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Museum im Check

MUSEUM MMK

FÜR MODERNE

KUNST

in Frankfurt am Main


Das MMK - Museum für moderne Kunst in Frankfurt am Main | Foto (C) Andre Sokolowski


Sie kennen das womöglich auch?

Nachdem Sie einen Freund oder Verwandten bis zum Flughafen begleitet haben und sich, kurz bevor er durch die Sicherheitskontrolle in das Niemandsland verschwindet, auf das Herzlichste von ihm verabschieden, verbleibt Ihnen noch ungefähr ein halber oder Vierteltag, den sie dann - bis zu Ihrer eignen Zugabreise spät am Nachmittag - irgendwie "totzuschlagen" hätten, wie es immer so schön heißt; was also während dieser Zeit beginnen? was macht Sinn und strengt am Ende nicht zu sehr an?? Immerhin, Sie waren schon seit 5 Uhr 30 auf den Beinen, um mit Ihrem Freund oder Verwandten rechtzeitig zum Airport zu gelangen.

Blick aufs Smartphone - selbst wenn es die Augen überanstrengte:

Das offizielle Stadtportal von Frankfurt am Main weist über 30 Museen aus, darunter freilich auch die kleinen oder kleineren also diejenigen, von denen der touristische Kunst-Laie bisher nie etwas zu wissen glaubte. Bei den großen oder größeren hatte er wenigstens dann ihre Namen irgendwie schon mal gehört oder gelesen: Städel, Schirn...

Hier (in der Schirn) gibts eine Ausstellung des Schweizer Künstlers Ugo Rondinone, vom Dach aus wird sie mit acht Regenbogenbuchstaben - LIFE TIME steht da zu lesen - angekündigt; auch die Bilder und die Infos auf der Website machen neugierig. Okay, ich gehe da jetzt hin...

*

Anderthalb Stunden schon mal "totgeschlagen", prima; und es hatte sich gelohnt.

Ja und wie weiter?

Bis mein Zug ab Frankfurt Hauptbahnhof nach Berlin-Ostbahnhof abfährt, ist's immer noch eine gefühlte Ewigkeit.

Und draußen scheint die Sonne, und es ist nicht allzu warm; vor ein paar Tagen mussten noch (zum Beispiel in Berlin, wo ich her bin) 37 Grad erlitten werden. Appetit auf ein Salät'chen? Auf der Freiterrasse des Badias Schirn Cafés lässt es sich aushalten... Danach zu Fuß in Richtung Dom - bin freiwillig und trotzdem unverschuldet ins touristische Epizentrum Frankfurts geraten; und das Kaffeehaus Goldene Waage will ich daher auch nicht einfach so links liegen lassen; also noch ein Käff'chen und ein süßes kleines Erdbeertört'chen, warum nicht... Jetzt aber endlich weg von hier! die Domstraße hinunter, und die Braubachstraße überquert; ja und da sehe ich's im spitzen Winkel vor mir stehen, und ich lese an der linken Häuserwand MUSEUM MMK, und an der rechten Häuserwand MUSEUM FÜR MODERNE KUNST [s. Foto o. re.].

Rein zufällig also gerate ich da rein:



Im Frankfurter MUSEUM MMK | Foto: Axel Schneider


Der erste Eindruck:

Hohes Innenleben, ich muss daher hoch und höher schauen.

Treppen über Treppen - rechts, links, vor, über und unter mir.

Und welche nehme ich? wohin??

Im gesamten Gebäude gäbe es "taktile Aufmerksamkeitsfelder aus Bodenindikatoren", lese ich auf der museumsinternen Website. Die Handläufe seien mit Braille und Profilschrift beschriftet, begännen aber auf Grund des architektonischen Konzeptes teilweise erst auf Höhe der zweiten Stufe. Im Foyer und den jeweiligen Etagen befänden sich Tastpläne, die Lage- und Standortinformationen bieten würden. Große, kontrastreiche Piktogramme ermöglichten eine einfache visuelle Orientierung.

Will ich ausprobieren...

* *

Das nach einer achtjährigen Planungs- und Bauphase 1991 eröffnete Haus entwarf der österreichische Architekt, Designer, Bildhauer, Objektkünstler, Ausstellungsgestalter und Architekturtheoretiker Hans Hollein (1934-2014).


