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nachDRUCK # 6

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30. August 2011, Schaubühne am Lehniner Platz

NACHTASYL



Bernardo Arias Porras als Schauspieler im NACHTASYL (nach Gorki) / Schaubühne am Lehniner Platz - Foto (C) Claudia Charlotte Burchard


Rosinenpicken (147)

Im weltberühmtesten von allen Pennerstücken (NACHTASYL von Maxim Gorki) sind die Frauen alle jünger als die Männer, um die 20 oder 30 rum. Also sind, umgekehrter Weise, dann die Männer alle älter als die Frauen, um die 50 rum, bis auf paar Ausnahmen; aber die zählen nicht... / Jetzt hat die Schaubühne Berlin seit Januar des Jahres eine junge, schöne Inszenierung (NACHTASYL von Maxim Gorki in einer Fassung des Ensembles) auf dem Plan. Da hat sie sich mit jungen, schönen Menschen, alle um die 20 rum, und aus dem jungen, schönen Kader der Ernst-Busch-Hochschule eingedeckt; ja und die machen alle ihre Sache wunderbar und gut. Zum Beispiel gleich am Anfang, und zwar vor dem eigentlichen Stückbeginn:

Da sitzen diese 16 jungen, schönen Menschen in der Runde - und sie ließen sich hierzu per Videokamera ablichten - und versuchen sich und mir, dem Videobetrachter, einen allgemeinen Reim auf dieses Phänomen des Pennerdaseins früher als wie heut' zu machen. Und so merk' ich ihnen deutlich an, wie nahe ihnen dieses Thema geht. Und wie sie - alle dann für sich - ihre Erfahrungen, die sie mit diesem pennerdaseinigen Phänomen, freilich nur indirekt, schon mal gemacht hatten, als Diskussionsbeitrag dann in die Runde werfen. Und es werden auch Klischeevorstellungen gespielter- oder echtermaßen voreinander ausgetauscht von wegen "selber schuld" oder "die spritzen sich ja dann nur" oder "Alkoholiker" oder "die können nicht mit Ämtern" u. s. ä. Und das Zauberwort HartzIV fällt hie und da, ja usw. usf.

Es ist die Schauspielerinnen- und Schauspielergeneration der 89er, also der nach der sog. Wende Geborenen. Ja und ich seh' und ahne selbstverständlich, dass dann diese jungen, schönen Menschen eigentlich so richtig oder echt noch nie mit dieser (pennerhaften) Art von Echt-Leid, Echt-Not, Echt-Unglück zu tun gehabt haben können - was ich ihnen nicht zum Vorwurf machen kann und darf! Und dennoch schauspielern sie diese Art von Echt-Leid, Echt-Not, Echt-Unglück ganz großartig und engelgleich.

Da gab es eine Stelle, die im Publikum ein bisschen irritierte: Runa Schaefer (falls sie es dann war - falls nicht; ich bitte um Verzeihung!) saß mit einem Mal im Publikum... und plötzlich höre ich es praktisch aus dem Publikum heraus zur Bühne rulpsig maulen und dazwischen quatschen; und ich denke: Was ist jetzt los? wer hat sich hier unters Publikum verirrt?? wer stört den Fortverlauf der schauspielernden Truppe??? Ja und diejenigen aus dem Publikum, die von ihr weiter weg gesessen hatten und jetzt ihre Köpfe zu ihr rüberbeugten, so wie ich, kriegten's doch plötzlich mit der Angst zu tun; das (inszenierte) Spiel ging nämlich so: Original-Pennerin wirft der Schauspieltruppe Dilletanz und Ahnungslosigkeit vor, und die Schauspieltruppe kommt mit dieser Art Realkritik nicht klar, und unter tösendem Geschrei verlässt dann die O-Pennerin mit ihrer Bierflasche den Saal. // Gute Idee gewesen!!

Ja und Alle wären namentlich dann zu erwähnen; sorry also, dass ich mich dann "nur" für einen Namen kurzentschloss.




Lucie Heinze und Carl Niclas Rohrwacher im NACHTASYL an der Schaubühne Berlin - Foto (C) Claudia Charlotte Burchard


a. so. - 31. August 2011
ID 00000005361
NACHTASYL (Schaubühne Berlin, 30.08.2011)
Von Maxim Gorki in einer Fassung des Ensembles
Regie: Peter Kleinert
Bühne: Peter Schubert
Kostüme: Katharina Dobner
Musik: Manfred Effinger
Dramaturgie: Maria Maier / Bernd Stegemann
Besetzung:
Schauspieler ... Bernardo Arias Porras
Luka ... Patrick Bartsch
Natasa ... Jasna Fritzi Bauer
Nastja ... Lucie Heinze
Vasja ... Andy Klinger
Bubnov ... Mario Klischies
Baron und Kostylev ... Carl Niclas Rohrwacher
Anna ... Runa Schaefer
Vasilisa ... Juliane Fisch
Klesc ... Florian Steffens
Satin ... Vincenz Türpe
Koproduktion mit der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin
Premiere war am 15. Januar 2011
Weitere Termine: 1. - 3. / 18. 10. 2011


Weitere Infos siehe auch: http://www.schaubuehne.de


http://www.andre-sokolowski.de



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