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Konzertbericht

Wind &

Wetter

Stockhausens HELIKOPTER-STREICHQUARTETT fand dennoch statt


Bewertung:    



Große (will sagen: wahrlich große) Ereignisse werfen ihre Schatten voraus:

Aviel Cahn, der neue Intendant der DEUTSCHEN OPER BERLIN, hat sich für seinen Amtsantritt kein "unspektakuläreres" Werk als Mittwoch aus LICHT von Karlheinz Stockhausen (1928-2007) ausgesucht - die musikalische Uraufführung fand 2003 (im Radio des SWR2), die szenische 2012 (bei Argyle Works im Rahmen des London 2012 Festival durch die Birmingham Opera Company) statt. Es ist der aufwändigste Teil aller sieben Wochentage und wird nunmehr am 19. September seine deutsche Erstaufführung erleben; und was den sonstigen deutschen Großanteil an Stockhausens LICHT-Zyklus betrifft, wurden Dienstag und Freitag 1993 und 1996 in Leipzig sowie Sonntag 2011 in Köln szenisch uraufgeführt. [Der Schreiber dieser Zeilen war damals bei den Leipziger Premieren, seine Kollegin Karoline Bendig bei der zweitägigen Kölner Premiere live vor Ort.]

Unverzichtbarer Bestandteil vom Mittwoch ist das längst berühmt gewordene Helikopter-Streichquartett (1995 separat beim Holland Festival in Amsterdam uraufgeführt):



"Hier erweitert Stockhausen den musikalischen Raum über den Theaterraum hinaus: Die Mitglieder eines Streichquartetts sitzen in vier hoch über dem Publikum kreisenden Hubschraubern. Die Streicherklänge mischen sich mit den Geräuschen der Rotorenblätter und werden aus luftigen Höhen in den Zuschauerraum geschickt. Für unsere Produktion wird das Quartett als einmaliges Event live für die ganze Stadt aufgeführt; die filmische Aufzeichnung des Quartetts wird Teil der Inszenierung." (Quelle: deutscheoperberlin.de)


Gesagt, getan [s.o.]:

Nur dass halt - ausgerechnet gestern Nachmittag, als es live vom Flugplatz Schönhagen in die DOB gestreamt werden sollte - Wind & Wetter nicht mitspielten, d.h. die Flugshow [s. Fotos unten] fand zwar statt, aber die eventbegleitende Moderation und Direktschalte aus den vier Cockpits der Helikopter, in denen neben den Piloten unsere Musikerinnen und Musiker (die beiden Geigerinnen Anna Matz, Monia Rizkallah, die Bratschistin Kirsikka de Leval Jezierski und der Cellist Arne-Christian Pelz) angeschnallt gewesen waren und von dort aus ihre jeweiligen Parts spielten, funktionierte aus unerklärlichen elektromagnetischen Gründen leider nicht so wie es geplant gewesen war; die Live-Bilder und -töne zuckelten, stockten, verschwammen, verzerrten und verschwanden zwischendurch, sodass sich der Veranstalter (allen voran der mit Humor und Gelassenheit das Ganze für uns Public-Viewing-Besucher kommentierende Operndirektor Christoph Seuferle) entschloss, das bei der Generalprobe am Vormittag vorproduzierte Video nach einer kurzen Verschnaufpause auf den Eisernen Vorhang aufzuspielen.

Ja und da sahen und hörten wir dann das, was wir eigentlich hätten live sehen und hören wollen, und das war an sich schon spektakulär genug:




Blick zum Himmel - beim Helikopter-Streichquartett von Karlheinz Stockhausen am 5. September 2026 im Flughafen Schönhagen | Foto (C) Marcus Lieberenz


Die Helikopter hoben also ab, das Streichquartett entschwand somit in seiner Viergeteiltheit in die Lüfte, tremolierte zirka eine halbe Stunde lang auf seinen Instrumenten, zählte zwischendurch dann immer wieder mal von 1 bis 11 oder noch weiter und dann wieder zurück und reduzierte seinen musizierenden Verve bishin zur Landung, sodass "es" dann immer langsamer und ruhiger klang analog dem Auspropellern der Rotorenblätter... Und alle standen letzten Endes wieder heil auf Mutters Erde, und die neue Chef- und LICHT-Dreamaturgin Beate Breidenbach führte locker ihre Gruppeninterviews, und währenddem sahen wir schließlich alle Live-Beteiligten, so auch die vier Piloten und vier Tontechniker.




LICHT-Dramaturgin Beate Breidenbach im Gespräch mit den drei (auf dem Bild zu sehenden) Musikerinnenn des Helikopter-Streichquartetts von Karlheinz Stockhausen am 5. September 2026 im Flugplatz Schönhagen bei Berlin; der Cellist (hier nicht im Bild) war selbstverstndlich auch von ihr interviewt worden... | Foto (C) Marcus Lieberenz


*

Totale Spannung und Vorfreude auf übernächsten Samstag (Premiere Mittwoch aus LICHT)!

Andre Sokolowski - 6. September 2026
ID 16025
Weitere Infos siehe auch: https://www.andeutscheoperberlin.de


https://www.andre-sokolowski.de

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