| BAYREUTHER FESTSPIELE 2026
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Wenn die
Stimme zu
versagen
droht
BRÜNNHILDE BRENNT von Bernhard Lang & Michael Sturminger
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Catherine Foster als Hermine in Brünnhilde brennt von Bernhard Lang & Michael Sturminger - einem Auftragswerk der BAYREUTHER FESTSPIELE 2026 | Foto (C) Enrico Nawrath
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Bewertung:
Zirka zwei Stunden Aufführungsdauer misst die Kammeroper Brünnhilde brennt des österreichischen Zweierteams Bernhard Lang & Michael Sturminger, wobei der Erstgenannte die Musik komponierte und der Zweitgenannte das Libretto hierzu schrieb und es als Ein musikalisches Spiel mit dem Feuer untertitelte. Es ist eine Auftragsarbeit der BAYREUTHER FESTSPIELE anlässlich ihres 150-jährigen Jubiläums, und koproduziert wurde und wird sie mit der Oper Dortmund (dort findet im April 2027 die szenische Uraufführung statt), während sie jetzt schon (konkret am 3. August 2026) konzertant im schönen Friedrichsforum das allererste Mal zu Gehör gebracht worden war - ich besuchte die Generalprobe zwei Tage zuvor...
"Die Sängerin Hermine erwacht schweißgebadet in ihrem Bayreuther Hotelzimmer: Morgen soll sie auf dem Grünen Hügel als neue Brünnhilde debütieren. Wird sie den hohen Erwartungen an sie standhalten, oder - ähnlich wie ihr szenisches Alter Ego Brünnhilde - an ihrem eigenen Tun zugrunde gehen? Panisch will sie die Flucht ergreifen, findet sich mit einem Mal jedoch auf einer Opernbühne wieder.
[...]
Abermals erwacht Hermine in ihem Hotelzimmer - und findet sich in einem weiteren Albtraum wieder: Sie hat ihre Stimme verloren."
(Quelle: Libretto Brünnhilde brennt von Bernhard Lang)
Die Hermine-Brünnhilde (oder auch:) Brünnhilde-Hermine scheint der US-Amerikanerin Catherine Foster, die im RING was weiß ich wieoft und wo überall schon die weibliche Hauptrolle gegeben hatte - allein in Bayreuth war sie hiermit in den letzten beiden Zyklen (sowohl in der Inszenierung von Frank Castorf als auch in der von Valentin Schwarz, wo sie gottlob und rechtzeitig die Sing-Sirene Iréne Theorin nach derem ersten Gesamtdurchlauf ablöste) präsent - wie auf den Leib geschrieben zu sein; es ist ihr Thema, und wahrscheinlich wird es allen ihren Kolleginnen und Kollegen so ergehen, dass sie sich am meisten davor fürchten, dass ihre Stimme (kurz vor der Premiere oder überhaupt bevor sich der Lappen für sie heben würde) versagt. Und ausgerechnet diese Autopanik, diese Todesangst der Sängerin mitohne Stimme hätte völlig ausgereicht, um dieser fürs Libretto tauglichen Figur so eine Art von "Tod und Leben" einzuhauchen - auch ohne all diese zuzüglichen RING-Zweitfiguren (Helmwige, Woglinde, Waltraute, Wellgunde, Schwertleite, Erda, Flosshilde, Wotan, Alberich und Siegfried) resp. der drei Dramaturginnen sowie des Regisseurs sprich Richard Wagner höchstpersönlich. Natürlich treten die dann alle lediglich in der abstrusen Traum- und/ oder Albtraumwelt Hermines auf; und dann entspinnt sich aber, völlig überflüssigerweise, noch so eine kaum nachvollziehbare Geschichte um drei plötzlich verschwundene und dann wieder aufgetauchte Ringe, und am Schluss kommt gar noch die Nathan'sche Ringparabel vom guten alten Lessing mit ins Spiel, o Gott o Gott!!
Nichtsdestotrotz hatte die Foster dennoch ihre helle Freude mit ihrer Herminenbrünnhilde (oder auch:) Brünnhildenhermine, und mein Lieblingssatz aus dem Libretto lautete:
"Fahr' zur Hölle, du Schwein."
Damit meinte sie Siegfried (Sungho Kim), der sie im Traum beim Schlafen unzüchtig beobachtet hätte - und dann gab sie schließlich noch Joachim Goltz (als Richard Wagner und/ oder Regisseur) eine saftige Ohrfeige, die sich gewaschen hatte.
Allerliebst.
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Der gesamte Cast von Brünnhilde brennt im Friedrichsforum Bayreuth | Foto (C) Enrico Nawrath
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Musikalisch waberte das Stück durch verschiedene Stile und Stilrichtungen, und das sängerische Personal wurde elektronisch verstärkt, und es gab auch jede Menge Synthesizer-Applikationen (durch Koji Ishizaka und Karl Hirzer) zwischen dem "herkömmlich" Musizierten durch zwölf Mitglieder und Gäste der Dortmunder Philharmoniker [alle Namen s.u.]
Dirgiert hatte Jonathan Stockhammer.
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Andre Sokolowski - 4. August 2026 ID 15975
BRÜNNHILDE BRENNT (Friedrichsforum Bayreuth, 01.08.2026)
Ein Spiel mit dem Feuer - von Bernhard Lang (Komposition) & Michael Sturminger (Libretto)
Catherine Foster (Hermine, Sängerin der Brünnhilde)
Sooyeon Lee (1. Dramaturgin, Helmwige, Wellgunde)
Tanja Christine Kuhn (2. Dramaturgin, Waltraute, Woglinde)
Nefeli Kotseli (3. Dramaturgin, Schwertleite, Erda, Flosshilde)
Joachim Goltz (Richard Wagner, Regisseur)
Mandla Mndebele (Sänger des Wotan)
Morgan Moody (Sänger des Alberich)
Sungho Kim (Sänger des Siegfried)
Mitglieder und Gäste der Dortmunder Philharmoniker:
Shinyoung Kim (Violine 1)
Gesa Renzenbrink (Violine 2)
Seulki Ha (Viola)
Andrei Simion (Violoncello)
Matthias Botzet (Kontrabass)
Veronika Giesen (Klarinette)
Jan Wilhelm Brnnefeld (Bassklarinette)
Sze Fong Yeong (Horn)
David Aguilar Troyano ( Trompete)
Leander Seidenbusch (Posaune)
Kes Kunze (Schlagzeug 1)
Florian Köhn (Schlagzeug 2)
Dirigent: Jonathan Stockhammer
Generalprobe war am 1. August 2026.
UA in konzertanter Form: 3. August 2026
Szenische Erstaufführung an der Oper Dortmund: 4. April 2027
Weitere Termine (in Dortmund): 24.04./ 21.05.2027
Koproduktion mit der Oper Dortmund - ermöglicht durch die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth e.V.
Weitere Infos siehe auch: https://www.bayreuther-festspiele.de
https://www.andre-sokolowski.de
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