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Kulturspaziergang

Neue Hotspots

von Paris

Teil 1


Das Gebäude der Fondation Louis Vuitton ist einem Segelschiff nachempfunden | Foto (C) Helga Fitzner



Frischer Wind in den Segeln

Paris will noch attraktiver werden und sich vor allem von seiner modernen Seite zeigen. Die Pläne und Realisierung für mehrere Projekte laufen seit längerer Zeit auf Hochtouren. Während das Museum Fondation Louis Vuitton und die Weinkeller von Les Caves du Louvre bereits erfolgreich eröffneten, befindet sich die Münzprägeanstalt Monnaie noch überwiegend in der Planung. Das Terrain von Les Halles ist zum Teil saniert und eröffnet [worüber wir im 2. Teil unserer "Neuen Hotspots von Paris" berichten]. Besonders nach den Anschlägen auf die Redaktion von Charlie Hebdo 2015 und denen vom 13. November 2015 lässt sich Paris nicht unterkriegen und setzt weiterhin auf erweiterte Angebote. Dabei geht es weniger um Einzelprojekte als um kulturelle und städtebauliche Gesamtkonzepte, die Kultursparten, Freizeitangebote und, wenn möglich, die Natur miteinander verbinden wollen.

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Fondation Louis Vuitton


Als Bernard Arnault, der Vorstandsvorsitzende des Luxusartikelkonzerns LVHM, vor Jahren das Guggenheim-Museum in Bilbao erblickte, wusste er es: Der oder keiner. Er war schon länger auf der Suche nach einem Architekten gewesen, der einen wirklich besonderen Ort für die Privatsammlung der Stiftung Louis Vuitton erschaffen sollte. Der 1929 geborene kanadische Meisterarchitekt Frank Gehry ließ sich auf das Abenteuer ein und ersann ein atemberaubendes Gebäude, das für sich allein schon zu einer Entdeckungsreise einlädt. Es ist einem Segelschiff nachempfunden mit zwölf Glassegeln in verschiedenen Farben, die zusammen mit dem Tageslicht und dessen Reflexion des umliegenden Wasserbassins ständig wechselnde Lichtverhältnisse produzieren.



Außenansicht des Gebäudes der Fondation Louis Vuitton | Foto (C) Helga Fitzner


Die Architektur erlaubt ein Zusammenspiel von Innen und Außen mit sich stets wandelnden Perspektiven. Orientierung ist für Erstbesucher kaum möglich, da es keine klassischen Stockwerke gibt. Mit seiner organischen Formgebung fügt sich das Gebäude wunderbar in seinen Standort im Bois de Bologne ein. Alle Segel und viele Einzelbauteile sind Unikate, für die teilweise neue Techniken entwickelt werden mussten. Kein Bauteil könnte durch ein anderes ersetzt werden. Es gibt sogar geflügelte Mitarbeiter: gelegentliche Patrouillenflüge von Falken verhindern, dass sich dort Tauben einnisten können. Das Projekt ist insgesamt sehr verführerisch, weil ihm anzumerken ist, dass es nicht trotz klammer Stadtkassen irgendwie gestemmt worden ist, sondern dass Multimilliardäre aus der Luxusartikelindustrie dahinter stehen. Das zeigt sich auch an der Qualität der Exponate der derzeitigen Ausstellung, Des artistes Chinois à la Fondation Louis Vuitton, die noch bis zum 29. August 2016 zu sehen ist mit einem Begleitprogramm aus Musik, Kino, Aufführungen und Lyrik.



Der Trend geht zu Gesamtkonzepten wie das Gebäude der Fondation Louis Vuitton, das sich „organisch“ in den Bois de Bologne einfügt | Foto (C) Helga Fitzner


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Caves du Louvre

Mehr als nur Weinverkostung: die Caves du Louvre (die Höhlen des Louvre) bieten ein einzigartiges Erlebnis für alle Sinne. Die Weinkeller stammen aus dem 18. Jahrhundert, wurden den heutigen technischen Standards angepasst und 2015 neu eröffnet. In nur einer Stunde lernt man in verschiedenen „Höhlen“ Grundwissen über Wein und dessen Anbau. Man kann Dutzende von Düften raten, indem man an Holzgefäßen schnuppert und schaut, ob bei der Zuordnung in einem Kasten das grüne Licht aufleuchtet. Ein herrlicher Spaß für die ganze Familie. Der Geschmackssinn wird mit Pipetten getestet, die verschiedene Einzelbestandteile von Weinen enthält. Am Ende wird mit den neu erworbenen Kenntnissen auch Wein (oder Traubensaft) verkostet. Wer mehr Zeit hat, kann an einem Workshop zur Weinherstellung teilnehmen und/oder seinen eigenen Wein mischen. So werden Kenntnisvermittlung und Aktionsspaß wunderbar miteinander verbunden.

http://www.cavesdulouvre.com

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Monnaie de Paris

Die Münzprägeanstalt wurde 864 gegründet und ist die älteste Institution von Paris. In den fast zwölf Jahrhunderten hat sich eine großartige Handwerkkunst entwickelt, die aus der Prägung von Münzen, Medaillen und anderen Gravuren besteht. Es gibt Führungen durch den Workshop und die numismatische Sammlung. Um auch für heutige Besucher attraktiv zu sein, gibt es seit 2008 Ausstellungen zeitgenössischer Künstler, wie Philippe Starck und Christian Lacroix. Zur Zeit nähert sich gerade Brut(e) dem Ende, eine Ausstellung von Jannis Kounellis, in der er seiner Leidenschaft für lebendige Objekte treu bleibt. Diesmal sind es putzige und ziemlich entspannte Ratten, die sich offensichtlich gerne von den Besuchern bewundern lassen. Die nächste Ausstellung wird von Bertrand Lavier & Raymond Hains sein (vom 27. Mai bis 17. Juli 2016).



Bei der Führung durch die Münzprägeanstalt wird die Kunst der Gravur an Originalbeispielen erklärt | Foto (C) Roselinde Bon, http://roselinde.me


Die Gebäude waren in den vergangenen Jahrhunderten für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Jetzt sollen Wege zwischen den Häusern entstehen, Wassergärten, bepflanzte Gärten, Geschäfte und Restaurants. Mit deren Eröffnung ist aber vor 2017 noch nicht zu rechnen. Die Lage ist einzigartig, an der Seine in der Nähe der Brücke Pont Neuf.


Helga Fitzner - 29. April 2016
ID 9283
Für die Übernachtung danken wir dem gerade eröffneten Renaissance Paris Republique Hotel. Hier wird in der Küche Bioqualität verwendet unter Einbeziehung regionaler Hersteller und einer benachbarten privaten Bäckerei für wirklich köstliche Backwaren. Marmeladen, Cremes, Joghurts etc. sind aus eigener Herstellung und werden ohne Verwendung von Plastikverpackungen serviert.

Das Hotel liegt in unmittelbarer Nähe des Place de la Republique, wo sich ein Monument mit der Marianne befindet, die seit den Tagen der Französischen Revolution die Freiheit symbolisiert. Derzeit sitzen hier abends die AktivistInnen der Bewegung „Nuit debout“ und leisten ihren ganz eigenen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Stadt und des Landes.


Post an Helga Fitzner

Neue Hotspots von Paris (Teil 2)


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