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DVD-Kritik

Out of

fucking

loneliness



Bewertung:    



„Denn die Zikaden waren einmal Menschen. Sie hörten auf zu essen, zu trinken und zu lieben, um immerfort singen zu können“, heißt es in Ingeborg Bachmanns legendärem Hörspiel Zikaden (1955). Um das Finden der eigenen Stimme, Verzauberung, Zweisamkeit, Unbedingtheit und Entsagung geht es gleichsam in dem Liebesdrama Cicada, das jetzt auch auf DVD erschien.

Es ist ein Film bedeutungsvoller Blicke und leiser Momente, die sich zwischen Doku und Erzählung entfalten. In ihrem Spielfilmdebüt verarbeiten Matthew Fifer und Kieran Mulcare autobiografische Erfahrungen von Matthew Fifer (Drehbuchautor, Co-Regisseur, Produzent, Editor) und Sheldon Brown (Co-Drehbuchautor), die beide im Drama auch die Hauptrollen spielen.

*

Der Sommer 2013 in New York wird für den bisexuelle Gelegenheitsjobber Ben und den schwulen Datentechniker Sam etwas Besonderes. Ben geht in Clubs oder online spontan flüchtigen aber leidenschaftlichen One-Night-Stands nach, bis er dem nachdenklichen Sam begegnet. Er flirtet den schwarzen 26-Jährigen schüchtern lächelnd in einem Buchladen an. Im versierten Verführer Ben keimen ungewohnte Gefühle der Verliebtheit auf. Sam, der noch nicht geoutet ist, lässt die Annäherung zu. Insbesondere bei gemeinsamen Paarauftritten wirkt Sam jedoch etwas unsicher und zurückhaltend.

Beide kommen sich näher und gehen bald eine Beziehung ein. Doch sie werden von jeweils eigenen Traumata der Vergangenheit eingeholt, welche die Beziehung belasten und eine Zerrissenheit der Charaktere andeuten. Das Drama behandelt psychische Auswirkungen von als Kind erlittenem sexuellen Missbrauch, Rassismus-, Gewalt- und Homophobie-Erfahrungen, und es wird eine posttraumatische Belastungsstörung thematisiert. Es sind eigene Erfahrungen der jungen Darsteller, die authentisch und aufrichtig den Film strukturieren:

Der drei Monate vor Drehbeginn in Chicago niedergeschossene Sheldon Brown trug schwere Verletzungen davon. Filmisch wird dies etwa durch die Großaufnahme eines Stomas aufgegriffen. Als Folge der Schussverletzung trägt sein Alter Ego Sam vorübergehend diesen künstlichen Darmausgang, der während erster Zärtlichkeiten zwischen den Beiden undicht wird. Der Stoma führt so zum Abbruch weiterer Sexualhandlungen. Doch Ben streichelt sanft über die dicken Narben Sams. Die liebevolle Atmosphäre zwischen den beiden bleibt trotz dieses Malheurs erhalten. Bald kommt es jedoch zu Reibungen, weil Ben nicht akzeptieren kann, dass Sam sich nicht vor seiner Familie und seinen Kollegen outen möchte.

Nur kurze Rückblenden verweisen vage in die Vergangenheit, das zentrale Geschehen spielt in der Gegenwart.

* *

Ein intimer, unkonventioneller und romantischer Wohlfühlfilm über zwei junge, queere Männer in Brooklyn, die ihre privaten Traumata der Vergangenheit langsam lernen miteinander zu teilen.
Ansgar Skoda - 2. August 2022
ID 13737
Weitere Infos siehe auch: http://www.salzgeber.de/cicada


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= katastrophal

 


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