11 Jahre
dazwischen
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Das letzte Mal, dass ich Ein deutsches Requiem mit dem Brahms-, Bruckner- und Beethovenkenner Christian Thielemann live sah und hörte, war vor 11 Jahren, als er es mit den Berliner Philharmonikern aufführte, und ich schien mir ziemlich sicher, dass es "damals" das für ihn wahrscheinlich beste Konzert gewesen sein muss, was er bis dahin in der Hauptstadt dirigierte... Erinnern wir uns: Thielemann stand zu der Zeit der Sächsischen Staatsoper Dresden vor; und hätte er es zu der Zeit jemals für möglich halten wollen, dass die seinen Vertrag (aus was weiß ich für "niederen" Gründen) nach 2024 nicht verlängerte und er - so überraschend wie folgerichtig - den nicht minder lukrativen Posten eines Generalmusikdirektors der Staatsoper Unter den Linden, und zwar auf eindringliche Empfehlung des inzwischen erkrankten also amtsunfähig gewordenen Daniel Barenboim hin, angetragen bekam? Geschichten, die das Leben schreibt.
Jetzt führte er das Werk erneut im fast voll besetzten Großen Saal der Philharmonie Berlin - diesmal mit "seinem neuen" Orchester, der 456-jährigen Staatskapelle Berlin - auf; und ob er sich an das 2015er Konzert dortselbst erinnerte? (Ich selbst bevorzuge ja unstatthafterweise, und zwar seit jeher, die Staatskapelle im Vergleich zu den Philharmonikern.)
Von den 83 Musikerinnen und Musikern (der mitwirkende Gast-Organist wurde leider im Programmheft nicht benannt) gingen dann auch die markantesten Impulse aus.
Der Staatsopernchor (ordentlich einstudiert von Dani Juris) hinterließ einen respektablen Eindruck - er ist zwar kein ausgewiesener Konzertchor, und mit den beiden Berliner Rundfunkchören kann er es ohnehin nicht aufnehmen, schlägt bzw. schlug sich dennoch äußerst tapfer; freilich klingt er nicht annähernd so homogen wie die genannten Superstars, aber unter Berücksichtigung dessen, dass er sich "zwischendurch" wieder mal statt einer Oper einem Paradebeispiel der Chorsinfonik annahm, war es (für mich, wohl gemerkt) weniger verstörend als zu befürchten gewesen wäre... Nein, ich will nicht meckern.
Zum Hinknien: der Bariton von Samuel Hasselhorn!
Und auch Nikola Hillebrands "Ihr habt nun Traurigkeit" erzeugte bei mir Gänsehaut.
Lang anhaltender Beifall für ein schönes Konzert.
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Nach dem Staatskapelle Berlin-Konzert mit Brahms´ Ein deutsches Requiem in der Philharmonie Berlin am 27. Januar 2026 | Foto (C) Stephan Rabold
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Andre Sokolowski - 28. Januar 2026 ID 15671
STAATSKAPELLE BERLIN (Philharmonie Berlin, 27.01.2026)
Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem op. 45
Nikola Hillebrand, Sopran
Samuel Hasselhorn, Bariton
Staatsopernchor
(Einstudierung: Dani Juris)
Staatskapelle Berlin
Dirigent: Christian Thielemann
Weitere Infos siehe auch: https://www.staatskapelle-berlin.de
https://www.andre-sokolowski.de
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