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Bayerisches Staatsballett München, 24.5., 1.6.2006

Giselle

Ballett von Théophile Gautier, Vernoy de Saint-Georges und Jean Coralli
Musik von Adolphe Adam


Giselle: Alen Bottaini, Lisa-Maree Cullum, (C) Bayerisches Staatsballett

Es ist eine alte Geschichte,
Doch bleibt sie immer neu;
Und wem sie just passiert,
Dem bricht das Herz entzwei.
Diese Verse von Heinrich Heine lassen sich praktisch auf jede unglückliche Liebesgeschichte anwenden, ebenso auf die Tragödie der Giselle. Das Bauernmädchen liebt den als Bauern verkleideten Herzog Albrecht, bringt sich aber im Wahnsinn um, als sie von dessen wahrer Herkunft und seiner Verlobung erfährt. In der folgenden Nacht erhebt sie sich zusammen mit den so genannten Wilis, der Geister anderer Mädchen, die vor der Hochzeit gestorben sind. Diese Geistwesen zwingen alle Männer, die ihnen begegnen, sich zu Tode zu tanzen -- vom Mythos der Wilis berichtete übrigens auch Heinrich Heine 1833 in der Zeitschrift "L'Europe littéraire" und inspirierte damit den Librettisten des Balletts, Théophile Gautier. Giselle jedoch stellt sich Myrtha, der Königin der Wilis, entgegen und steht Albrecht bei, bis der Morgen dämmert und die Macht der Wilis erlischt. Albrecht ist gerettet und bleibt allein zurück.
Nach einer Pause von mehreren Spielzeiten steht "Giselle", die Inkarnation des klassischen Balletts, wieder auf dem Spielplan des Bayerischen Staatsballetts. Lisa-Maree Cullum tanzt die Hauptrolle (Lucia Lacarra, die ursprünglich für die beiden Juni-Vorstellungen vorgesehen war, ist erkrankt). Technisch schon immer brillant, ist sie inzwischen auch darstellerisch gereift und überzeugt sowohl als Bauernmädchen wie auch im zweiten Akt als ätherisches Geistwesen. Besonders hervorzuheben ist, dass auch in ihrer Wili-Interpretation immer etwas von der Giselle des ersten Aktes durchscheint und so der häufig starke Bruch zwischen der lebenden Giselle und dem Geist vermieden wird. Ihre Albrechts, Alen Bottaini (24.5.) und Roman Lazik (1.6.), sind ihr gleichwertige Partner: Bottaini betont die Frische und Jugendlichkeit des jungen Herzogs, während Lazik mehr der noble Aristokrat ist. Im zweiten Akt, der gerade für den männlichen Hauptpart äußerst anspruchsvoll ist, sind beide Tänzer fulminant, technisch wie darstellerisch eine Augenweide.
Die zweite männliche Rolle, der Förster Hilarion, ist tänzerisch weniger anspruchsvoll, was besonders Erkan Kurts (24.5.) Leistungsvermögen zugute kam. Die zweite Besetzung, Cyril Pierre, neigt häufig zum chargieren, konnte aber vor allem im zweiten Akt seine Sprungstärke ausspielen. Auch die Partie der Myrtha war in der zweiten Vorstellung mit Zuzana Zahradníková besser besetzt: durch ihre langen, schmalen Beine und die zarte Figur scheint sie über die Bühne zu schweben. Im Übrigen war auch das Corps im ersten Akt spielfreudig und im zweiten, dem "weißen" Akt, bemerkenswert synchron -- eine Qualität, die leider nicht immer erreicht wird.
Besonders hervorzuheben ist schließlich noch Laure Bridel-Picq, die im Bauern-Pas-de-six des ersten Aktes die Hauptpartie übernahm. Nach ihrer Babypause glänzte sie mit großer Agilität und Frische, die sie wieder einmal als wichtige Stütze des Corps de ballet auszeichnete.

Insgesamt zwei gelungene Vorstellungen dieses Klassikers, bei denen besonders die Hauptpartien in der internationalen Ballettwelt keinen Vergleich zu scheuen brauchen.


Benita Berning - red / 4. Juni 2006
ID 2435
Giselle

Ballett von Théophile Gautier, Vernoy de Saint-Georges und Jean Coralli
Musik von Adolphe Adam


Choreographie nach
Peter Wright
Marius Petipa
Jean Coralli
Jules Perrot

Bühne und Kostüme
Peter Farmer

Musikalische Leitung
Dieter Rossberg

Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts

Das Bayerische Staatsorchester

Weitere Infos siehe auch: http://www.bayerisches.staatsballett.de






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