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Premierenkritik

Kikeriki



Boris Statsenko (als König Dodon) und Der goldene Hahn (im Käfig) an der Deutschen Oper am Rhein | Foto (C) Hans Jörg Michel

Bewertung:    



Ich kenne Rimski-Korsakow's Der goldene Hahn bereits aus einer Produktion der Komischen Oper Berlin - dort wurde er zu seiner Zeit (vor ungefähr 10 Jahren) szenisch arg gefleddert. Nunmehr hatte ich ihn an der Deutschen Oper am Rhein, konkret im Opernhaus Düsseldorf, erneut erleben dürfen - gestern Abend hatte er in der klamaukigen Regie von Dmitry Bertman, dem Gründer der Moskauer Helikon-Oper, Premiere.

"Der Sprengstoff, mit dem Rimski-Korsakow seine [letzte!] Oper auch musikalisch auflud, verhinderte es, dass das Werk noch zu Lebzeiten des Komponisten auf die Bühne gebracht werden konnte. Inzwischen ist unbestritten, dass Rimski-Korsakow und seinem Librettisten Belski damit eine der geistreichsten und musikalisch prallsten Opern des russischen Repertoires geschaffen haben. Ein philosophisches Märchen für Erwachsene, eine groteske Gesellschaftssatire, eine erotische Komödie – vor allem ist Der goldene Hahn ein großer Theaterspaß, ein unverhohlener Angriff auf Dummheit, Bequemlichkeit und eitle Gefallsucht, bei dem es viel zu lachen gibt, auch wenn einem das Lachen gelegentlich im Halse stecken bleiben kann." (Quelle: operamrhein.de)

Das [s.o.] wird wahrscheinlich alles so korrekt sein und mit hundertpro so stimmen - - dennoch bin ich wieder nicht mit diesem Stück (das ich dann mindestens zu einem Drittel in verübtem Halbschlafmodus hinter mich zu bringen trachtete) in irgendeiner wohlwollenden Art und Weise warm geworden; gottlob wies mich mein Begleiter, der ein ausübender Instrumentalist für Alte Musik ist, deutlich darauf hin, dass insbesondere im Orchestralen dieser Oper erstklassig zu Nennendes durch ihn erhörbar wäre, ja und warum ich das selbst nicht so erfühlen und begreifen könnte? er verstand mein anhaltendes Missfallen dem merkwürdigen Opus gegenüber einfach nicht. / Zu denken hätte mir dann freilich geben müssen, dass der Generalmusikdirektor von der DOR höchstselbst das Werk auf seinen Plan zu setzen willens war; und Axel Kober dirigierte also die gut drauf seienden Düsseldorfer Symphoniker...

Vom rein Gesanglichen her - und so wie ich das trotz meiner unstatthaft zu nennenden Voreingenommenheit dem Goldnen Hahne gegenüber zu erwähnen mich erdreisten darf - beeindruckte Antonina Vesenina (als Königin von Schemacha) besonders; ihre technisch überanspruchsvolle Mordspartie scheint fast unsingbar, doch sie meisterte das spürbar leicht und fast schon mühelos.

Aber am besten hatte mir schlussendlich Renée Morloc (als Amelfa) gefallen; sie bestach v.a. schauspielernd, und - - sie vertilgte die Titelfigur, aufgrund der durch die Inszenierung etwas freigeistig veränderten Geschichte, als goldbraunes Brathähnchen!

Die ganz genaue Handlung kann man auch, also wer will, auf Wikipedia nachlesen.

Sehr freundlicher Premierenbeifall.



Der goldene Hahn an der Deutschen Oper am Rhein | Foto (C) Hans Jörg Michel

Andre Sokolowski - 16. April 2016
ID 9258
DER GOLDENE HAHN (Opernhaus Düsseldorf, 15.04.2016)
Musikalische Leitung: Axel Kober
Inszenierung: Dmitry Bertman
Bühne und Kostüme: Ene-Liis Semper
Choreografie: Edvald Smirnov
Regiemitarbeit: Ilya Ilin
Licht: Thomas C. Hase
Chorleitung: Christoph Kurig
Dramaturgie: Hella Bartnig
Besetzung:
König Dodon ... Boris Statsenko
Prinz Gwidon ... Corby Welch
Prinz Afron ... Roman Hoza
General Polkan ... Sami Luttinen
Amelfa ... Renée Morloc
Astrologe ... Cornel Frey
Königin von Schemacha ... Elena Sancho Pereg
Der Goldene Hahn ... Eva Bodorová
1. Bojar ... Manjgaladze
2. Bojar ... Ortwin Rave
Chor der Deutschen Oper am Rhein
Düsseldorfer Symphoniker
Premiere an der Deutschen Oper am Rhein war am 15. April 2016
Weitere Termine: 17., 23., 27., 30. 4. / 4., 8., 15. 5. 2016


Weitere Infos siehe auch: http://www.operamrhein.de


http://www.andre-sokolowski.de

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