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Rezension

Filmstart: 1. Mai 2014

Die Schöne und das Biest (F/D 2013)

Regie: Christophe Gans



Warum hast Du so große Ohren?

Die Neuverfilmung des französischen Volksmärchens war die einzige größere internationale Produktion, die die Studio Babelsberg Gruppe im verheerenden Flaute-Jahr 2012 an Land ziehen konnte. Als Visitenkarte für die professionelle und bedarfsgerechte Ausstattung eines Fantasyfilms, die man in Babelsberg zuwege bringt – und zwar sowohl handwerklich-traditionell als auch per Computer – , taugt Die Schöne und das Biest allemal. Eine überzeugend modernisierte Märchenverfilmung ist es weniger – auch wenn die digitalen Tricks nicht ganz so hemmungslos über die Leinwand ausgeschüttet werden wie in den US-Produktionen à la Hänsel und Gretel.

Doch neben einer ähnlichen Tendenz zum übertrieben Spektakelhaften gibt es eine weitere Gemeinsamkeit: Der Hang zum Düsteren, buchstäblich Dunklen. Mehr als in den mittlerweile drei Real- und diversen Trickversionen des Stoffes herrscht bei Fantasy-Spezialist Regisseur Christophe Gans (Pakt der Wölfe) der schwarze Pinsel vor. Damit betont Gans den dramatischen, bisweile tragischen Kern der Geschichte um einen halbanimalischen Prinzen, der fernab der realen Welt ein isoliertes Leben in einem verwunschenen Schloss führen muss. Erst durch Zufall gerät zunächst ein bankrotter Unternehmer (mit angemessen großbürgerlicher Attitüde: André Dussolier) in diese verkarstete Märchenwelt, die er ungewollt aus ihrem Dornröschenschlaf schreckt. Das Opfer, das er bringen soll, nimmt heimlich seine schönste und edelmütigste Tochter auf sich (Léa Seydoux), die auf diese Weise den Prinzen mit dem Löwenkopf kennen und leiben lernt. Denn gar so schröcklich sieht der Verwandelte gar nicht aus, das war auch in den anderen Verfilmungen so.

Dass ausgerechnet Léa Seydoux in dieser deutsch-französischen Koproduktion die Schöne spielen darf, die auf unkonventionelle Weise schön ist - sprich: eher auf einen schroffen, handfesten Typus Frau passt wie in Blau ist eine warme Farbe - erklärt sich wohl damit, dass ihr Großvater als Eigentümer der französischen Gaumont-Studios auch die Rechte für die Neuverfilmung besitzt.

Yvonne Catterfeld, die hier nur eine (wenn auch dankbare) Nebenrolle als Prinzessin spielt, dessen Erschießungstod letztlich dafür sorgt, dass der wackere Prinz sich in das Biest verwandelt und fortan isoliert in seinem verwunschenen Schloss umherstolzieren muss, hätte für die Hauptrolle besser gepasst. Denn sie ist wirklich süß und anmutig und passt in die wallenden Kleider als sei sie damit aufgewachsen.

Die Babelsberger bieten viel Opulenz und digitale Trickwelt auf, was vor allem am Anfang und zum Ende hin beeindruckt, wenn riesenhafte Felsmenschen aus der Erde emporwachsen und Zauberschloss und Prinz aus ihrer Verwunschenheit erlöst werden. Dazwischen wirkt der Film von den künstlichen Tableaus teils überfrachtet und erreicht nicht den Charme und die Raffinesse der eher zurückhaltend ausgestatteten Version aus den 40er Jahren. Dies liegt vor allem daran, dass es an Humor, pfiffigen oder wenigstens grotesken Einfällen mangelt, sondern Regisseur Gans sich sehr auf die Äußerlichkeiten verlässt. So geht die ganze digitale Chose etwas zu glatt über die Greenscreen-Bühne. Von schmalziger Musicalmusik wie in der Version der Disneystudios bleiben wir diesmal immerhin verschont. Der Film ist von der FSK –Bewertungsstelle in Wiesbaden schon ab 6 Jahren empfohlen. Ich finde aber, aufgrund etlicher düsterer Effekte, ist Vorsicht geboten.



(C) 2014 Concorde Filmverleih GmbH



Bewertung:    



Max-Peter Heyne - 1. Mai 2014 (2)
ID 7791

Post an Max-Peter Heyne



 

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