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Hannelore Elsner in Lang lebe die Königin | © BR/ARD Degeto/ORF/Neue Schönhauser Filmproduktion GmbH/Marco Nagel

Bewertung:    



Die Drehbuchschreiberin Gerlinde Wolf hatte sich eine Tochter-Mutter-Geschichte (wohlgemerkt: in DIESER Reihenfolge, also Tochter-Mutter, und nicht umgekehrt) für ihren Film Lange lebe die Königin ausgedacht:


"Nina Just ist Moderatorin bei einem Verkaufssender, aber sie kann machen was sie will, die Anerkennung ihrer Mutter Rose bekommt sie nie. Rose wohnt gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Werner in einem alten Bauernhaus vor den Toren Münchens. Als Rose erkrankt und eine Spenderniere braucht, stürzt Ninas Privatleben in ein einziges Chaos. Zwischen dramatischen Lügen und komischen Übersprungs-Handlungen entwickelt sich für Nina überraschenderweise eine Liebesgeschichte mit dem Pannenhelfer Mike." (Quelle: daserste.de)


Ja und Marlene Morreis (als besagte Tochter) spielt dann ihre Rolle dementsprechend einzigartig und chaotisch gut, also den Umständen von ihrer Tochterrolle wohl entsprechend. Und man sieht während der anderthalb Filmstunden, wie sie an dem merkwürdigen Un-Verhältnis gegenüber ihrer Filmmutter stark leidet und ihr starkes Muttertochterleid durch jede Menge "Abwechslungen" und "Verirrungen" zu kompensieren sucht - am deutlichsten durch ihre gegenüber ihrer Mutter vorgetäuschte Schwangerschaft ables- und durchaus nachfühlbar; an einer vorgerückten Filmstelle entfleucht ihr während eines Dialogs mit ihrer nahesten Verwandten, dass die gar eine "Alltagssadistin" wäre, die aus einem manisch ausgelebten Eifersuchtsverhalten gar nicht anders könnte als, statt liebevoll zu ihrem leibhaftigen Töchterchen zu sein, ihr eigen Fleisch und Blut ein Leben lang psychisch zu drangsalieren und weswegen ja die Drangsalierte schon jahrzehntelang (total vergeblich freilich) Psychoanalysen machte usw. usf.

Das alles mag in seiner drehbuchartig kruden Aufgeblasenheit schon alles möglich sein, allein - an Hannelore Elsner (als besagter Rabenmutter) kommt die Morreis keinen Millimeter ran; da liegen Schluchten 'zwischen, die kein Mensch [und auch kein Fernsehfilmglotzer] jemals für überbrückbar hielte.

Also:

Das Ereignis dieses FilmMittwochs ist einzig und allein das letzte Abbild einer großartigen Mimin, die es immer schon verstanden hatte, durch ihr bloßes Äußeres, ihre grandiose wetterfeste und scheinbar ganz uneitle Gesichtslandschaft gepaart mit dieser unverwechselbaren "leisen" Stimme, monolithisch da zu sein - und alles, was da außerdem noch rund um ihr gewesen war, verblasste irgendwie zu höfischem Statistentum.

Elsners finaler Satz in diesem eigentlich total banalen Film: "Die Königin ist tot, es lebe die Königin."

Sprach's aus und starb.




Rose (Hannelore Elsner, links) platzt zusammen mit ihrem Lebensgefährten Werner Wittich (Günther Maria Halmer) unangekündigt ins TV-Studio, in dem Tochter Nina (Marlene Morreis) für einen Verkaufssender arbeitet. | © BR/ARD Degeto/ORF/Neue Schönhauser Filmproduktion GmbH/Marco Nage

Bobby King - 30. April 2020
ID 12201
Lange lebe die Königin (D 2019)
Regie: Richard Huber
Buch: Gerlinde Wolf
Kamera: Robert Berghoff
Musik: Dürbeck & Dohmen
Besetzung:
Rose Just ... Hannelore Elsner sowie (in je einer Szene) Gisela Schneeberger, Judy Winter, Iris Berben, Eva Mattes und Hannelore Hoger
Nina Just ... Marlene Morreis
Werner Wittich ... Günther Maria Halmer
Mike ... Matthias Kelle
Leon Just ... Ole Puppe
Hardy Koch ... Philipp Moog
Thomas Feiffer "Tomi" ... Marcus Mittermeier
Gisela Schmitt "Schmitti" ... Therese Hämer
Karl-Heinz ... Miguel Abrantes Ostrowski
Fritzi ... Genija Rykova
Clarissa ... Sophia Schober
Gisbert Storch ... Florian Brückner
Maskenbildnerin ... Siena Schiere
Bedienung Bistro ... Osee Bulisi
Erste Frau im Club ... Isabelle Deffrenne
Zweite Frau im Club ... Florie Metz
Erstausstrahlung: 29. April 2020 im Ersten


Weitere Infos siehe auch: https://www.daserste.de/


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= schon gut


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