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Premierenkritik

Mond-Oper



Il mondo della luna an der HfM Hanns Eisler | (C) Alfheidur Erla Gudmundsdottir

Bewertung:    



Von Papa Haydn gibt es 13 Opern! Komisch, dass man sie nicht allzu oft zu sehen kriegt; ich kann mich beispielsweise lediglich an La fedeltà premiata und Orlando Paladino 'rückbesinnen - die eine erlebte ich im Opernhaus Zürich und die andere in der Staatsoper Unter den Linden; Orlando wurde außerdem durch die Berliner Philharmoniker unter Nikolaus Harnoncourt als konzertante Aufführung geboten, alles in 2009. Seitdem wurde ich nicht mehr groß auf eine Haydn-Oper aufmerksam...

Das wohl bekannteste Musiktheater des Komponisten wäre Il mondo della luna (Die Welt auf dem Monde):



"Der Hobbyastrologe und Scharlatan Dottore Ecclitico oder Doktor Ekliptikus hat sich eine besondere Einkommensquelle geschaffen: Er entwirft vielversprechende Fernrohre für einen fantasievollen Mondausblick und vermittelt dazu dem reichen Kaufmann Bonafede ein teures Ticket zum Mond. Das wundersame Fernrohr zeigt dem Betrachter verheißungsvolle Bettszenen in einer paradiesischen Mondwelt, die in dieser Opernkomödie von Joseph Haydn eine entscheidende Rolle spielt. Gemeinsam wollen der lüsterne Bonafede und sein gewiefter Astrowissenschaftler Ecclitico dem Ruf des Mondkaisers folgen. Ein kleiner Drogenrausch benebelt den Kaufmann bei seinem Ortswechsel in die Mondweltkulissen, die im Garten des falschen Doktors aufgebaut sind.

Mit der dramatischen Mondlandung fliegt der Schwindel bald auf, bei dem es im Grunde um eine Liebesgeschichte geht: Ernesto und die Kaufmannstochter Flaminia ringen um den Segen des herrischen Vaters, unter Mithilfe des unvermeidlichen Dieners."


(Quelle: hfm-berlin.de)

*

Die HfM Hanns Eisler Berlin hatte sich für ihre diesjährige Eigenproduktion das 1777 auf Schloss Esterháza im westungarischenn Fertöd uraufgeführte "drama giocoso in tre atti" vorgenommen und ließ es sehr kurzweilig und äußerst körpernah von Michiel Dijkema (der auch das großartige Bühnenbild mit seinem fulminanten Teleskop-Großrohr entwarf und baute) inszenieren; dirigiert hatte es Byron Knutson, und am Cembalo saß Tatsuma Takahashi.

Die Figurenkonstellationen der Oper (nach einer Komödie von Goldoni) sind nicht unähnlich denjenigen aus Mozarts dreizehn Jahre später uraufgeführter Così - auch hier jeweils 2 junge Liebespaare, 1 (+1) "DienerInnen" und 1 älterer Weiser, konkret der Vater von den beiden Töchtern resp. den zwei Frauen der zwei jungen Liebespaare; ein Mezzo oder Alt hat übrigens DEN einen der zwei Liebhaber zu singen und zu spielen. Prima Futter also für das sängerische Personal! / Herausragten besonders Sungho Kim und Ivon Mateljan (als Cecco und Lisetta) oder auch die beiden Töchter-Sängerinnen Serena Sáenz (als Clarice) und Juliana Zara (als Flamina); sowieso brillierte Ekaterina Bazhanova in ihrer Hosenrolle (als Ernesto).

Die Musik klingt leicht und hat dann, mehr und mehr zum Ende hin, eine gewisse Schwerelosigkeit: tatsächlich fast schon abgehoben wie man es dann heutzutage höchstwahrscheinlich auch mit "Weltraum"-Schwebe in Verbindung bringen würde - alles das sollte womöglich, wenn es bis zum absoluten Ideal hätte getrieben werden wollen, durch den Dirigenten noch mehr federnder (als er es federn ließ) in seiner orchestralen Darreichung gewesen sein, was nicht bedeutet, dass die jungen Musikerinnen und Musiker des Opernorchesters der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin etwa unschwerelose Ambitionen an den Tag gelegt gehabt hätten; im Gegenteil.

Grandios komponiertes (und gesungenes wie musiziertes) Stück-Finale - was für Gänsehaut!

Sehr stimmungsvoll - ja, diesen Haydn MUSS man gesehen und gehört haben!! Lohnt sich, glauben Sie mir!




Il mondo della luna durch die HfM Hanns Eisler Berlin | Foto (C) Janine Escher

Andre Sokolowski - 27. April 2018
ID 10672
IL MONDO DELLA LUNA (Studiosaal, 26.04.2018)
Musikalische Leitung: Byron Knutson
Regie und Bühnenbild: Michiel Dijkema
Kostüme: Adrian Stapf
Besetzung:
Bonafede ... Bastian Levacher
Clarice ... Serena Sáenz
Ecclitico ... Sotiris Charalampous
Cecco ... Sungho Kim
Lisetta ... Ivon Mateljan
Ernesto ... Ekaterina Bazhanova
Flaminia ... Juliana Zara
Claudio ... Rory Green
Pasquino ... Bruno Meichsner
Fabrizio ... Fermin Basterra
Prospero ... Kristaps Ivanovs
Opernorchester der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin
Premiere an der HfM Hanns Eisler war am 26. April 2018.
Weitere Termine: 27.-29.04. / 02., 03.05.2018


Weitere Infos siehe auch: http://www.hfm-berlin.de


http://www.andre-sokolowski.de

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