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CD-Kritik

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Fragte man nach einem Komponisten, dessen Name und dessen Eigenart bekannter sind als sein Werk, würde vermutlich als einer der ersten Niccollò Paganini genannt. Der Ruf der legendären Virtuosität seines Violinspiels hat ihn bis heute überlebt. Selbst die Variationen über ein Thema von Paganini von Brahms und Rachmaninow sind wohl populärer als Paganinis eigene Variationen.

Jetzt hat das Goldmund Quartett zusammen mit der italienischen Gitarristin Carlotta Dalia eine CD mit Werken des „Teufelsgeigers“ vorgelegt. Das Besondere dieser Aufnahme besteht darin, dass sie auf Instrumenten aus Paganinis Besitz gespielt wird. Die Originalklangbewegung ist in die Jahre gekommen, der missionarische Eifer ihrer Befürworter hat sich verflüchtigt, das Argument, dass wir Musik mit heutigen Ohren, nicht historisch hören, wird weitgehend anerkannt, und so existieren die Auffassungen friedlich nebeneinander. Aber die Interpretation auf Instrumenten aus der Zeit, in der die Musik entstanden ist, also vor rund 200 Jahren, ist nicht nur informativ, sondern auch ästhetisch reizvoll. Sie klingen trockener, spröder als ihre modernen Nachfolger, verleihen den Kompositionen schärfere Konturen.

Den Anfang macht Paganinis fünfsätziges, sein letztes Gitarrenquartett Nr.15 in a-Moll, ein Quartett also, in dem die Gitarre den Platz der üblichen zweiten Violine und die Bratsche die herkömmliche Position der ersten Violine einnimmt. Der gewohnten Besetzung begegnet man dann im 3., wiederum letzten Streichquartett Paganinis.

Dazwischen und danach brilliert Carlotta Dalia solistisch mit zwei Bearbeitungen für Gitarre, deren zweite Donizetti zugeschrieben wird. Ganz am Schluss erfreuen schließlich doch noch Paganinis ausgebeutete Variationen, die letzte der 24 Capricci per violino solo, in einer Bearbeitung für Gitarre und Streichquartett.



Thomas Rothschild – 12. September 2026
ID 15984
Berlin Classics-Link zur Paganini-CD


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