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71. Internationale Filmfestspiele Berlin

Wettbewerb

Ballad of a White Cow



Die Gemeinschaftsarbeit des männlich-weiblichen Regie-Duos Behtash Sanaeeha und Maryam Moghaddam ist eine Tragödie nach antiken Vorbildern, in der die Figuren ihrem Schicksal nicht entkommen können, da ihre Handlungsweisen durch die gesellschaftlichen Umstände determiniert sind: Mina (Maryam Moghaddam), deren Ehemann als vermeintlicher Mörder im Iran hingerichtet wird, erfährt nach einiger Zeit, dass es sich bei der Verurteilung ihres Mannes um einen Justizirrtum handelte. Die Behörden entschuldigen sich für den Fehler und stellen eine finanzielle Entschädigung in Aussicht. Da Mina eine gehörlose Tochter aufzieht und auch die angeheiratete Familie Interesse an dem so genannten "Blutgeld" hat, nimmt Mina den mühseligen Kampf gegen den von Zynismus geprägten, bürokratischen Apparat auf. Dann taucht unerwartet ein Unbekannter namens Reza (Alireza Sanifar) auf, der behauptet, ein Freund des Toten zu sein und noch Schulden begleichen zu müssen. Was Mina nicht ahnt, aber der Zuschauer bald erfährt: Bei Reza handelt es sich um einen der Richter, der ihren Mann zum Tode verurteilte. Seine immer aufwändigeren Wiedergutmachungsversuche an Mina, die auch dazu dienen, sein Gewissen rein zu waschen, münden in eine fragile Freundschaft, bei der Reza den richtigen Zeitpunkt zu verpassen droht, sein Dilemma zu offenbaren.

Wie schon aus anderen iranischen Produktionen bekannt, erzählen die Filmschaffenden die feinsinnig zusammengefügte Geschichte in einem lakonischen, gleichbleibend sanften Tonfall. Die verschiedenen Situationen sind nicht dramatisch aufgeheizt, sondern in eine ruhige Atmosphäre eingebettet und fügen sich zu einem einheitlichen, elegant gleitenden Erzählfluss zusammen. Dazu passt die verhaltene Art der hervorragenden Schauspieler*innen, die in ihren Rollen, anders als wir es aus europäischen Produktionen kennen, nicht exaltiert agieren, sondern sich quasi zugunsten des ernsten, heiklen Themas der Todesstrafe im Iran zurücknehmen. Umso intensiver wirkt es, wenn die untergründig rumorenden, nicht ausgesprochenen Konflikte jederzeit an die Oberfläche zu gelangen drohen.

Bemerkenswert sind auch die fokussierte Kameraarbeit und das blasse Licht, die die Atmosphäre unterstützen. Dass dieser Film mit seiner außergewöhnlichen Regieleistung von der Jury keine Auszeichnung erhielt, lässt sich allenfalls damit erklären, dass iranische Filme in den letzten Jahren bereits mehrere Bären einsammeln konnten.



Ballad of a White Cow | © Amin Jafari


Bewertung:    

Max-Peter Heyne & Gabriele Leidloff - 7. März 2021
ID 12791
Weitere Infos siehe auch: https://www.berlinale.de/


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