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Zu seinen Lebzeiten war Jack London (1876-1916) der erfolgreichste Autor der Welt und schrieb mit seinen Abenteuerromanen, wie Der Seewolf und Wolfsblut, Literaturgeschichte. Jetzt kommt die Neuverfilmung von Ruf der Wildnis in die Kinos, in der ein verwöhnter Berhardinermischling namens Buck entführt und als Schlittenhund nach Alaska verkauft wird. Es ist die Zeit des Goldrauschs am Zusammenfluss des Klondike und Yukon River, wo sich viele Glückssucher, Abenteurer und Verbrecher ein Stelldichein geben. Buck hat Glück im Unglück, denn er wird an den Postboten Perrault (Omar Sy; Monsieur Chocolat, 2016) ) verkauft, der ein Händchen für Hunde hat und es schafft, den eigensinnigen Haushund in sein Gespann zu integrieren. Buck ist sehr auf Menschen fixiert, lernt aber das Leben in einem Hunderudel zu schätzen, dessen Anführer er schließlich wird. Später werden die Schlittenhunde an den Schurken Hal (Dan Stevens; Charles Dickens, 2017) verkauft, der auf Buck schießt, als dieser nicht gehorcht. Dies geschieht vor den Augen von John Thornton (Harrison Ford; Star Wars, 2019), der nach Alaska gekommen ist, um allein in der Einsamkeit der Berge zu leben, doch dann pflegt er Buck gesund und nimmt ihn bei sich auf. Die beiden werden unzertrennlich, aber Buck hört immer öfter den „Ruf der Wildnis“ in Form eines Wolfsrudels und einer anhänglichen weißen Wolfsdame, mit denen er viel Zeit verbringt und mit deren Hilfe er seine Urinstinkte wiederentdeckt. Soweit die recht bekannte Erzählung.

Ruf der Wildnis ist eine Mischung aus Realfilm und CGI-Animationen unter der Regie des Filmanimators Chris Sanders (Drachenzähmen leicht gemacht, Crood). Die Menschen und die Landschaftsaufnahmen in Alaska sind real, die Hunde und andere Tiere computeranimiert. Leider funktioniert diese Kombination nicht richtig, denn die Tiere wirken zu übertrieben und unrealistisch, es gibt zu viel unnötigen Slapstick, und diese Szenen befinden sich auf der Ebene von Kinder-Comics. Erst kurz vor dem Kinostart wurde die Altersfreigabe von 6 Jahren bekannt gemacht. Wer also eine Literaturverfilmung erwartet, trifft hier auf einen Kinder- und Familienfilm. Regisseur Sanders hat sich durch die sehr erfolgreiche Realisierung von reinen computeranimierten Fantasy-Filmen einen Namen gemacht, aber hier klaffen CGI und Realfilmaufnahmen zu weit auseinander.

Jack London war Tierschützer und setzte sich z.B. schon vor über 100 Jahren gegen Dressuren von Tieren in Zirkusmanegen ein. Ruf der Wildnis erzählt die Geschichte eines Hundes, der zu seiner Wolfsnatur zurückfindet. Die naive Verniedlichung der Hunde und insbesondere von Buck im Film passen nicht immer zu den bewusstmachenden und gesellschaftsanalytischen Tönen in dem 1903 erschienenen Buch.

Entschädigt wird man durch respektable schauspielerische Leistungen von Harrison Ford, Omar Sy und Dan Stevens wie auch durch das Zeitkolorit und die Atmosphäre in den Goldgräberstädten, die Jack London selbst erlebt hat. Die gefährlichen Szenen konnten auch riskant gefilmt werden, weil kein echter Hund zu Schaden kommen konnte, und dass CGI an den Charme von echten Vierbeinern nicht heran kommt, ist doch eigentlich eine gute Nachricht.




John Thornton (Harrison Ford) und der Hund Buck sind ein eingeschworenes Team | © Twentieth Century Fox

Helga Fitzner - 20. Februar 2020
ID 12009
Weitere Infos siehe auch: http://www.fox.de/call-of-the-wild-1


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