Liebe verboten
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Sonya Yoncheva (als Julia) in Spontinis La Vestale an der Staatsoper Unter den Linden | Foto (Detail): Stephan Rabold
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Bewertung:
Kaum wer kannte bisher La Vestale von Gaspare Spontini (1774-1851).
Außer Sie vielleicht?
Wie, Sie auch nicht?? Na da bin ich ja beruhigt.
"La Vestale bescherte Gaspare Spontini 1807 im napoleonischen Paris den bis dahin größten Erfolg. Von 1820 bis 1841 leitete er als Preußischer Generalmusikdirektor die Königliche Oper in Berlin. Mit ihren groß dimensionierten Szenen wurde La Vestale eine der erfolgreichsten Opern des 19. Jahrhunderts. Die komplexen Chorstimmen, instrumentalen Effekte und Ballettmusiken prägten Komponisten wie Richard Wagner und Hector Berlioz." (Quelle: staatsoper-berlin.de)
Also war Spontini einer der Vorgänger vom Thielemann, okay - und warum dauerte es dann "bis jetzt", dass man im ersten Haus am Platz keine Erinnerungsarbeiten zum Gedenken an den früheren Lindenoper-GMD veranstaltete; immerhin war er ja, außer Lindenoper-GMD, auch Komponist - ich frage gleich mal ChatCBT, ob diesbezüglich doch zu unsern Lebzeiten irgendwas stattfand; mom...
Null Resultat.
Angeblich gäbe es "keinen belastbaren Nachweis für eine Aufführung zwischen 1945 und 2020".
Dann zu den Akten.
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Lydia Steier (Regie) sowie Etienne Pluss & Katharina Schlipf (Ausstattung) bemühten sich jetzt um die höchstwahrscheinlich allererste Lindenoper-Reprise der Vestalin, seit Spontini vor 175 Jahren das Zeitliche segnete.
"Julia ist bereit, das ihr auferlegte Gesetz zu brechen und lässt ihren geliebten Licinius an den Ort, wo sie nachts ein Feuer bewachen muss. Die Vestalin, Priesterin der Göttin Vesta, widersetzt sich dem 'heiligen Gesetz' und dem Hohepriester als dessen Hüter. Julia folgt ihrer Liebe und damit der Natur des Menschen. Für die Oberste Vestalin hingegen ist die Liebe 'ein barbarisches Monster' und Feindin der Göttin Vesta, deren unaufhörlich brennende Flamme die keusch lebenden Vestalinnen zu schützen haben." (Quelle: dto.)
Darum [s.o.] ging es.
Das Stück an sich ist fundamentalistischer Schwachsinn.
Spontinis Musik ist sehr rezitativlastig, hat aber umso schmissigere Militärballetteinlagen.
Die Inszenierung, ganz nebenbei bemerkt, ging dem grauenhaften Libretto auf die infantilste Art und Weise auf den Leim und machte es daher nicht besser, und schon gar nicht mittels ihrer krampfhaften Heutigungen.
Marina Prudenskaya war als Hohepriesterin und Sonya Yoncheva als Julia besetzt, und Julias Geliebter Licinius wurde von David Butt Philip gespielt und gesungen; die Yoncheva musste die meiste Zeit singen, Arie auf Arie, wie sie das allein physisch packte: Respekt.
Dem Staatsopernchor kamen groß angelegte Auftritte zu, allerdings schleppte er an einigen Stellen, war also nicht immer mit dem vorauseilenden Orchester synchron.
Am Pult der Staatskapelle Berlin stand Giuseppe Mentuccia.
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La Vestale von Gaspare Spontini - an der Staatsoper Unter den Linden Foto (C) Stephan Rabold
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Andre Sokolowski - 10. Oktober 2026 ID 16088
LA VESTALE (Staatsoper Unter den Linden, 09.10.2026)
von Gaspare Spontini
Musikalische Leitung: Giuseppe Mentuccia
Inszenierung: Lydia Steier
Bühne: Etienne Pluss
Kostüme: Katharina Schlipf
Licht: Valerio Tiberi
Video: Etienne Guiol
Einstudierung Chor: Dani Juris
Dramaturgie: Olaf A. Schmitt
Besetzung:
Julia ... Sonya Yoncheva
Licinius ... David Butt Philip
La Grande Vestale ... Marina Prudenskaya
Cinna ... Siyabonga Maqungo
Le Souverain Pontife ... Adrian Sâmpetrean
Un Consul ... Hanseong Yun
Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin
Premiere war am 26. September 2026.
Weitere Termine: 30.04./ 06., 08.05.2027
Weitere Infos siehe auch: https://www.staatsoper-berlin.de
https://www.andre-sokolowski.de
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