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DVD-Kritik

Verbeugung vor

Agatha Christie



Bewertung:    



Der Familienpatriarch Harlan Thrombey (Christopher Plummer) wird nach der Feier zu seinem 85. Geburtstag mit durchgeschnittener Kehle in seinem Zimmer aufgefunden. Es wird zunächst von einem Selbstmord ausgegangen, weil die Tür von innen abgeschlossen war, aber ein unbekannter Auftraggeber hat den weltberühmten Privatdetektiv Benoit Blanc (Daniel Craig) hinzugezogen, um den Fall restlos aufzuklären. Da alle Familienmitglieder noch anwesend sind, werden sie einer nach dem anderen befragt und da gibt es einige Überraschungen.

Der US-amerikanische Filmschaffende Rian Johnson (Star Wars 8: Die letzten Jedi, 2017) hat das Drehbuch zu Knives Out – Mord ist Familiensache selbst ersonnen und die Regie geführt. Zunächst sieht es nach einem Mörderratespiel à la Agatha Christie aus. Alles passt: Es gibt im wesentlichen einen einzigen Ort, das Anwesen der Thrombeys, es entpuppen sich eine ganze Reihe von Personen als mögliche Mörder oder Mörderinnen, und ein superschlauer Detektiv bearbeitet den Fall. Am Ende werden wie bei Christie alle Verdächtigen in einem Raum versammelt und der Fall aufgeklärt. Der alte Thrombey war wohlhabend, und so giert jeder nach einem möglichst großen Erbteil: der von einer Geschäftspleite bedrohte Sohn Walt (Michael Shannon), die energische Tochter Linda (Jamie Lee Curtis) und ihr smarter Ehemann Richard (Don Johnson), der nichtsnutzige Enkel Ransom (Chris Evans) und die zwielichtige Schwiegertochter Joni (Toni Collette) und andere.

In der zweiten Hälfte weicht Johnson vom Agatha-Christie-Vorbild ab, denn es haben sich bei den Verhören derartige Abgründe aufgetan, dass der Film zu einer rabenschwarzen Familien-Satire wird und die Krimihandlung in den Hintergrund rückt. Während viele Krimis die ZuschauerInnen so lange wie möglich im Unklaren lassen, entwickelte Johnson seinen eigenen Stil. Er kontrastiert die geschönten Aussagen der jeweiligen Zeugen mit der Rückblende dessen, was wirklich geschah, und da sieht einiges ganz anders aus als geschildert. Damit ist das Publikum in die Lage versetzt, sich selbst ein Bild zu machen und versteht, warum der Patriarch an seinen versnobten und undankbaren Sprösslingen keine Freude hatte. Die einzige, die um ihn trauert, ist seine junge Pflegerin Marta Cabrera (Anna de Armas), die mit dem grantelnden Hausherrn immer gut zurecht kam. Und da geistert auch noch Harlans senile Mutter (K Callan), die über 100 Jahre alt ist, durchs Haus. Von seinem rechtsradikalen Enkel Jacob (Jaeden Martell) ganz zu schweigen. Einzig die liberal gesinnte Enkelin Meg (Katherine Langford) scheint sich ihre Menschlichkeit bewahrt zu haben. Oder doch nicht? So wird aus dem Mörderspiel eine Satire über Ungleichheit sozialer Schichten und die Selbstherrlichkeit der Reichen. Über das Ende der Geschichte würde sich der Verblichene sehr freuen, aber mehr wird nicht verraten.
Helga Fitzner - 7. Mai 2020 (2)
ID 12222
Weitere Infos siehe auch: https://www.universumfilm.de/filme/154209.html


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