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22. Februar 2007, Theater zum Westlichen Stadthirschen (Berlin)

DIE FLIEGER

Eine Zuneigung mit Textkörper

Flieger spielen

"Eine Frau kriegt ein Mädchen. Dauert lange. Da ist ein Ei. Wenn du's rausnimmst, also dann siehst du die ganzen Fäden, also sagen wir mal so 'ne Art Zwirn. Hier aus dem Bauch kommt das Kind raus. Und dann wird operiert, und dann so duff duff duff, mit Watte, mit Watte. Und drei Stunden darf die Frau nicht essen. Und zwei Stunden wird das Kind ihr weggenommen. Hier aus'm Bauch. Das wird aufgemacht und wird verdreht, wird operiert, das macht der Oberarzt mit Gummihandschuhen. Also der macht, also hier ist der Kopf ja, nimm mal an, der Kopf von mir. Dann kommen die Füße raus und dann wird gewaschen. Beim Jungen ist es verschieden. Und nun muss die Milch raus. Dreimal lutschen, dann hat's durch und dann musst du die Brust verdecken. Der Vater, der geht raus. Wo ist denn der Opa von dem Mädchen, der Opa? Und die Mutter ist die Mutter von dem Kind. Und der Vater auch. Der arbeitet, aber hart! Und das schreit. Das schreit und schreit immer mehr und mehr und mehr. Dann wird’s gewaschen."
So in dieser Art, in diesem fast schon artifiziellen Ton (es sind authentische Zitate eines der zwei Mitspieler im Zweipersonenstück DIE FLIEGER) geht der Abend über eine Stunde lang. Geistiger Urheber ist Wolfgang Fliege...


So sehn Piloten ohne Uniformen aus: Dominik Bender (links) und WolfgangFliege (rechts) spielen DIE FLIEGER im Theater zum Westlichen Stadthirschen


"Wolfgang Fliege, eines der eigentümlichsten Ensemble-Mitglieder des Theaters Thikwa, ist als Schauspieler so unberechenbar wie als Persönlichkeit rätselhaft und scheinbar unergründlich. Er ist Dandy, Muffel, Komiker, Dadaist, Musiker und Charmeur gleichermaßen und seine 'Behinderung' ließe sich vielleicht mit der totalen Abwesenheit jeglichen Argwohns beschreiben. Aus seinen fast pausenlosen Selbstgesprächen, die auch geübte Assoziationsakrobaten in Erstaunen versetzen, hat das Theater zum westlichen Stadthirschen einen Text destilliert, der die Grundlage bildet für die Begegnung zweier Schauspieler, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Wie schon unsere letzten Produktionen ist auch „Die Flieger“ ein Versuch, andersartige, befremdliche, vermeintlich unverständliche Formen von Wahrnehmung für unser eigenes Betrachten der Dinge aufzuschließen.
Mit anderen Worten: im Cockpit sitzen der von hochgradiger Flugangst gepeinigte Kapitän Dominik Bender und sein im herkömmlichen Sinne völlig fluguntauglicher Copilot Wolfgang Fliege. Die Flughöhe schwankt, die Fluggeschwindigkeit ist konstant knapp vor dem Strömungsabriss, die Flugdauer beträgt etwa 70 Minuten, das Flugziel ist vermutlich Berlin Tempelhof.
An Bord: Captain Hook, Peggy March, der Graf von Luxemburg, Ilene, Hans Messerschmidt, Vati, Mutti, Willy Kupka, Jesus, Bob Dylan, Klara, Herr Lackner und Frau Glockner."
So stehts außerdem im Beitext zu DIE FLIEGER.

Dominik Bender (Gründer, Regisseur, Akteur, will sagen "Hauptmensch" des Theaters zum Westlichen Stadthirschen) lieferte die Idee an sich, er sammelte und ordnete und... er & Wolfgang Fliege also spielen das.
Grandioses Aufeinanderzugegangensein und: witzig, herzig, sehr sehr menschlich!!!


a. so. - red / 23. Februar 2007
ID 3014
Theater zum Westlichen Stadthirschen:
DIE FLIEGER. Eine Zuneigung mit Textkörper


Regie: Anke Mo Schäfer und Dominik Bender
Raum: Isolde Wittke
Licht: Urs Hildbrand
Mit: Wolfgang Fliege und Dominik Bender

Premiere im F40 (10965 Berlin-Kreuzberg, Fidicinstr. 40) war am 21. Februar 2007

Nächste Vorstellungen: 22., 23., 24. und 25.02.2007

Weitere Infos siehe auch: http://www.dominikbender.de





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