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TATORT

Ödipales



Der Reiz des Bösen-TATORT aus Köln | Bild: WDR/Bavaria Fiction GmbH / Martin Valentin Menke

Bewertung:    



"Susanne Elvan hat ihren Mann Tarek, einen verurteilten Gewaltverbrecher, über ein Brieffreundschafts-Portal während dessen Haft kennengelernt. Die Hochzeit fand noch vor seiner Entlassung statt. Als Susanne ermordet aufgefunden wird, ist Tarek erst seit kurzem wieder auf freiem Fuß. Der Fall scheint klar. Doch als Assistent Norbert Jütte sieht, dass der Mörder seinem Opfer einen Gürtel über die Augen gebunden hat, bekommt der Fall eine unerwartete Wendung: Jütte ist überzeugt, dass er schon einmal mit dem Mörder zu tun hatte…"

(Quelle: daserste.de)
*

Das Aufschlussreichste dieses neuen Kölner TATORTS - Der Reiz des Bösen (was für ein belangloser Scheißtitel!) - war, dass endlich auch einmal dem "lahmarschigen" Dritten in der kleinen aber feinen Kripo-Dienstzimmer-Abteilung außer Dietmar Bär & Klaus J. Behrendt, nämlich Roland Riebling (als Koll. Norbert Jütte), drehbuchmäßig schönste Tiefe und Aufmerksamkeit zuteil geworden war, also:

Der war in seinem Wuppertaler Kripo-"Vorleben" in einem Mordfall (der dem jetzigen fast zum Verwechseln ähnlich schien) ermittlungsmäßig voll verstrickt - so sehr, dass er sich damals eine Herzkrankheit zuzog, von der er sich nicht mehr so recht erholen sollte und weswegen er uns Fernsehzuschauern bisher auch immer so voll übertrieben "lahmarschig" geschildert resp. vorgeführt wurde. Aber jetzt wissen wir es halt, wie es zu seiner andauernden "Lahmarschigkeit" kam, und wir empfinden nunmehr allergrößte Sympathie für ihn, und mit dem Herzen ist ja wirklich nicht zu spaßen.

Alle in dem Film durch Theo Trebs (als dem an einem überspitzten Ödipuskomplex leidender Serienkiller) aufs Bestialischste ermordeten Frauen litten an einer Art von Helfersyndromkrankheit sprich: Sie knüpften Brieffreundschaften zu wegen Mord oder Gewaltdelikten einsitzenden Häftlingen und hatten zudem je ein Kind von ihren Ex-Männern, das sie zugunsten ihrer jeweiligen Brieffreundschaft total vernachlässigten - - ja und Theo war dann auch, ganz früher, als er noch ganz klein war, so ein von der mütterlichen Liebelosigkeit gebrandmarktes Kindexemplar; er dachte immer, dass die Mutter eigentlich doch dazu da wäre, ihr eig'nes Kind vor ihrem "Neuen" sorgenvoll zu schützen statt mit ihrem "Neuen" herumzuvögeln; und so rächte er sich, Jahre und Jahrzehne später, nach und nach für dieses mütterliche Egoistischsein an Frauen, die genauso egoistisch waren/ sind wie seine leibhaftige Mutter, der er damals übrigens zu einer Querschnittslähmung ausrastend verhalf, nein, wie brutal kann man(n) nur sein.

Erschreckend ödipal.




Kommissar Norbert Jütte (Roland Riebeling), im Gespräch mit Psychologin Lydia Rosenberg (Juliane Köhler), erinnert sich an einen Fall von früher... | Bild: WDR/Bavaria Fiction GmbH / Martin Valentin Menke

Bobby King - 18. September 2021
ID 13149
TATORT | Der Reiz des Bösen
Regie: Jan Martin Scharf
Buch: Arne Nolting und Jan Martin Scharf
Kamera: Felix Novo de Oliveira
Musik: Ali N. Askin
Besetzung:
Max Ballauf ... Klaus J. Behrendt
Freddy Schenk ... Dietmar Bär
Dr. Roth ... Joe Bausch
Norbert Jütte ... Roland Riebeling
Natalie Förster ... Tinka Fürst
Lydia Rosenberg ... Juliane Köhler
Susanne Elvan ... Neshe Demir
Tarek Elvan ... Sahin Eryilmaz
Torsten Merser ... Nikolaus Benda
Bastian Sommer "Basso" ... Torben Liebrecht
Ines ... Picco von Groote
Bianca Ambach ... Tanja Schleiff
Leonard Schröter ... Theo Trebs
Johann Rehbaum ... Arved Birnbaum
Melanie ... Nadja Zwanziger
Sozialarbeiterin ... Antje Heinrich
ARD-Erstausstrahlung am 19. September 2021


Weitere Infos siehe auch: http://www.daserste.de/tatort


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Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal

 


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