| Ring 10010110 - vom Mythos zum Code
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Vergleich mit
Hermann Nitsch
DIE WALKÜRE
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Musikalische Bewertung:
Gestern setzte sich die von der KI visualisierte Zufallsflut auf die durchsichtigen Trennwände im großen Festspielhaus fort, und es vollzog sich genau nach dem gleichen Muster wie beim tags zuvor bereits erlittenen Rheingold - und ich will daher auch nicht in jeder weiteren Kritik (Siegfried und Götterdämmerung folgen noch) dasselbe anmerken, was ich gestern bereits anmerkte, nein, so viel Langeweile beim Lesen mag ich keinem zumuten.
Ein kurzfreudiges Aha-Erlebnis bescherte mir diese KI dann trotzdem, denn sie erinnerte "freundlicherweise" an die hochgrandiose Walküre-Performance von Hermann Nitsch (1938-2022), die die Festspielleiterin in der damaligen Corona-Krise (bei der bekanntermaßen auch die Festspiele zwischenzeitlich auf der Kippe standen) kurzfristig ansetzte und mit ihr eine der wahrlich spektakulärsten Aufführungen in der mittlerweile 150-jährigen Geschichte der Festspiele initiieren konnte! Da spielte die KI also während des 2. Akts paar Szenenbilder ein, auf denen zwei der Nitsch-Assistenten zu sehen waren, wie sie mit dem Herunterfließenlassen der roten Farbe auf der blütenweißen Leinwand zuwerke gegangen waren...
Ansonsten gab es, neben den üblichen Bühnenbild-Verwischungen aus früheren RING-Inszenierungen, diverse Bild-Einsprengsel mit den Konterfeis von Lenin, Hitler und/ oder Thomas Mann (wahrscheinlich wegen seiner Erzählung Wälsungenblut) und vieles andere mehr; und wieder nervte alles das, aber wie!!
Also kommen wir zum rein Musikalischen:
Der Klang des Festspielorchesters unter Christian Thielemann: eine Wonne sondergleichen.
Es gab zwei erstaunlich hörenswerte Rollendebüts: Camilla Nylund (als Brünnhilde) und Elza van den Heever (als Sieglinde), und auch Anna Kissjudit mit ihrem extremtiefen Alt hatte ich bisher noch nie als Fricka irgendwo erlebt.
Klaus Florian Vogt (als Siegmund): Kennen wir schon aus der vergnüglichen Valentin-Schwarz-Inszenierung der vergangenen Jahre.
Und Michael Volle gibt kräftemäßig das Letzte, was er geben kann, er hält also tapfer bis zum Schluss durch, und anstrengender wird es für ihn in Siegfried dann gottlob nicht mehr, da hält sich der stimmliche Aufwand ohnehin etwas in Grenzen; der Walküre-Wotan ist und bleibt halt das physisch ziemlich Niederstreckendste, was einem Heldenbariton passieren kann.
Mika Kares singt den Hunding, und das macht er erwartungsgemäß ganz gut.
Das Gruppengekreische des Walküren-Oktetts [alle Namen s.u.] hört sich wie eh und je arg gruslig an; und jede der Beteiligten muss darauf achten, dass sie schlagkräftig genug zu uns herüber kommt, sonst bräuchte man sie schließlich nicht für diese ihre Stimmbänder mehr als fordernde Fronarbeit zu engagieren.
Die allgemeinen Textverständlichkeiten sind bemerkenswert.
Riesenjubel im Tempel.
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Ring 10010110 - vom Mythos zum Code: KI-visualisierte Szene in der Walküre bei den BAYREUTHER FESTSPIELE 2026 | Foto (C) Enrico Nawrath
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Andre Sokolowski - 29. Juli 2026 ID 15967
DIE WALKÜRE (Festspielhaus, 28.07.2026)
Musikalische Leitung: Christian Thielemann
Kurator: Marcus Lobbes
Künstlerisch-technische Konzeption: Marcus Lobbes und Nils Corte
Dramaturgie: Andri Hardmeier
Digital- und KI-Storytelling: Roman Senkl
Creative Code / Visual Art: Nils Corte und Phil Hagen Jungschlaeger
Bühne: Wolf Gutjahr
Kostüme: Pia Maria Mackert
Besetzung:
Siegmund ... Klaus Florian Vogt
Hunding ... Mika Kares
Wotan ... Michael Volle
Sieglinde ... Elza van den Heever
Brünnhilde ... Camilla Nylund
Fricka ... Anna Kissjudit
Gerhilde ... Martina Welschenbach
Ortlinde ... Brit-Tone Müllertz
Waltraute ... Karis Tucker
Schwertleite ... Freya Apffelstaedt
Helmwige ... Magdalena Hinterdobler
Siegrune ... Alexandra Ionis
Grimgerde ... Marie Henriette Reinhold
Rossweisse ... Natalia Skrycka
Festspielorchester
Premiere bei den Bayreuther Festspielen: 28. Juli 2026
Weitere Termine: 05., 13.08.2026
Weitere Infos siehe auch: https://www.bayreuther-festspiele.de
https://www.andre-sokolowski.de
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