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Vorsätze für 2020

Lebenslanges Arbeiten, Heilfasten und Bücher veröffentlichen

Bewertung aller 3 Bücher:    



Am Neujahrstag 2020 beginnt nicht nur das neue Jahr, sondern zugleich das dritte Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts. Das Jahr 2020 ist augenfällig nicht nur von seiner Numerologie her besonders. Die zweimalige 20 der neuen Jahreszahl wurde in einigen Medien auch als „magisch“ oder „mystisch“ hervorgehoben.

Die Tage zwischen den Jahren sind eine ideale Zeit, um gute Vorsätze für das neue Jahr mit dieser besonderen Jahreszahl zu fassen. 2019 erschienen mehrere Sachbücher und Ratgeber, die dazu anregten über eigene Gewohnheiten nachzudenken, eigene Fähigkeiten zu überprüfen und den Blick für neue Ideen zu öffnen. Drei von ihnen seien hiermit vorgestellt...


* * *

Alexander Hagelüken | Lasst uns länger arbeiten

Jobs werden heutzutage immer unsicherer. Befristungen, Mini-Jobs und der Niedriglohnsektor nehmen zu. Es gibt weiterhin drei Millionen Arbeitslose in Deutschland. Keine schöne Bilanz, auch wenn die Arbeitslosenquote bei europäischen Nachbarländern wie Frankreich, Italien oder Spanien wesentlich höher ist. Das Sozialsystem trägt nicht mehr, etwa wenn man an das Thema Altersarmut denkt. Alexander Hagelüken, leitender Wirtschaftsredakteur bei der Süddeutschen Zeitung, veröffentlichte 2017 eine hellsichtige Analyse zur bedrohten Mittelschicht in Deutschland. Sein jüngstes Werk Lasst und länger arbeiten. Arbeitswelt umgestalten, Rente retten – im Alter aktiv und zufrieden sein (2019) widmet sich der Rentendebatte und der Zukunftssicherung. Das provokante Sachbuch gelangte dieses Jahr auf die Shortlist für den deutschen Wirtschaftsbuchpreis.

Senioren haben heute glücklicherweise eine bessere gesundheitliche Versorgung als noch vor wenigen Jahrzehnten. Sie können sich fitter halten und werden älter. Aufgrund des demographischen Wandels gibt es jedoch auch zu viele Rentenbezieher und zu wenige Arbeitstätige. Insbesondere Frauen, Arbeitslose, Selbstständige, Ostdeutsche und Migranten unter 50 werden so bald von Altersarmut bedroht. Menschen, die heute in die Rentenkasse einzahlen, müssen deshalb länger arbeiten, erklärt Autor Hagelüken. Das System muss sich ihm zufolge grundlegend umgestalten.
Was ein bisschen auch nach neoliberaler Ausbeutung klingt, möchte zugleich auch ein Plädoyer für eine umgestaltete Berufswelt im Alter sein, in der ältere Mitarbeitende aufgefangen werden. Der mögliche Ruhestand sollte vor allem an die Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer angepasst werden. Das Buch hat Stärken, etwa wenn die Vorteile des längeren Arbeitens für Arbeitnehmer mit sogenannten „krummen“ Lebensläufen erwähnt werden. Auch Privilegien, die heute Beamte genießen, die nicht in das gesetzliche Rentensystem einzahlen müssen, möchte Hagelüken abbauen. Er plädiert für eine Flexibilisierung der Arbeitswelt im fortgeschrittenen Alter, einen Abbau von prekären Beschäftigungsverhältnissen und eine grundlegende Rentenreform. So könnte Arbeiten bis 67 Jahre möglich und attraktiv werden und vielleicht noch weit darüber hinaus. Hagelükens Reformvorschläge für das Rentensystem erscheinen sinnig, da ein sinkendes Rentenniveau, höhere Beiträge und steigende Gesundheitskosten drohen.

Eine Schwachstelle des Buches ist, dass Hagelüken in seinem Werk vor allem populäre Künstler oder Politiker wie die Rolling Stones, Gérard Depardieu oder Donald Trump als arbeitende Vorzeigebeispiele im hohen Alter nennt. Doch Prominente genießen ganz andere Freiräume und Privilegien als eine Altenpflegerin, ein LKW-Fahrer, ein Paketbote, eine Kassiererin, eine Friseurin oder ein Call-Center-Agent. Bei letztgenannten dürfte die Zufriedenheit im Berufsleben oftmals geringer sein als bei Prominenten, die sich selbst verwirklichen und profilieren können und die dabei wertgeschätzt werden. Gutsituierte leben auch durchschnittlich länger als weniger wohlhabende Menschen.

Wenn man bedenkt, dass Rentenangebote mit 63 sehr gerne angenommen werden, erscheint es wenig realistisch, dass das Gros der Deutschen bald wirklich länger arbeiten möchte. Immerhin bieten Hagelükens Ideen einen guten Überblick und allerlei Denkanstöße.



Andreas Michalsen | Mit Ernährung heilen

Noch nie wurde die Menschheit so alt wie heute, und noch nie war Übergewicht so weit verbreitet. Insbesondere die Deutschen leiden als Schlusslicht Westeuropas unter steigendem Übergewicht, der Zunahme chronischer Erkrankungen, schlechter Ernährung, Bewegungsmangel, Tabak- und Alkoholkonsum.

