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Heißes Pflaster Rostock

Der österreichische Spielfilm DER BODEN UNTER DEN FÜSSEN wurde in Rostock und Wismar gedreht

Die sehr originelle, sehenswerte österreichische Produktion Der Boden unter den Füßen hatten wir bereits zur diesjährigen BERLINALE gesehen und gewürdigt. Was noch nachzutragen wäre, ist der erstaunliche Umstand, dass der Film der 1977 in Graz geborenen Regisseurin Marie Kreutzer zu einem Gutteil ausgerechnet im Norden Deutschlands - nämlich in Rostock, am Flughafen Laage, und in Wismar - gedreht wurde. Wie kam das? Marie Kreutzer hatte nach dem Besuch einer früheren BERLINALE eine Bahnfahrt durch den Nordosten Deutschlands unternommen, um sich Städte anzuschauen, die für ihre nächste Geschichte geeignete Drehorte sein könnten. Für die in Wien lebende Regisseurin vermittelte Rostock eine besondere Exotik, wie Kreutzer nach der Weltpremiere des Films in Berlin berichtet: „Eine ferne und fremde deutsche Stadt mit einer kuriosen Mischung aus Hafen, Hochhäusern und Altstadt.“

Die Handlung des Films, bei der die Protagonistin Lola mit dem Flugzeug ständig zwischen Wien und Rostock pendelt, müsste zwar nicht zwingend an der ostdeutschen Küste spielen. Aber die Regisseurin hat Recht damit, dass der wiederkehrende Blick von Lolas Büro oder Hotelzimmer auf den Hafen viel zur melancholischen Atmosphäre des Films beiträgt. Gedreht wurde allerdings nicht der Rostocker, sondern der Seehafen Wismar – was nur ebenso ortskundigen wie aufmerksamen Zuschauern auffallen dürfte. Für die Wiener Produktionsfirma stellte der Location Manager Matthias Marx von der Rostocker Rabauke Filmproduktion im Herbst 2017 Vorschläge zusammen. Offenkundig wirkten diese als guter Köder bei der aufgeschlossenen Regisseurin. Neben einem großen Hotel und einer Bar in der Rostocker Innenstadt sowie dem Yachthafen Hohe Düne entstanden die Außenaufnahmen auch an der Physikalischen Fakultät der Rostocker Uni und in einem Restaurant nahe dem Hafen.

Die nüchternen Büroräume des vermeintlich in Rostock befindlichen Hochhauses waren Wiener Studiobauten, sagt Matthias Marx – beim Film kann eben leicht geschummelt werden. Dafür aber war der Weihnachtsmarkt, auf den die gestresste Lola manchmal blickt, echt Rostock. „Das war eine besondere Herausforderung“, erinnert sich Matthias Marx: „Die Drehgenehmigungen wurden von den Städten problemlos erteilt. Aber ein Weihnachtsmarkt ist seit dem Attentat in Berlin eine Sondersicherheitslage, und da entscheidet die Polizei, ob und wo gedreht werden darf", erläutert Marx. Dank der Routine von Profis wie Marx und weiteren Filmschaffenden in der Stadt konnten die Dreharbeiten trotz großen Zeitdrucks bewältigt werden. Auch Regisseurin Marie Kreutzer erinnert sich gern daran: „Alles haben sich gefreut, uns zu helfen – anders als in Wien, wo man manchmal hört, ‚ach, schon wieder so Filmleute‘.“

Kreutzer hatte Anfang Mai wieder besonderen Grund zur Freude, denn eine unabhängige fünfköpfige Fachjury verlieh dem Boden unter den Füßen beim Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern in der Landeshauptstadt Schwerin den NDR-Regiepreis, und der Schauspielerin Valerie Pachner, die die Lola spielt, den Nachwuchsdarstellerpreis des Festivals. Für die beiden Österreicherinnen hat sich die Entscheidung für den Norden also in mehrfacher Hinsicht gelohnt.




Das ist Regisseurin Marie Kreutzer, die für ihren Film Der Boden unter den Füßen den NDR-Regiepreis verliehen bekam.| (C) Jacob Waak, FILMLAND MV

Max-Peter Heyne - 17. Mai 2019
ID 11419
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