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Feuilleton


7. März 2010, Neuinszenierung an der Komischen Oper Berlin

ORLANDO von Händel



Mariselle Martinez ist ORLANDO an der Komischen Oper Berlin - Foto (C) Monika Rittershaus

"Am Beispiel Orlandos kann jeder erkennen: Wer liebt, wird irre."

So (s. o.) übersetzt es Werner Hintze, der den Kernextrakt der ganzen langatmigen Öperchengeschichte des ORLANDO (Opera seria in drei Akten von Georg Friedrich Händel / Libretto nach Carlo Sigismondo Capece) damit und sehr kurzatmiger Weise auf den Punkt zu bringen sann. Es ist also nicht mehr und auch nicht weniger als eine dieser vielen lustigen Geschichten um die Liebe, die sich Händel immer wieder mal zu Material und Anlass nahm, leichtluftige Musik auf oder in sie zu erträufeln...

"Händel komponierte sein Werk vom Anfang Oktober bis zum 20. November 1732. Die Uraufführung fand am 27. Januar 1733 im King's Theatre am Londoner Haymarket statt. In diesem Jahr kam die Oper auf insgesamt zehn Aufführungen." (aus: Wikipedia)

Es ist die Geschichte um den sogenannten Rasenden Roland - und die wurde seiner Zeit ja mannigfach und mannigfaltig ausgeschlachtet wo und wie es immer ging - es geht um Liebe und um Eifersucht - - und weiter nichts.

Szenisch wie musikalisch wird da auch jetzt nicht herumgekrampft. Die Inszenierer haben sich so eine Art von Travestiespiel einfall'n lassen; und es ist erquicklich anzusehen, wie sie mit den "Hosenrollen" (und auch andersrum) so hübsch ironisch spielen - also ist es letzten Endes völlig wurscht, wer und warum nun IHN bzw. SIE hersingt; die Männer könnten gut auch Frauen, und die Frauen könnten gut auch Männer sein o. s. ä. Alle(s) "bi"!!

Das Bühnenbild von Erlend Birkeland soll hier an dieser Stelle ganz besonders vorgehoben sein: Sie fasst den hochgefahrenen Orchestergraben ein mit einer ihn umrahmenden, umspannenden Kunstledercouch. Der Bühnenbau an sich ist eine Rundwand herrlich hellen Holzes, die sich dreht - dahinter resp. wohl davor erblicken wir dichtstehende und hochragende kerngesunde Tannen; auf dem (Wald-)boden auch jede Menge Fliegenpilze usf. Ein alter VW-Bus sowie ein ausgemachter Campingplatz mit aufgehängter Wäsche oder Gartenmöbeln lässt uns ins Privatgemütliche der 60er zurückerschauen...

Dirigent ist Alessando De Marchi, ein weltweit renommierter Spezialist für Alte Musik; das Orchester der Komischen Oper Berlin - seit Jahren und Jahrzehnten im regelmäßigen Umgang mit Werken des Barock geübt - macht diesmal einen noch viel viel "authentischeren" Eindruck als die Jahre und die Fälle (des barocken Musizier'ns) davor; man sieht Theorbe, Erzlaute, Gitarre oder/und zwei Cembali... Und musiziert wird eben luftig, leicht...

Julia Giebel (als Dorinda) sowie Mariselle Martinez (als Orlando) machen wohl im Stimmlichen und auch im Spielerischen die markanteste Figur von allen.

Allerliebst gemachter Händel.

Gute-Laune-Stück.


Szenenfoto aus Händels ORLANDO an der Komischen Oper Berlin - Foto (C) Monika Rittershaus


ORLANDO von Händel (07.03.2010, Komische Oper Berlin)
Musikalische Leitung: Alessandro De Marchi
Inszenierung: Alexander Mørk-Eidem
Bühnenbild: Erlend Birkeland
Kostüme: Maria Gyllenhoff
Besetzung: Mariselle Martinez (Orlando), Brigitte Geller (Angelica), Elisabeth Starzinger (Medoro), Julia Giebel (Dorinda), Wolf Matthias Friedrich (Zarathustra) und Bernd Stempel (Isabella, Zarathustras Assistent)
Orchester der Komischen Oper Berlin


Andre Sokolowski - red. / 8. März 2010 http://www.andre-sokolowski.de
ID 00000004574

Weitere Infos siehe auch: http://www.komische-oper-berlin.de





 

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