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14. Mai 2014 - Komische Oper Berlin

DIE HOCHZEIT DES FIGARO

Inszenierung: Barrie Kosky


Die Hochzeit des Figaro in der Barrie-Kosky-Inszenierung an der Komischen Oper Berlin - Foto (C) Monika Rittershaus

Jetzt ist MOZART-MAI in der Komischen Oper Berlin - da spielt Sabine Meyer das Klarinettenkonzert (am 16.), da gibts ein Kinderkonzert sowie Il re pastore konzertant (jeweils am 25.), Così fan tutte (am 31.) und, als eigentlichen Höhepunkt, die Wiederaufnahme von Barrie Koskys Figaro-Inszenierung aus dem Jahre 2005 (am 14., 17. und 29.) - wir waren bei dem Highlight anwesend und sahen/hörten diesen Figaro somit zum ersten Mal; ja, hatten wir doch glatt verpasst bis da...

Die Inszenierung fängt gar klaustophobisch an, d.h. der 1. Akt spielt in der Tat in einer viel, viel, viel zu engen Domestikenkammer, die sich Ausstatter Klaus Grünberg ausgedacht hat; ähnlich "eng" führt er die Angelegenheit im 2. Akt dann fort; hier sind die Innenräume von diversen Kleidergroß- und -kleinschränken und durch diverses Schranktür-Auf und Schranktür-Zu verschiedentlich zu sehen. Irgendwie läuft dieses Ganze allerdings zunehmend in die Leere und macht, rein vom bloßen Schauen her, ein bisschen müde...

Nach der Pause aber (Überraschung!!!) gibt es hocherfreulich Grund zur allgemeinen Kurzweil inkl. zum Bauklötzerstaunen, denn:

Wir werden - völlig unerwartet - Livezeugen einer von Kosky launig reingeheimnisten jüdischen Doppelhochzeit, nämlich der von Bartolo und Marcellina auf der einen sowie der von Figaro/Susanna auf der andern Seite; das wird, handlungsmäßig, ungefähr dann so zu uns herübertransportiert: Das Elternpaar sowie sein Sohn (was erst im 3. Akt nach einem komplizierten Dokumenten- und Patent-Einbau [auch schon bei Mozarts und Da Pontes O-Text] rauskommt) werden sich urplötzlich ihrer jüdischen Verwandschaft resp. Herkunft voll bewusst; so streift man beispielsweise, als Indiz, dem bis dahin verlor'nen Sohn den Hemdsärmel nach oben, um die Häftlingstätowierung, die er früher, als er noch ein kleiner Junge war, womöglich in Theresienstadt von der SS gebrannt bekam, zu zeigen und beschloss/beschließt die Ausrichtung der beiden Hochzeiten (von Vater/Mutter sowie Sohn/Braut) traditionell in Israel abhalten zu wollen, was dann auch sofort geschieht; Yuri Tarasenók spielt das Bandoneon, und alle Männer tragen eine Kippa... Konsequenter Weise hätte man sich da wohl, insgesamt, auf Hermann Levis deutschen Text (anstatt der modisch-umständlichen neuen Fassung von Bettina Bartz & Werner Hintze) grundbeschränken können; doch dann hätten wir das mit der Tätowierung nicht erfahren, denn das war ja "bloß" hinzuerfunden.

Und im 4. Akt regnet es obendrein Tausende Äpfel, und ein irrer Duft von diesen Tausenden von Äpfeln wolkt mit einem Male von der Bühne hin zum Saal, dass man es weder optisch noch geruchlich je vergessen wird; was für ein Wunder!!

Hendrik Vestmann hat den Figaro geleitet; die Besetzung ist fast vollständig erneuert worden.

Sympathiebezeigungen jeglicher Art.

Ein Muss für alle Barrie-Kosky-Fans.




Die Hochzeit des Figaro in der Barrie-Kosky-Inszenierung an der Komischen Oper Berlin - Foto (C) Monika Rittershaus



Bewertung:    



a. so. - 14. Mai 2014
ID 7829
DIE HOCHZEIT DES FIGARO (Komische Oper Berlin, 14.05.2014)
Musikalische Leitung: Hendrik Vestmann
Inszenierung: Barrie Kosky
Bühnenbild: Klaus Grünberg
Kostüme: Marianne Häntzsche und Birgit Wünschmann
Dramaturgie: Werner Hintze
Chöre: David Cavelius
Licht: Franck Evin
Besetzung:
Graf Almaviva ... Dominik Köninger
Gräfin Almaviva ... Brigitte Geller
Susanna ... Jasmina Sakr
Figaro ... Philipp Meierhöfer
Cherubino ... Theresa Kronthaler
Marcellina ... Caren van Oijen
Basilio ... Stephan Boving
Don Curzio ... Peter Renz
Bartolo ... Stefan Sevenich
Antonio ... Hans-Martin Nau
Barbarina ... Adela Zaharia
Erste Brautjungfer ... Saskia Krispin
Zweite Brautjungfer ... Mechtild Sauer
Chor und Orchester der Komischen Oper Berlin
Premiere war am 23. Januar 2005
Weitere Termine: 17., 28. 5. / 8., 13. 6. 2014


Weitere Infos siehe auch: http://www.komisch-oper-berlin.de


http://www.andre-sokolowski.de



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