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nachDRUCK # 6

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Premierenkritik


Amüsiert euch, Herzchen!

CAFÉ VATERLAND - EINE MATTHÄUSPASSION


Als ein passionierter Nichtberliner weiß ich jetzt: Es gab da mal einen Vergnügungstempel, hieß "Haus Vaterland". Der wurde von Kempinski 1928 eingeweiht, stand am Potsdamer Platz und war dann 1953 (Juni-Aufstand) völlig ausgebrannt. In ihm hätte es zehn Cafés gegeben, eines größer oder schöner als das andere.

Und überdies wusste ich längst: Im MGT war früher mal die Singakademie Berlin beheimatet. Auch wurde 1829 hier durch sie und unter Mendelssohn-Bartholdys Leitung Bachs Matthäuspassion erstmals wiederaufgeführt.

Frage: Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?

Philisterantwort: Nichts.

Doch hätt' ja sein können, vielleicht...
Also muss eine Art von Zwangsvorstellung in den Hirnen der Ertüftler dieser ehrgeiziger Weise herbemühten Querverbindung stattgefunden haben, anders kann ich es mir nicht erklären. Und ich will auch gar nicht wissen, wer diese "Idee" dann - einer muss ja schließlich die "Idee" geliefert haben - hatte. Jedenfalls erkenne ich, sehr deutlich, 'nen gehobnen Zeigefinger, und dann höre ich es auch sehr piepsig an der Kupfer- und Gedenktafel im Vestibül des MGT verlauten nach dem Motto: Könnten wir nicht auch mal was mit Bach hier machen? ist von dem nicht mal so 'ne Passion hier aufgeführt gewesen??
Lange Rede, kurzer Sinn: Herausgekommen ist ein wunderlicher Abend engagierten Musizierens (nichts gegen die Ausführenden einzuwenden!) und - im Ganzen allerdings - ein unanfassbar dünnbreiiger Stück-Scheißhaufen!!


Ronald Kukulies, Jelena Kuljic-Knauer, Theresa Kronthaler, Yuka Yanagihara, Ursula Werner und Radoslaw Jozef Drechny (v. l. n. r.) im CAFE VATERLAND - sie alle können nichts dafür, dass dieser Abend vom Konzept her durch und durch misslang - Foto (C) MGT


David Marton, der als Konzeptant und Regisseur für dieses letztlich Caféhaus-Revue-Gewordene (wie andershöflich sollte ich die Scheiße sonst noch nennen?) vollverantwortlich zu nennen ist, kennt garantiert die ungleich schrägeren und ganz und gar durchdachten Konkurrenzprodukte des Kollegen Marthaler; bei diesem existieren allerdings dann jedesmal sehr greifbare und nachvollziehbare Geschichten zwischen Dir & Mir... vielleicht, zum lernenden Vergleich, da noch mal hingehn, um zu sehen und zu hören wie wohl so was richtig funktioniert!?

Vom Publikum, das der Klamotte spürbar zugetan war, konnte man im Endergebnis dieses dilettiererischen Sprach- und Musiziergemischs nicht mehr erwarten als sich abendlich zu amüsieren. Reicht ja auch, wenn ihr im Ernst nichts weiter wolltet.


Andre Sokolowski - 24. Februar 2007
ID 3018
http://www.andre-sokolowski.de



Café Vaterland - Eine Matthäuspassion
Musiktheater von David Marton und Jan Czajkowski
nach Motiven der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach


Musikalisches Konzept: Jan Czajkowski & David Marton
Regie: David Marton
Musikalische Leitung: Jan Czajkowski
Ausstattung: Alissa Kolbusch
Ideo: Isabel Robson
Es spielen, singen und musizieren: Theresa Kronthaler, Jelena Kuljic-Knauer, Ursula Werner, Yuka Yanagihara, Jan Czajkowski, Radoslaw Jozef Drechny, Wolfgang Hosfeld und Ronald Kukulies

Premiere am Maxim Gorki Theater: 23. Februar 2007

Nächste Vorstellungen: 25.02. / 04.03. / 11.03. / 27.03.2007

Weitere Infos siehe auch: http://www.gorki.de





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