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TATORT

Tod des

Miethais



Die dritte Haut-TATORT aus Berlin | Bild: rbb / Gordon Muehle

Bewertung:    



"Zwangsräumung in Berlin: An einem kalten Novembermorgen muss Otto Wagner mit seiner Familie die Wohnung verlassen. Nach der Übernahme des Mietshauses durch Ceylan Immobilien wird es Stück für Stück entmietet. Alte Verabredungen gelten nicht mehr und so sorgt die Umzugsfirma von Axel Schmiedtchen für eine schnelle, besenreine Übergabe. Vor kurzem war das Haus noch ein Sinnbild der berühmten 'Berliner Mischung'. Jetzt will Gülay Ceylan, die Chefin des kleinen Familienunternehmens, das Haus luxussanieren, um es später in Eigentumswohnungen umzuwandeln..."

(Quelle: daserste.de)
*

Den berühmt-berüchtigten Berliner Mietendeckel hatte unser oberstes Gericht in diesem März kassiert, ihn gab es seit dem 30.01.2020, und er "sollte die öffentlich-rechtliche Begrenzung von Wohnraummieten ermöglichen". Die Gesetzgebungskompetenz des Landes Berlin wurde zum Stein des Anstoßes, und so wurde gleich von mehreren Seiten geklagt. "Über die materielle Verfassungsmäßigkeit von Mietobergrenzen urteilte das Gericht nicht ausdrücklich. Es führte allerdings aus, der Gesetzgeber könne insbesondere mit der entsprechenden Ausgestaltung des bürgerlichen Rechts soziale und andere Ziele verfolgen, indem er für die Vertragsgestaltung Vorgaben macht und ihre Beachtung und Durchsetzung sichert." (Quelle: Wikipedia)

Als Die dritte Haut, der neue rbb-TATORT, gedreht wurde, gab es den Mietendeckel noch.

Wie richtig und wie wichtig dieses Machtmittel gewesen war (und auch noch immer ist, selbst wenn es dann mutieren sollte und daher urplötzlich wieder irgendwo als irgendein neu oder besser aufgeschriebener Gesetztestext auftaucht), ließ sich nicht schmerzlicher als im Sozialbrennspiegel, wie Berlin ihn ganz besonders aufweist, vorführen: Wohnungsnot sprich Wohnungsmangel heißt hier, dass die Nachfrage das Angebot gigantisch übersteigt; und wenn dann schon gebaut wird, werden ganze Stadtteile gentrifiziert, das heißt natürlich auch, dass langjährige Mieter aus den alten Wohnungen, wo sie vielleicht ein halbes oder ganzes Leben lang gewohnt also gelebt hatten, "verschwinden" sollen, um an ihrer Stelle Platz für zahlungskräftigere Neumieter zu machen. Ein Teufelskreis.

Ja, dieser TATORT deprimiert. Er zeigt uns auf, wie schnell es jeden von uns treffen kann, urplötzlich ohne Wohnung (ohne Obdach) dazustehen! Keiner scheint davor gefeit zu sein...


Berit Künnecke (als Jenny Nowack) erschlug Murat Dikenci (als Cem Ceylan) und warf ihn aus dem Fenster.

Unterhalb der Armutsgrenze lebende alleinerziehende Mutter zweier Kinder spekulierte darauf, dass ihr neuer Vermieter sie in ihrer alten Wohnung weiter wohnen ließ oder ihr etwas Neues anbot, falls sie mit ihm schlief; so tat's das Mordopfer in spe zumindest zu verstehen geben.

Doch als er es sich dann anders überlegte und sie noch dazu beleidigte und demütigte, platzte ihr der Kragen, und sie tötete den Mann.

Sie also war die Täterin - und nicht Tim Jacobs (als der obdachlose Ex von Jenny) oder Peter René Lüdicke (als obdachlos gewordener Busfahrer Otto) oder Tijmen Govaerts (als undurchsichtiger "Mietrebell" Peter de Boer); die drei hätte man eher als Vollstrecker halten wollen.

* *

Ja und Meret Becker & Mark Waschke (als das Kommissarspaar Rubin/ Karow) legten völlig unvermittelt einen impulsiven Schnellfick hin; ein Trosthingucker dieses unentrückbar schweren Films.




Die Kommissare Rubin (Meret Becker) und Karow (Mark Waschke) stellen den Mord am Immobilienmanager Ceylan nach. | Bild: rbb / Gordon Muehle

Bobby King - 6. Juni 2021
ID 12956
TATORT | Die dritte Haut
Regie: Norbert ter Hall
Buch: Katrin Bühlig
Kamera: Richard van Oosterhout
Musik: Max van Dusen
Besetzung:
Nina Rubin ... Meret Becker
Robert Karow ... Mark Waschke
Jenny Nowack ... Berit Künnecke
Micha Kowalski ... Timo Jacobs
Yeliz Dahlmann ... Sesede Terziyan
Gülay Ceylan ... Özay Fecht
Ilse Kirschner ... Friederike Frerichs
Peter de Boer ... Tijmen Govaerts
ARD-Erstausstrahlung am 6. Juni 2021


Weitere Infos siehe auch: http://www.daserste.de/tatort


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= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal

 


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