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Konzertkritik

Baltisch,

beide


Mariss Jansons dirigierte
Jean Sibelius


(C) Bayerischer Rundfunk

Bewertung:    



Der Lette Mariss Jansons, der mitunter als der beste Dirigent der Welt gepriesen wird, und die Berliner Philharmoniker kennen sich schon seit über 40 Jahren; ja und wenn er jetzt mit seinen mittlerweile 74 Lenzen nicht "so alt" gewesen wäre, hätte es gut möglich sein können, dass Jansons gar als Nachfolger von Simon Rattle (der bekannter Maßen das Orchester in 2018 abgibt) in die enge Wahl hätte gelangen können. "Ich liebe dieses Orchester", tat er der Berliner Morgenpost gestehen, und: "Es ist mir jedes Mal eine Freude, mit dem Spitzenorchester zu musizieren." Doch das sagen ja wohl alle, die hier dirigieren.

*

"Jansons wurde in Riga als Sohn des lettischen Dirigenten Arvīds Jansons geboren. Seine Mutter Iraida, eine jüdische Sängerin, brachte ihn in einem Versteck zur Welt, in das sie sich geflüchtet hatte, nachdem ihr Vater und ihr Bruder im Rigaer Ghetto umgekommen waren. 1946 gewann sein Vater den zweiten Preis in einem nationalen Wettbewerb und wurde von Jewgeni Mrawinski zu seinem Assistenten bei den Leningrader Philharmonikern gemacht. 1956 folgte ihm seine Familie nach.

Jansons studierte Violine, Klavier und Dirigieren am Leningrader Konservatorium und ging 1969 nach Österreich, wo er seine Ausbildung bei Hans Swarowsky und Herbert von Karajan fortsetzte. 1973 wurde er wie sein Vater zuvor stellvertretender Dirigent der Leningrader Philharmoniker. Von 1979 bis 2000 war er Leiter des Osloer Philharmonie-Orchesters, mit dem er zahlreiche Aufführungen, Aufnahmen und Tourneen hatte. 1996 erlitt er beim Dirigieren der letzten Partiturseiten von La Bohème einen lebensbedrohlichen Herzanfall auf dem Podium in Oslo (sein Vater war beim Dirigieren verstorben). 1992 wurde er zum Haupt-Gastdirigenten des London Philharmonic Orchestra, 1997 zum Chefdirigenten des Pittsburgh Symphony Orchestra ernannt. Seit Herbst 2003 ist er als Nachfolger Lorin Maazels Chefdirigent beim Chor des Bayerischen Rundfunks und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, seit September 2004 zusätzlich Chefdirigent des Amsterdamer Concertgebouw-Orchesters, hier in der Nachfolge von Riccardo Chailly."


(Quelle: Wikipedia)

*

Wenzel Fuchs spielt zu Beginn dieses so unendlich elegisch-einsam sich aus Ostsee-Salzwasser herausschälende Klarinetten-Solo - so beginnt die 1. Sinfonie e-Moll von Jean Sibelius, komponiert in 1899 (als Sibelius 34 Jahre jung gewesen war). Ein insbesondere durch seine nebulöse Koloristik zwingend schönes und auch unheimliches Stück Musik, in dem es - was wir Hörer gern, bis heute, innig nachvollziehen wollen - um den "Kampf" des Einzelnen mit jenen ihn umgebenden Naturgewalten (Meer und Land und Wetter) geht. Ein böser Widersacher oder Konkurrent bzw. Feind oder Vernichter unsers Helden existiert in diesem Opus freilich nicht; allein nur zwischen ihm sowie den sog. Elementen dreht sich Alles, und die "Handlung" könnte so vielleicht auch auf 'nem gottverlassen vor sich hin treibenden Kahn mit Segeln spielen, wo nur er, will sagen unser Held, das Ruder in der Hand behalten muss, um möglichst dann auf offner See nicht gleich wohl bei der ersten steifen Brise abzusaufen. Heldenarbeit kann schon ziemlich anstrengen...

Und Jansons, wie wir schlussfolgern (und fühlen!), hat natürlich mit den Sinfonien von Sibelius, welcher - wie der Dirigent - dem Baltischen so nahe und vertraut ist, viel zu tun; er hatte/hat sie auch bisher dann nicht nur einmal auf CD verewigt. Umso schöner, dass wir ihn jetzt, und in echt, mit den Berliner Philharmonikern am Auserkunden dieses Weitauslaufenden, dies' Zwischen-Himmeln-und-der-Erde-möglich-Seienden begleiten konnten! Ja, so derart unbegreiflich und auch unbeschreibbar schön, dass sich der Rezensent (zu seinem eig'nen Seelenheil) entschlossen hatte, nicht dem Rest dieses Konzertabends mehr beiwohnen zu wollen, weil er einfach mit Sibelius pur seine Nachhausereise anzutreten willens war - und sonst mit nichts...

Andre Sokolowski - 29. April 2017
ID 9993
BERLINER PHILHARMONIKER (Philharmonie Berlin, 27.04.2017)
Jean Sibelius: Symphonie Nr. 1 e-Moll op. 39
Carl Maria von Weber: Konzert für Klarinette und Orchester Nr. 1 f-Moll op. 73
Béla Bartók: Suite aus Der wunderbare Mandarin Sz 73
Andreas Ottensamer, Klarinette
Berliner Philharmoniker
Dirigent: Mariss Jansons


Weitere Infos siehe auch: http://www.berliner-philharmoniker.de


http://www.andre-sokolowski.de

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