Sein Entwurf "berücksichtigte mehrere Prämissen: die Integration des Neubaus in das urbane Umfeld durch die äußere Material- und Farbgestaltung, die räumliche Herausforderung des dreieckige Grundstücks, das die Grundfläche vorgab, sowie die Konzeption des Museums, das einerseits nach funktionellen Notwendigkeiten ausgerichtet und andererseits von der Kunst ausgehend gedacht werden musste. Das Haus sollte ideale Bedingungen für die Präsentation erfüllen und einladend auf das Publikum wirken.

Die Stadt Frankfurt hatte 1981 große Teile der Sammlung des Darmstädter Industriellen Karl Ströher erworben. Mit ihren Schwerpunkten der amerikanischen Pop und Minimal Art sollte sie den Grundstock des Museums für Moderne Kunst bilden. Hans Hollein kannte die Sammlung sehr gut und hat diese Erfahrung in seine Überlegungen mit einbezogen: Im Museum sollte es keinen neutralen Raum geben,
'sondern nur charakteristische Räume unterschiedlicher Größenordnung (und ihre Erschließung), mit denen das Kunstwerk eine Dialektik eingeht – in gegenseitiger Potenzierung'. So ist es ihm gelungen, auf dem dreieckigen Grundstück einen entsprechenden Baukörper räumlich so zu gliedern, dass ein Gang durch das Haus zu einem nachhaltigen Erlebnis wird.

Das Gebäude ist axial um eine zentrale, von oben belichtete Halle angelegt. Von hier aus erschließen sich die verschiedenen Bereiche und Geschosse des Museums. Die Lichtführung im Gebäude und das spannungsvolle Verhältnis der einzelnen, unterschiedlich proportionierten Räume zueinander setzen den Rhythmus des Gebäudes, das 30 Ausstellungsräume umfasst. Bis heute ist das Museum in seiner spezifischen, postmodernen Architektur singulär. Die Besucher*innen nehmen die Architektur über die Kunst und die Kunst mittels der Architektur wahr."


(Quelle: mmk.art)




Wandmalerei von Günther Förg im Treppenhaus des MUSEUMS MMK, 2017
Bildquelle: Wikipedia (Foto: Simsalabimbam)


* * *

Die Sammlung des Museums umfasst mehr als 5.000 Werke, und zwar von 1904 bis heute. Damit gilt das MMK als eine der wichtigsten nationalen wie auch internationalen Adressen für die zeitgenössische Kunst.

Aktuell ist - noch bis zum 3. Oktober - eine umfangreiche Ausstellung zu Leben und Werk des französisch-amerikanischen Malers und Objektkünstlers Marcel Duchamp (1887-1968) zu besichtigen.

Ich bin da relativ spontan und ziellos durchgeeilt. Meine Besichtigungsprämisse richtete sich (dreisterweise zugegeben) mehr dann auf die Räume, in denen die 32 Duchamp-Objekte ausgestellt sind. Denn um all dieses Duchamp'sche irgendwie begreifen und verstehen zu können, hätte ich mich in der Tat umfassend zu ihm vorbereiten müssen. Aber höchstwahrscheinlich finde ich mich da in näherer Verwandtschaftung zu anderen Kunstlaien-Touri's, denen es bestimmt nicht unähnlich ergangen wäre, hätten sie mit ähnlicher Spontaneität den Weg zum MMK gesucht wie ich.

Grandioses Haus, doch, muss schon sagen!!



Ausstellungsansicht zu Marcel Duchamp im Frankfurter MUSEUM MMK | Foto: Andre Sokolowski


Andre Sokolowski - 30. Juni 2022
ID 13694
MUSEUM MMK FÜR MODERNE KUNST
Domstraße 10
60311 Frankfurt am Main

+49 69 212 30447
mmk[at]stadt-frankfurt.de

Öffnungszeiten
Mo | geschlossen
Di, Do - So | 11 - 18 h
Mi | 11 - 19 h

Eintritt
12 € | 6 € (erm.)
16 € | 8 € (erm.) für Kombiticket


Weitere Infos siehe auch: https://www.mmk.art/


https://www.andre-sokolowski.de

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