Der Buchmarkt hat reagiert. Verlage bedienen den Buchmarkt mit immer mehr Büchern zum "lässigen" Gemüsegenuss und zu weniger Fleischkonsum. Auch auf dem Kochbuchmarkt ist gesunde Ernährung seit langem ein Erfolgsthema. Es gibt aktuell einen Trend hin zu veganer Ernährung, verbunden mit Tier- und Umweltschutz. Auch Ernährung mit Nachhaltigkeitsanspruch und Kochbücher mit klimafreundlichem Ansatz sind im Kommen. Hier geht es oft auch darum, die Herkunft der Lebensmittel zu kennen. Es gab 2019 einige Sachbuchbestseller zur bewussten Ernährung.

Einer war davon (mit eher lieblosem Buchcover) Mit Ernährung heilen: Besser essen – einfach fasten – länger leben. Neuestes Wissen aus Forschung und Praxis von Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für klinische Naturheilkunde der Charité. In der Einleitung schreibt Michalsen, dass er lange Zeit zwischen Einsätzen mit dem Notarztwagen oft selbst Fast Food und viel Süßes aß. Bald litt er unter erhöhtem Blutdruck und Blutfettwerten. Dies veranlasste ihn, sich mit gesunder Ernährung auseinander zu setzen.

Michalsen beschäftigt sich in einzelnen Kapiteln mit typischen Grundnahrungsmitteln, die er entweder als gesund oder als schädlich einordnet. Er begrüßt es etwa, dass wir in Deutschland jederzeit Avocados, Reis, Tofu, Knoblauch und Ingwer essen und grünen Tee trinken können. Vor Milch und Milchprodukte warnt er jedoch, da diese Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose, Rheuma und entzündliche Darmerkrankungen auslösen und Akne fördern können. Auch Kaffee sollte man lieber mit Mandel-, Hafer- oder Sojamilch trinken, da die gesundheitsfördernde Wirkung von Kaffee durch Zugabe von Kuhmilch aufgehoben werde.

Insbesondere von Alkoholkonsum rät Michalsen dringend ab. So heißt es etwa: „Alkoholkonsum belegt hinter Rauchen und Bluthochdruck Platz 3 bei den häufigsten Todesursachen und gesundheitlichen Einschränkungen.“ (S. 161) Hier werden Symptome und Tätigkeiten etwas unklar aneinandergereiht. Für Laien erscheint das Sachbuch manchmal wenig lesefreundlich, da der Autor viel mit medizinischem oder ökotrophologischem Fachjargon hantiert, ohne dieses Vokabular weiter zu erläutern. Auch lassen sich im Indexverzeichnis nur Krankheitsbilder, jedoch keine Nahrungsmittel nachschlagen.

Immerhin erfährt man viel über gesunde Nahrungsmittel, die man vielleicht noch nicht kennt, wie Süßkartoffeln oder Algen. Es wird sehr ausführlich mit Vorurteilen rund um das Fasten aufgeräumt. Ein Schwerpunkt des Werks beschäftigt sich so mit der Wirkung von Heilfasten und pflanzlicher Ernährung auf chronische Krankheiten wie Krebs. Anders als Diäten, die oft aufgrund des Jojo-Effektes scheitern, bescheinigt Michalsen regelmäßigem Fasten und Intervallfasten auch eine gegensteuernde Wirkung bei Übergewicht. Wer sich für Ernährung und den eigenen Körper interessiert, erfährt hier sicherlich viel Wissenswertes.



Ulla Nedebock | Buch schreiben – Verlag finden

In ihrem kurzweiligen Ratgeber Buch schreiben – Verlag finden gibt Ulla Nedebock Tipps für den Einstieg ins Schreiben und beantwortet Fragen rund ums Strukturieren und Veröffentlichen möglicher eigener Bücher. Nedebock war Buchhändlerin, managte als Redakteurin Buchprojekte, war Lektorin für Ratgeber und Kinderbücher und schrieb als Autorin ebensolche. Aus diesem Fundus an Erfahrungen schöpft sie und nimmt ihre Leser dabei an die Hand. Sie bietet in ihrem Werk einen übersichtlichen und interessanten Einblick in das Schreiben und Veröffentlichen von Büchern.

Nedebock hebt hervor, dass der Flow des Schreibens wertvoll für die eigene Persönlichkeitsentwicklung sein kann, weil er uns in Verbindung mit Erinnerungen und unserem Unbewussten bringt. Tipps wie etwa zum Strukturieren eigener Gedanken durch eine Mindmap, Stichworte oder ein logisches Inhaltsverzeichnis erleichtern den Schreibeinstieg. Auch die mögliche Zielgruppe und Leseransprache sollte bedacht sein. Schreibtermine sollten im eigenen Kalender festgehalten werden, um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, so die Autorin. Erhellend sind insbesondere auch die Kapitel, die von Verlagsverträgen, Literaturagenturen, erfolgsversprechenden Exposés und Selfpublishing handeln.

Ein interessantes Extra sind außerdem die Gespräche Nedebocks mit anderen Autoren wie Heike Abidi, Nicole Weiß, Katia Simon, Gerd Kommer, Nicole Staudinger und Arne Dessaul, die den Band jeweils in ausgewählten Schwerpunkten auflockern und teils eigene Akzente setzen. Für Leser, die sich bereits viel mit Veröffentlichungen, Büchern und dem Verlagswesen beschäftigt haben und auch schon einmal bei namhaften Verlagen gearbeitet haben, bietet der Ratgeber ansonsten wenig Neues. Es kommt auch ein bisschen zu Wiederholungen. Doch Buch schreiben – Verlag finden ist kurzweilig und erlaubt es, das Buch auch auszugsweise zu lesen.






Ansgar Skoda - 29. Dezember 2019
ID 11908

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