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Konzertbericht

Igor Levit mit dem

3. Klavierkonzert

von Prokofjew



Bewertung:    



Der zweite Berliner Prokofjew-Abend mit dem Budapest Festival Orchestra unter Iván Fischer begann mit einem Werk, dessen Eingangsmotiv oder -melodie eigentlich jeder (also auch jeder Laie, sofern ihm klassische Musik nicht ganz zuwider ist) kennen dürfte - woher genau, war mir selbst, was mein persönliches Aha-Erlebnis angeht, nicht ganz klar, auf alle Fälle hatte ich es nicht zum ersten Mal gehört... Gemeint ist Prokofjews 1919 im Auftrag des Zimro Ensembles in New York komponierte und ein Jahr später dortselbst uraufgeführte Ouvertüre über hebräische Themen op. 34, bei der er sich von jüdischen Volksweisen in der Klezmer-Tradition inspirieren ließ.


"Das bekannteste Hauptthema (oft von der Klarinette gespielt) klingt wie eine typische Klezmer-Melodie – mit den charakteristischen Tonleitern, Verzierungen und melancholisch-tänzerischen Wendungen. Es lässt sich aber keiner eindeutig identifizierbaren historischen Volksweise zuordnen, sondern ist eher eine künstlerische Verarbeitung mehrerer Vorlagen", klärte mich ChatCBT, danach gefragt, kurz auf.


Und gleich am Anfang tritt Ákos Ács, der Soloklarinettist des BFO, aus dem Orchester, um sich neben und etwas später vor Iván Fischer zu positionieren; er spielt also den Solopart dieses in Klezmer-Manier in Noten gesetzten Stücks, und das gefiel dann nicht nur mir besonders gut.


*

Darauf ein fast fliegender Wechsel, denn - der Deckel des Steinways wird von einem Orchesterwart hochgeklappt, und Igor Levit gesellt sich hinzu; er wird gleich Prokofjews 3. Klavierkonzert spielen...


Levit sagt in seinem Erklär-Video, es sei "der unbestrittene Superstar" aller fünf Klavierkonzerte von Prokofjew, "das meist geliebte, meist gefeierte Stück von allen [...] voller Lebensfreude, voller Energie, voller Lyrik und ein Stück, das mit einem weiten, wunderschönen hellen Naturbild beginnt. Stellt euch vor, ihr seid in den Bergen, ihr macht die Augen auf, ihr seht die Sonne aufsteigen, in einer großen wiesenhaften Landschaft"...



Screenshot d. YouTube-Videos der Konzertdirektion Adler mit Igor Levit zu PROKOFJEW KOMPAKT vom 23. bis 25. März 2026 in der Philharmonie Berlin; er erklä#rt das 3. Klavierkonzert | Zugriff: 25.03.2026


Und genauso war's, genauso machte ich es (wie im Video gesagt); ich schloss also die Augen und stellte mir vor, dass ich sie öffnete und die Sonne "in einer großen wiesenhaften Landschaft" aufgehen sehen würde...

Klappte, ja; so Imagination wirkt irgendwie dann immer.

Der erste Satz begann übrigens - wie auch bei Prokofjews zuvor erlebter Ouvertüre - mit einem Klarinettensolo im gemütlichsten Andante - und dann wurde es doch immer schneller und rhythmischer, ward spritzig und energiegeladen; unbedingt auch wieder was für Tastenvirtuosen.

Im zweiten Satz mehr Schlichtes, ein Motiv wird fünfmal variiert.

Bis dann im dritten und letzten Satz die technischen wie gleichsam auch artistischen Anforderungen des Komponisten an seinen auszuführenden Protagonisten am Klavier ins wiederum erwartbar Maßlose zu geraten schienen - und Levit und Fischer und das BFO gerieten völlig außer sich; der Schlussakkord befreiend-krachend nach Ekstasen ohne Unterlass.

Jubel über Jubel.


* *

Nach der Pause spielte das BFO die Cinderella-Suite op. 87.

Andre Sokolowski - 25. März 2026
ID 15764
PROKOFJEWS KLAVIERKONZERTE II (Philharmonie Berlin, 24.03.2026)
Sergej Prokofjew: Ouvertüre über hebräische Themen op. 34
- Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 C-Dur op. 26
- Cinderella, Suite: AuszügeIgor Levit, Klavier
Budapest Festival Orchestra
Dirigent: Iván Fischer
Eine Veranstaltung der Konzertdirektion Hans Adler


Weitere Infos siehe auch: https://www.igor-levit.de/


https://www.andre-sokolowski.de

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