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Rosinenpicken (320)

Die Unverwüstlichen



Waltraud Meier war bereits um die Jahrtausendwende die Isolde (aus dem Tristan) in der "alten" Kupfer-Inszenierung - Foto (C) Monika Rittershaus

Bewertung:    



Das Wagner-Repertoire der Deutschen Staatsoper Berlin (was seine Inszenierungen betrifft) erfuhr, seit Daniel Barenboim hier Generalmusikdirektor wurde, immer wieder zügige und weniger zügige Frischluftzufuhren; das fing mit einem Groß-Zyklus unter der Handschrift Harry Kupfers an... Nachdem dann also alle Bühnenwerke - außer Rienzi und den Jugendopern - fertig produziert gewesen waren, zog man in 2002 stolze Gesamtbilanz und führte alle 10 (zweimal!!) hintereinander auf; sonach hielt Kupfer, und mit jedem neuen Jahr ein Quäntchen mehr, den altverdienten Einzug in das Staatsopernarchiv, will sagen: Seine Wagner-Inszenierungen hatten sich überholt und wurden wegverbannt. Was bisher nachkam, waren allerdings (mit Ausnahme des Stölzl-Holländers vom Vorjahr) Riesenpleiten!

Einzig Tristan und Isolde ist aus Kupfers Ära übrig; und wenn seiner Zeit die psychologisch viel interessantere Regiearbeit von Stefan Bachmann (2006) nicht so plötzlich-urbrachial am kompliziert zu handhabenden Bühnenbild der Architekten Herzog & de Meuron gescheitert wäre, würde an der Staatsoper letztendlich überhaupt nicht keine Wagneroper Harry Kupfers mehr zu sichten sein. So war es also eine Art von Schicksalswink...

Zwei Unverwüstliche zogen dann gestern Abend alle Aufmerksamkeiten auf sich: Alt-Tristan Peter Seiffert (Rollendebüt: 2006, Staatsoper Unter den Linden) und Uralt-Isolde Waltraud Meier (Rollendebüt: 1993, Bayreuther Festspiele). Der Eine hatte vor drei Jahren eine doch recht Aufsehen erregende Figurenzeichnung an der Deutschen Oper angeboten; Seiffert sah man da als Parkinson-Geschädigten im Dritten Aufzug vor sich hin dämmern - die Andere scheint unverwüstlicher denn je mit ihrer ganzheitlichen ungealtert-legendären Rollensicht hinfortzutriumphieren, das ist schon ein Phänomen!

Die Staatskapelle Berlin spielte dann "ihren" Tristan derart exzessiv und also rauschhaft und v.a. laut, dass die bereits erwähnten Alt-Stars hörbar und auch sichtlich Mühe hatten, mit den imposanten Grabenklängen Schritt zu halten sprich den ehrgeizigen Wettstreit Unten/Oben unbeschadet und im Einzel UND im Doppel durchzustehen. Dass es - trotz gewisser Überspannungen der jeweiligen Stimmbänder - im Ganzen ziemlich rund geworden war, dürfte in erster Linie ihrem charismatischen Gesamteindruck, der Beide nach wie vor bestimmt, geschuldet gewesen sein; da wird "Verzeihen" zur Kultur an sich. Standing Ovations nach fünf Stunden Schwerstarbeit!!

Nicht zu vergessen: René Pape (Marke), Roman Trekel (Kurwenal) oder Ekaterina Gubanova (Brangäne) - eine Traumbesetzung, sicherlich.
Andre Sokolowski - 27. Oktober 2014
ID 8199
TRISTAN UND ISOLDE (Staatsoper im Schiller Theater, 26.10.2014)
Musikalische Leitung: Daniel Barenboim
Inszenierung: Harry Kupfer
Bühnenbild: Hans Schavernoch
Kostüme: Buki Schiff
Besetzung:
Tristan ... Peter Seiffert
König Marke ... René Pape
Isolde ... Waltraud Meier
Kurwenal ... Roman Trekel
Melot ... Stephen Chambers
Brangäne ... Ekaterina Gubanova
Ein Hirt / Stimme eines jungen Seemanns ... Florian Hoffmann
Ein Steuermann ... Maximilian Krummen
Herren des Staatsopernchores
Staatskapelle Berlin
Premiere war am 16. April 2000
Weiterer Termin: 28. 12. 2014


Weitere Infos siehe auch: http://www.staatsoper-berlin.de


Post an Andre Sokolowski

http://www.andre-sokolowski.de

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