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FU-Historiker entlarvt chilenischen Sozialisten Allende als Antisemit





Victor Farías entdeckt Dissertation des früheren Gesundheitsministers

In seinem neuesten Buch „Salvador Allende, antisemitismo y eutanasia“ entlarvt der chilenische Historiker Victor Farías den Mythos des sozialistischen Führers der „Unidad popular“ Salvador Allende. Der südamerikanische Arzt Allende hatte Chile in der Zeit von 1970 bis 1973 regiert und sich während eines Militärputsches unter General August Pinochet das Leben genommen. Farías ist es gelungen, die lange als verschwunden angesehene Dissertation Allendes im Archiv aufzuspüren, die beweist, dass der spätere Gesundheitsminister schon 1933 für die Zwangssterilisation von psychisch Kranken eintrat. In seiner Dissertation setzt er „menschliche Rassen“ mit bestimmten psychischen Erkrankungen in Beziehung und entpuppt sich als glühender Antisemit.

„Die Doktorarbeit von Salvador Allende galt jahrzehntelang als verschollen“, erzählt der 64-jährige Dozent für Lateinamerikanistik an der Freien Universität Berlin. Schließlich fand Farías die Arbeit, die 1933 unter dem Titel „Psycho-Hygiene und Verbrechen“ veröffentlicht wurde, in den Archiven der Universität Santiago de Chile. In seiner Studie vertrat der junge Arzt unter anderem die These, dass das jüdische Volk durch eine „allgemeine verbrecherische Anlage“ charakterisiert sei. Gleiches galt nach Allende auch für die von ihm titulierten „Zigeuner“ und „Landstreicher“.

Seine Arbeit gipfelt in der These, dass jede Rasse für bestimmte Verbrechensformen determiniert sei. Als psychisch krank definierte Allende auch Revolutionäre, die nach außen scheinbar normal wirkten, aber de facto gefährliche „Psychophaten“ seien. Um die Gesundheit des chilenischen Volkes zu erhalten, forderte Allende in seiner Studie, die Zwangssterilisation ohne Einwilligung der Betroffenen von allen psychisch Kranken, insbesondere von chronischen Alkoholikern.

„Die Texte von Allende können keineswegs als Jugendsünde abgetan werden“, sagt der ehemalige Schüler des Philosophen Martin Heideggers. Vielmehr ist Allende insbesondere als Gesundheitsminister der Volksregierung 1939 bis 1941 für die Umsetzung seiner Ideen eingetreten, wobei er sich an Hitler-Deutschland orientierte. Eine Kommission unter den deutschen Eugenikern E. Brücher und Hans Betzhold hatte einen Gesetzentwurf zur Zwangssterilisation von Geisteskranken vorbereitet. Dieser Entwurf scheiterte an dem massiven Widerstand der chilenischen Ärzteschaft und wurde im chilenischen Parlament nicht weiter diskutiert.

Außerdem gewährte die Regierung Allende dem international gesuchten NS-Kriegsverbrecher Walter Rauff politisches Asyl, der als Gruppenleiter im Reichssicherheitshauptamt für die Organisation und den Bau von so genannten „Gaswägen“ in die jeweiligen Vernichtungslager zuständig war.

Víctor Farías, Philosoph und Historiker, ist schon öfters mit unbequemen Wahrheiten – nicht nur für seine chilenischen Landsleute – aufgefallen. In den achtziger Jahren demontierte er seinen philosophischen Lehrer Martin Heidegger; im Jahr 2002 erschien auf Deutsch sein Buch über „Die Nazis in Chile“, in dem er nachzuweisen versucht, wie stark die chilenische Gesellschaft vom deutschen Nationalsozialismus infiziert war.


Von Felicitas von Aretin
ID 1887
Das Buch von Víctor Farías, „Salvador Allende. Antisemitismo y Eutanasia“, ist bereits in Chile erschienen, wo es seit Wochen auf der Bestsellerliste steht. In diesem Monat erscheint es in spanischer Sprache in ganz Lateinamerika, den USA und in spanischsprachigen Ländern.


Weitere Informationen erteilt Ihnen gerne:
Priv.-Doz. Dr. Víctor Farías, Lateinamerika-Institut der Freien
vfarias@zedat.fu-berlin.de




Kommunikations- und Informationsstelle der
Freien Universität Berlin
Kaiserswerther Str. 16-18
14195 Berlin

Tel.: 030 / 838-73180
Fax: 030 / 838-73187


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