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FOREIGN AFFAIRS - 27. Juni bis 14. Juli 2013


12. Juli 2013 - Haus der Berliner Festspiele

DER UNWAHR- SCHEINLICHKEITSDRIVE

geheimagentur & Joshua Sofaer




Stretchlimousinenkrise


"In den letzten fünf Jahren sind Hunderte von Luxuslimousinen nahe dem Flughafen von Dubai in der Wüste abgestellt und sich selbst überlassen worden. Die vom finanziellen Ruin bedrohten Besitzer sind geflohen. Seit 2008 sind auch eine ganze Reihe unwahrscheinlicher Ereignisse aufgetreten: Mächtige Institutionen sind gefallen, Millionen Menschen fordern Veränderungen. Hier in Mitteleuropa hat sich allerdings nicht sehr viel getan: Keine neuen Möglichkeiten geschaffen, kein Reichtum umverteilt, keine Regulierungen überdacht. Wie stehen wohl die Chancen, dass eines der herrenlosen und wüstensandverstaubten Autos aus Dubai auf den Straßen von Berlin auftaucht?

Eine verlassene Stretchlimousine wird zu einem Unwahrscheinlichkeitsgefährt und befindet sich eine Woche lang in der Stadt auf Testfahrten, auf denen versucht werden soll, der Übermacht alter Wahrscheinlichkeiten zu entkommen. Wie wird sich das Auto wohl in Zukunft einsetzen lassen? Möchten Sie mitgenommen werden, oder haben Sie einen Vorschlag?"


(Quelle: Berliner Festspiele)


* * *


Das o.g. Gefährt (s. Foto unten) stand nun gestern Abend in der Zeit von 19 bis 20.30 Uhr auf der Drehbühne des Hauses der Berliner Festspiele; wir erlebten live, wie es hiernach dann wieder durch die Bühnenwand hinaus ins Freie fuhr - wir: das sind ca. hundert Leutchen, die sich zu der Allgemein-Bespaßung mit vermeintlich tiefem Tiefgang pünktlich eingefunden hatten und sogleich dann - durch den Eisenern Vorhang - auf die Drehbühne (mit dem Gefährt) drauf durften...

Angeblicher Weise hätte es 69 Vorschläge für die wahrscheinlich-unwahrscheinliche Nutzung der ungelenken Stretch-Limousine gegeben, die die Allgemein-Bespaßer eine Woche lang dann sozusagen eingesammelt und in Folge ausgewählt und (auf 9 Vorschläge) abreduziert hatten. In eingesprengselten Filmchen werden wir dann mit den konstruktiven Teilnehmern dieser Aktion - die Allgemein-Bespaßer fuhren also eine Woche lang mit dem Vehikel hin und her und ließen sich während der Zeit, also mit Hilfe der Probanten, abfilmen etc. pp. - so nach und nach vertraut; José und Vladi und Fabian und Familie Schippenbach und Jakob & Hilde und Rike... / Rike, übrigens, wurde dann mittels eines Lautstärke-Messgerätes (Beifall wie bei Wetten dass?) als Siegerin erkoren; sie wollte eine Rotkopfschafzucht in der Limousine - grandiose Idee!

Und auch das Publikum - also wir ca. hundert Leutchen - wurden dann gefragt, was wir mit dem Gefährt beginnen würden; so kamen sechs weitere Neu-Vorschläge zustande: Die Limousine sollte beispielsweise als Brücke über ein Flüsschen, als Hochzeitsauto für Indien, als Schienenersatzverkehr, als Staatskarosse auf einer Bohrinsel oder als rosarotes Gay-Gefährt herhalten.

Ja und hast du's nicht gesehen war die Allgemein-Bespaßung auch schon wieder rum.

Wie heißt es allgemein und richtig: Außer Spesen nichts gewesen.

Joshua Sofaers Allgemein-Bespaßungsbeitrag (wahrscheinlich zur Finanzkrise?) hatte den ca. hundert Leutchen allgemeinen Spaß bereitet oder so.

Das diesjährige Mitmach-Festival FOREIGN AFFAIRS neigt sich so peu à peu seinem verdienten Ende zu.



Der Unwahrscheinlichkeitsdrive - © geheimagentur / Joshua Sofaer




Bewertung:    


a. so. - 13. Juli 2013
ID 6944
Die Bank of Burning Money, die Wunder-Annahmestelle, die Alibi-Agentur, das Casino of Tricks, die Schwarzbank – die geheimagentur produziert seit über zehn Jahren Situationen und Einrichtungen, die wie Fiktionen erscheinen und dann doch die Realitätsprüfung bestehen. Die Performances der geheimagentur überschreiten die Grenzen symbolischer Politik in Richtung auf ‚instant pleasure‘: Sie lassen eine andere Realität im Kleinen entstehen, statt in kritischer Geste die alte Welt zu bestätigen. Die geheimagentur ist ein freies Label, ein offenes Kollektiv und der Versuch einer praktischen „art of being many“.
http://www.geheimagentur.net


Joshua Sofaer (geboren 1972 in Cambridge, England) ist ein Künstler, der sich mit Formen von Kollaboration und Partizipation befasst. Häufig in Kombination mit einem respektlosen Sinn für Humor spielt er mit etablierten Produktionsformen, nimmt sich Talksendungen, Wettbewerbe, Vorlesungen oder Museumspräsentationen vor und und unterzieht sie einer Neubetrachtung. Er tritt als Kurator, Produzent oder Regisseur einer ganzen Bandbreite von Projekten auf, darunter große Events, intime Performances und Veröffentlichungen. Nach einem BA in Drama & English an der Universität Bristol absolvierte Joshua einen MA in Fine Art am Central Saint Martins College of Art & Design, an den sich ein PhD am Dartington College of Arts anschloss. 2009 gewann Joshua den Bank of America CREATE Art Award, außerdem war er der erste Artist Fellow im Clore Leadership Programme 2010/11.
http://www.joshuasofaer.com

Weitere Infos siehe auch: http://www.berliner-festspiele.de


http://www.andre-sokolowski.de



 

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