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Rosinenpicken (476)

"Mausi, süß

warst du

heute Nacht"



Vera-Lotte Böcker (li.) in der weiblichen Titelrolle von Paul Abrahams Viktoria und ihr Husar an der Komischen Oper Berlin | Foto (C) Iko Freese, drama-berlin.de

Bewertung:    



Barrie Kosky, der Künstlerintendant der Komischen Oper Berlin, startete 2013 seinen Zyklus mit zum Teil bis heute vergessenen Paul-Abraham-Operetten; Ball im Savoy war diesbezüglich ein bringschuldiger Auftaktskracher, aber IHN kennt sicherlich - im Gegensatz zu Koskys nachfolgenden "Ausgrabungen" (Märchen im Grand-Hotel z.B.) - wohl fast jeder. In der Spielzeit 2018/19 folg(t)en Viktoria und ihr Husar (am vergangenen 23. Dezember) sowie Roxy und ihr Wunderteam (am bevorstehenden 31. Mai).

Viktoria ging nun zwischendurch und kurz mal so auf Reise an den Rhein - am Sonntagabend zündeten die Gäste aus Berlin in der Kölner Philharmonie ein wahres Feuerwerk des Frohsinns; so vom live gespürten Allgemein-Feeling her schien der "heikele" Versuch geglückt zu sein, denn immerhin musste vorausbedacht werden, ob die Berliner Großstadtoperette in der Karnevalshochburg tatsächlich funktionierte. Hatte sie! Und wie!!

*

Mit ironischen Zwischenhieben und charmantester Grandezza tat Gerd Wameling die in Ungarn wie in Japan wie in Nordamerika vorbeispielende Handlung conferencieren; auch sang und walzerte er an der Seite "seiner" angetrauten Rollengattin (100 Jahre Altersunterschied!) die eine oder andere heimatlich-ungarische Weise.

Absoluter Star des Abends: Vera-Lotte Böcker in der Rolle der Viktoria! Sie vollführte glaubhaft den emotional hochgradigen Spagat zwischen den Liebeshin- und -abgezogenheiten zum bis da vermisst geglaubten Rittmeister Koltay (schön-schmalzig dargebracht durch Daniel Prohaska) und zum väterlichen USA-Gesandten (Wameling, wie bereits angedeutet); ihr Sopran hat einen schier kristallklaren Verhall, ihr Höhenspektrum scheint nach oben hin beliebig-mühelos erweiterbar.

Spätestens nach dem TrinkerInnen-Hit "Mausi, süß warst du heute Nacht" erklärten sich Alma Sadé & Peter Renz als ultimatives japanisch-ungarisches SpäßemacherInnen-Paar; da blieb kein Auge trocken.

Nur noch getoppt von Dániel Foki, der den Koltayburschen Jancsi aufs Parkett zu brettern sich entschlossen hatte, dass es nur so krachte; er kann singen, spielen, tanzen, Sportstücke vollführen - eine urtalentige Ohren- und Augenweide!!

Ihm zur Seite konnte auch noch Marta Mika (als Riquette) brillieren.

Stefan Soltesz - einer von den weltweit ausgewiesensten Kennern und Könnern österreichisch-ungarischer (und wohlweislich auch Berliner Großstadt-)Operette - dirigierte das Orchester der Komischen Oper Berlin; das wiederum gilt als ein echter Alleskönner, denn sein Repertoire umfasst - neben Operette oder Musical - auch die gesamte Opernliteratur von der Renaissance bis zur Gegenwart; den MusikerInnen hört man nicht nur gern bei ihrer Arbeit zu, man lässt sich auch sofort von ihrer sichtbar guten Laune anstecken - dasselbe Kompliment muss auch die Chorsolisten der Komischen Oper Berlin (Choreinstudierung: David Cavelius) eindeutig treffen!

Wir konstatieren mit Genugtuung:

Die Operette wiederlebt!




Viktoria und ihr Husar von Paul Abraham durch die Komische Oper Berlin | Foto (C) Iko Freese, drama-berlin.de

Andre Sokolowski - 15. Januar 2019
ID 11149
VIKTORIA UND IHR HUSAR (Kölner Philharmonie, 13.01.2019)
Konzertante Aufführung

Musikalische Leitung: Stefan Soltesz
Kostüme: Katrin Kath
Choreinstudierung: David Cavelius
Besetzung:
Gerd Wameling (John Cunlight)
Daniel Prohaska (Rittmeister Stefan Koltay)
Vera-Lotte Böcker (Viktoria, seine frühere Verlobte)
Alma Sadé (O Lia San, Ferrys Braut)
Peter Renz (Graf Ferry Hegedüs)
Marta Mika (Riquette, Viktorias Kammerzofe)
Dániel Foki (Jancsi, Koltays Bursche)
Chorsolisten und Orchester der Komischen Oper Berlin
Premiere an der Komischen Oper Berlin: 23. Dezember 2019
Gastspiel der Komischen Oper Berlin


Weitere Infos siehe auch: https://www.koelner-philharmonie.de


http://www.andre-sokolowski.de

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