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DER

GEDULDIGE

SOKRATES



Telemanns GEDULDIGER SOKRATES umgeben von seinen zwei zänkischen Frauen, v. l. n. r. Kristina Hansson, Marcos Fink und Inga Kalna - Foto (C) Monika Rittershaus

René Jacobs, der die Deutsche Staatsoper Berlin meist immer dann bespielt, wenn Barenboim & Staatskapelle auf Tournee sind (seit der deutschen Wende "darf" und macht er das), hat dieses Mal im Rahmen der cadenza-Schiene Telemanns Der geduldige Sokrates ausgegraben und durch Nigel Lowery & Amir Hosseinpour bunt und kess in Szene setzen lassen. Über dieses Stück gedanklich zu befinden, macht nicht Sinn. Es ist so derart blöd und kurios, dass das Gehirn in willentlicher Bockabsicht verklebt - doch darum gehts auch überhaupt nicht; alle Stücke des Barock haben wohl diese Macke an sich, dass sie bis zum Stumpfsinn komisch oder tragisch und doch letzten Endes "geistig" nicht zu fassen sind - - ausschließlich die Musik macht Alles nolens volens wieder gut und schön!!
Auf einen fünfstündigen Abend inkl. Pausen musste sich der zuschauende/zuhörende Staatsopernbesucher einstellen. Zur siebenten und letzten Vorstellung Unter den Linden - Bude brechend voll, die Stimmung gut und ausgelassen - lichteten sich zwar dann kurz vor 22 Uhr die Reihen; und dabei wäre der dritte Akt der "spannendste" und "aufgeklärteste" gewesen - meinte jedenfalls in seinen einführenden Worten Francis Hüsers, der projektbegleitende (Chef-)Dramaturg des Ganzen. Doch der Streikstress (S-Bahn sollte so ab 2 Uhr nachts dann nicht mehr fahren) ließ auch insbesondere bei mir die Ruhe bis zum Stückschluss nicht mehr zu, sodass ich wohl das Wichtigste verpassen tat; egal.
Die ersten beiden Akte: zauberhaftes Musizieren, edelster Gesang!!
Was wäre, wenn es René Jacobs in Berlin nicht gäbe? Eine Katastrophe wäre das - es hieße, dass sich keiner fürs Barocke "und davor", auf jeden Fall nicht so in dieser absoluten Königsklasse, scheren würde; Jacobs ist ein Segen für das Lindenopernhaus! welch Glück auch, dass es die Akademie für Alte Musik Berlin, mit welcher er ja immer mehr und immer intensiver musiziert(e), gibt.



DER GEDULDIGE SOKRATES an der Deutschen Staatsoper Berlin, in der Inszenierung von Nigel Lowery und Amir Hosseinpour - Foto (C) Monika Rittershaus


Und aller Firlefanz, der auf der Bühne dann zu sehen war, versuchte zwar der grauenhaften Langeweile dieses Stückes sozusagen "auf die Sprünge" zu verhelfen, meist jedoch in enervierend-spiellauniger Sandkastenmanier.


Andre Sokolowski - 12. Oktober 2007
ID 3474
DER GEDULDIGE SOKRATES (Staatsoper Unter den Linden, 11.10.2007)
Musikalische Leitung: René Jacobs
Inszenierung: Nigel Lowery & Amir Hosseinpour
Bühnenbild und Kostüme: Nigel Lowery
Choreographie: Amir Hosseinpour
Besetzung: Marcos Fink (Sokrates), Sunhae Im (Rodisette | Cupido), Birgitte Christensen (Edronica), Inga Kalna (Xantippe), Kristina Hansson (Amitta), Donát Havár (Melito), Matthias Rexroth (Antippo), Maarten Koningsberger (Nicia), Alexey Kudrya (Aristophanes), Daniel Jenz (Pitho), Sun-Hwan Ahn (Alcibiades), Richard Klein (Xenophon), Michael Kranebitter (Plato), Anne-Kristin Zschunke, Belinda Loukota und Florian Spiess (Chor)
Akademie für Alte Musik Berlin
Innsbruck Festival Chorus
Premiere an der Deutschen Staatsoper Berlin war am 29. September 2007
Koproduktion mit den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik

Weitere Infos siehe auch: http://www.staatsoper-berlin.de



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