da so Ihre Rechte hoben und so wie "von oben 'rab" zum Volke grüßten, also kurz nachdem Sie dann als Kaiser von dem RÖSSL wieder abgereist gewesen waren, und dann flogen Sie mit einem Zeppelin über die Berge; und der Max, also Max Hopp, der diesen Kellner spielte und der Sie im Stück zuvor, und auf der Bühne, unter anderem dann auch als "Kaiser von Auschwitz" oder so ankündigte [[= die beste politische Pointe dieser Inszenierung übrigens!!!]], war fast so gut und so grandios IM WEISSE RÖSSL, ja, fast so wie Sie...]

In diesem aufgebrachten Sinne, herzlich grüßend!

Andre Sokolowski

mail@andre-sokolowski.de

a. so. - 29. November 2010
ID 00000004958
IM WEISSEN RÖSSL (Komische Oper Berlin, 28.10.2010)
Musikalische Leitung ... Koen Schoots
Inszenierung ... Sebastian Baumgarten
Bühnenbild ... Janina Audick
Kostüme ... Nina Kroschinske
Choreographie ... Brigitte Cuvelier
Chöre ... André Kellinghaus
Licht ... Franck Evin
Video ... Stefan Bischoff
Josepha Vogelhuber ... Dagmar Manzel
Leopold Brandmeyer, Zahlkellner ... Max Hopp
Wilhelm Giesecke (Fabrikant) ... Dieter Montag
Ottilie ... Kathrin Angerer
Dr. Erich Siedler, Rechtsanwalt ... Christoph Späth
Sigismund Sülzheimer ... Peter Renz
Prof. Dr. Hinzelmann, Lehrer ... Thorsten Merten
Klärchen ... Julia Giebel
Der Piccolo ... Miguel Abrantes Ostrowski
Der Kaiser ... Irm Hermann
Briefträgerin Kathi ... Mirka Wagner
BVG Orchester Berlin e.V. ...
Premiere war am 28. November 2010
Weitere Vorstellungen: 11., 16. 12. 2010 sowie
02., 07., 09., 26. 1. und 12. 7. 2011


Siehe auch:
http://www.komische-oper-berlin.de


http://www.andre-sokolowski.de



 

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