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70. BERLINALE

Wettbewerb 2020

THE FIRST COW



Eine junge Frau geht mit ihrem Hund spazieren. Durch den Wald und zum Strand hinunter. Ihr Hund beginnt zu buddeln und hört nicht auf. Sie wird darauf aufmerksam, sieht, was der Hund ausgräbt und gräbt weiter. Ein menschlicher Schädel kommt zum Vorschein. Im Sand vergraben findet sie zwei menschliche Skelette, die nahe nebeneinander liegen.

„The bird a nest, the spider a web, man friendship.” (William Blake).

Vogelgezwitscher. Ein langer ruhiger Fluss. Wald, Sonne. Wenig Mensch, viel wilde Natur. Wenn ein Film mit diesem Zitat von Blake eröffnet wird, dann ist das Wesentliche bereits erzählt. Gerne sieht man sich deshalb die folgenden 122 Minuten gemütlich an und bleibt doch voller An-Spannung. Wie geht das aus, was so anfängt?

First Cow, ein Film der amerikanischen Regisseurin Kelly Reichhardt. Die erste Kuh [so die deutsche Übersetzung des Titels] war der erste Film, der auf der 70. BERLINALE im Wettbewerb, gezeigt wurde. Er basiert teilweise auf dem Roman von Jonathan Raymond, Half the Line, der 1820 im Oregon-Gebiet spielt:



Pelztierjäger sind unterwegs, diesen Gruppen schließen sich andere an. So auch Otis Figowitz, genannt Cookie. Er ist für sie Koch. Kein Guter. Beim Pilze sammeln entdeckt er im Gebüsch einen nackten, fremden Mann, der sich dort im Wald versteckt. Zuerst geht Cookie davon aus, dass dieser exotisch aussehende Mann ein amerikanischer Ureinwohner ist, er ist jedoch ein Chinese namens King-Lu, der sich auf der Flucht vor einer Gruppe von Russen befindet, von denen er einen getötet hat, nachdem sie seinen Freund ermordeten. Er bringt dem verzweifelten und hungrigen Fremden Kleidung, Essen und Wasser und lässt ihn in seinem Zelt schlafen.

Die Pelztierjäger ziehen weiter zum Fort Tilliken, um dort die Felle zu verkaufen. Dort, in einer Kneipe trifft Cookie King-Lu wieder. Der lädt in seine Hütte ein, sie trinken Whiskey und Cookie kann bleiben.

Majestätisch fährt auf einem Floß eine Kuh den Fluss hinunter. Sie steht stolz in der Sonne, und beäugt mit ihren großen Kuhaugen die neue Umgebung.

Cookie und King-Lu freunden sich an und teilen sich ihre Träume mit. King-Lu würde gerne mit dem Bibergeil in China Geld verdienen. Cookie möchte am liebsten ein Hotel oder eine Bäckerei eröffnen, Kekse und Brötchen backen, in Boston ging er bei einem Bäcker in die Lehre. King-Lu will wissen, welche anderen Zutaten er benötigen würde.

Milch, Mehl, Zucker…

Sie hören von der Milchkuh, die der Chief Faktor, der englische Grundbesitzer und kaufmännische Leiter der Siedlung, für teuer Geld, nur für die Milch in seinen Tee, angeschafft hat.

Sie träumen konkreter, für Kekse und Milchbrötchen braucht man Milch. Milch, die von der Kuh abzumelken wäre. Daraufhin ziehen sie nachts mit einem Eimer und Melkschemel los.

Cookie beginnt mit der Milch „Ölgebäck“ zu backen. Dieses verkaufen sie auf dem Markt, es geht schnell weg, denn die Kunden sagen, es schmecke wie zu Hause. Bereits am nächsten Tag stehen die Menschen Schlange. Die Beiden beginnen, das Gebäck frisch auf dem Markt zu zubereiten und träufeln Honig darauf. Als zufällig der Chief Factor vorbei schlendert und das Gebäck probiert, ist auch er begeistert. Es erinnere ihn an London. Dieser Geschmack!

So steigt das Risiko, aber der Umsatz. Cookie soll für den Chief Factor einen Clafoutis zubereiten und ihn zur Teetime vorbeibringen. Ob er etwas herausgeschmeckt hat?

Kurz darauf werden sie beim Melken entdeckt, und bei der Flucht fällt Cookie vom Baum. Der Chief Factor tobt, weil er bestohlen wurde. Seine Leute machen Jagd auf Cookie und King-Lu, deren Wege sich auf der Flucht trennen. Sie finden sich jedoch erstaunlich schnell wieder. Cookie hat sich bei der Flucht eine Kopfverletzung zugezogen, er ist kraftlos und verwirrt. Als sie weiter weg flüchten wollen, bricht er zusammen und steht nicht mehr auf. King-Lu legt sich neben ihn.


Der Romanautor Jonathan Raymond, der in Lake Grove aufwuchs, lässt seinen Roman ebenfalls in Oregon spielen. Dieser gliedert sich in zwei parallele Handlungsstränge, einen in den 1820er Jahren, in dem sich Cookie Figowitz und Henry Brown auf der Flucht befinden, und einen 160 Jahre später um das Jahr 1980 herum, der von zwei jungen Frauen erzählt, Tina Plank und Trixie Volterra. Als diese in der Nähe von Portland zwei Skelette ausgraben, wird eine Verbindung zwischen ihrem Leben und dem von Cookie und Henry hergestellt. Der Roman wurde von Publisher Weekly als „Best Book 2004“ ausgezeichnet.

*

Warum dieser Film den Goldenen Bären 2020 gewinnen sollte, wüsste ich nicht. Er ist sehr schön anzusehen und unterhaltsam, aber auch etwas aus der Zeit gefallen. Der Film bezieht sich nur auf die Männergeschichte in dem Roman, die Geschichte der Frauen fällt unter den Tisch. Es spielen drei Männer in drei Hauptrollen und Männerhorden der Pelztierjäger mit. Frauen kommen nur in den Gesprächen der Männer und nur als Nutten vor.

Ein Grund könnte das Hoch auf die Freundschaft der sanften Männer sowie der Freundschaft in der heutigen Zeit sein.


Bewertung:    



The First Cow | (C) Allyson Riggs/A 24

Hilde Meier - 29. Februar 2020
ID 12040
Weitere Infos siehe auch: https://www.berlinale.de/


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