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DVD-Kritik

Wolfgang

Petersens

preisgekrönter

"Skandal-Film"

aus dem

Jahre 1977



Bewertung:    



Vom Kinematographhistorischen her kommt dem jetzt auf DVD und Blue-ray veröffentlichten Film Die Konsequenz (1977) einige Bedeutung zu. Zum einen führte Wolfgang Petersen, der auch am Drehbuch (nach dem autobiografischen Roman von Alexander Ziegler) mitbeteiligt war, Regie. Zum andern produzierte ihn Bernd Eichinger. Ja und vor allem dürfte es eine der ersten Nachkriegsfilmhandlungen deutscher Prägung gewesen sein, wo es fast ausschließlich um Schwule und ihre gesellschaftliche Stigmatisierung und strafrechtliche Verfolgung (noch bis weit in die späten Siebziger!) ging - daher vielleicht auch der um einen Deut zu hoch apostrophierte Skandalon, mit dem das Label EuroVideo die Veröffentlichung nunmehr anpreist.


"Im Gefängnis lernt der Schauspieler Martin den jungen Thomas, Sohn eines Aufsehers, kennen. Nach Kuraths Entlassung ziehen beide zusammen. Die Eltern des Jungen, die noch über das Sorgerecht verfügen, erzwingen seine Einweisung in eine Erziehungsanstalt. Kurath muss erleben, wie die Persönlichkeit seines Freundes in der Anstalt zunehmend demontiert wird. Nach einem Selbstmordversuch wird er in eine psychiatrische Klinik eingeliefert.

[...]

Im Jahr 1977, als der Film seine Weltaufführung feierte, avancierte er zum Skandal, wurde aber auch mit einer Vielzahl an Preisen geehrt, u.a. mit dem Adolf-Grimme-Preis mit Bronze, dem Kritiker-Preis und dem Prädikat 'wertvoll'. Darüber hinaus wurde Jürgen Prochnow 1978 mit dem Deutschen Darstellerpreis ausgezeichnet."

(Quelle: ENTERTAINMENT KOMBINAT im Auftrag von EuroVideo Medien)

*

Es ist ein leiser Liebesfilm.

Nichts wirklich aufregend (Homo-)Sexuelles wird vor laufender Kamera vollführt, es gibt "nur" ein paar Zärtlichkeiten, die die beiden wunderbaren Protagonisten Jürgen Prochnow & Ernst Hannwald (als Martin & Thomas) miteinander austauschen; und ausgerechnet dieses eigentlich physisch Diskrete, Unforsche und mehr Zurückhaltende zwischen beiden Körpern und Gesichtern (!) führt zu einem ganz besonders stark erotischen Furor.

Die Dialoge und die Stimmen (!) beider Männer prägen sich erfreulich ein - sie klingen meist unaufgeregt und haben ein umwärmend einschmeichelndes Timbre, ohne schwach oder gar "saftlos" zu erscheinen.

In einer kleineren Rolle lässt sich beispielsweise auch Hans-Michael Rehberg (als Anstaltsleiter Rusterholz) wiederentdecken.

Alles in allem: Was für's Herz, o ja.




Die Konsequenz (1977) | (C) WDR/1977

Bobby King - 8. Juni 2022
ID 13661
DVD und Blu-ray sind ausgestattet mit einem 16-seitigen Booklet mit u.a. ausführlichen Informationen zur Entstehungsgeschichte und Hintergründen zum Skandal von 1977. Geschrieben von Daniel Kulle, Autor, Regisseur und Filmwissenschaftler in Hamburg. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören Queer Cinema, Digitale und Postdigitale Ästhetik und Experimentalfilm. Nach seiner Dissertation in der Filmwissenschaft ist er in die Praxis übergewechselt und schlägt seitdem die Brücke zwischen Kunst und Wissenschaft. Er hat mehrere Experimental- und Kurzfilme auf internationalen Festivals präsentiert. Das Kolonialinstitut (2019) ist Kulles erster Langfilm.

EuroVideo-Link zum Film Die Konsequenz


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Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal

 


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