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Premierenkritik

Sommeroper


L´ITALIANA IN LONDRA
von Domenico Cimarosas
in neuer deutscher Textfassung
von Bettina Bartz und Jürgen Hinz


Tobias Hagge, Andrea Chudak, Katharina Ajyba, Andreas Elias Post und Julian Rohde (v.l.n.r.) in Die Italienerin in London | Foto (C) Christian Brachwitz

Bewertung:    



Seit 2003 gibt es Sommeropern unterm Label FESTIVAL SCHLOSS BRITZ. Zu dieser Zeit "entdeckte die Musikschule Paul Hindemith Neukölln den auf dem Gutsgelände in Britz gelegenen Historischen Pferdestall für kleine Opernaufführungen. 2006 entstand anlässlich des Jubiläums 300 Jahre Schloss Britz die Konzeption eines professionellen Musikfestivals. Renommierten Künstlern wie der Schauspielerin Angela Winkler, dem Komponisten Georg Katzer und der Geigerin Judith Ingolffson ist es zu danken, dass auch Persönlichkeiten aus Politik und Kulturszene auf das kleine Festival aufmerksam wurden." (Quelle: festival-schloss-britz.de)

Und hätte ich nicht gestern Vormittag - per Zufall - im kulturradio des rbb den kurzen Werbe-Trailer zur 2018er Premiere von Domenico Cimarosa´s Opera buffa Die Italienerin in London gehört, wüsste ich höchstwahrscheinlich weiterhin noch nicht, dass es dann dieses schöne Festival je gab und aktuell (natürlich) weiter gibt.

*

In diesem Jahr geht es, rein inhaltlich, um das hier:


"'Adel verpflichtet' weiß Seine Englische Lordschaft, dem die Eltern die Heirat mit einer Italienerin verboten haben. Während der blasse Aristokrat noch trostlos in seiner Teetasse rührt und in die Themse springen will, ist ihm die heißblütige Braut kurzentschlossen nachgereist. Geld hat sie keins und einen Plan hat sie auch nicht, aber als sie im universellen Schmelztiegel der Metropole London auf kuriose Typen trifft, kommen die Intrigen wie von selbst ins Rollen. Eine beherzte Wirtin und ihre beiden Stammgäste – ein mediterraner Abenteurer und ein holländischer Geschäftsmann – helfen der schönen Livia, das blaue Blut ihres Lords in Wallung zu bringen. Aber auch sie gehen aus der Multi-Kulti-Begegnung verändert hervor..." (Quelle: dto.)


1778 war die Uraufführung von L´Italiana in Londra [so der italienische Originaltitel] im Römischen Teatro Valle.

240 Jahre später sehen und hören die Britzer Opernbesucher eine deutsch gesungene und gesprochene Aufführung (Regie: Oliver Trauthein), die einen neuen deutschen Text, den sich Bettina Bartz & Jürgen Hinz ausdachten. Der klingt zeitgemäß und wirkt sodurch geheutigt; insgesamt hält er wohl Maß und geht mit seinen "Modernismen" auch nicht allzu überdrüssig auf die Nerven; also gar nicht mal so schlecht gemacht...

Ausstatter Alexander Maritynow siedelt die Geschehnisse in Bahnhofsnähe an; dort "fließt" dann auch die Themse, und deswegen stürzen sich der Reihe nach, versehentlich oder auch nicht, die Auftretenden in den Fluss. Von ihrer anzuschauenden Sozialität her könnten allesamt dem unteren bzw. nicht ganz völlig unteren Milieu entstammen resp. in es unverschuldet (unverschuldet?) abgerutscht sein à la Adel im Untergang, auf alle Fälle als ein Wink mit Zaunspfahl zu verstehen.

Die zwei Sopranistinnen - Andrea Chudak (Miss Brillant) und Katharina Ajyba (Livia) - hinterlassen die markantesten der Eislaufspuren. Beide müssen technisch durchaus haarsträubende Parts bewältigen; sie meistern das mit bemerkenswerter Coolness und artistischem Geschick.

Andreas Elias Post (Lord Aspirin), Julian Rohde (Mijnheer Sumers) und Tobias Hagge (Don Pomodoros) sind als die männliche Pendants zu den vergleichsweise zwei auffallenderen Gesangssolistinnen erlebbar.

Stefan R. Kelber dirigiert das Festival-Kammerorchester.

Die vorzüglichste Rampensau des Abend gibt jedoch der Schauspieler Björn Wunsch. Er ist als eine Art von "Nummernboy" so zwischendrin und ab und zu in Kleinstrollen zu sehen und gelegentlich zu hören; so als indische Putze, als Queen, als Harry Potter, als Hamlet, als Amorette... Superauftritte! Zum Brüllen!! (Und allein schon wegen ihm hat sich der Abstecher nach Britz total gelohnt.)



Björn Wunsch als Hamlet (li.) und Andreas Elias Post als Lord Aspirin in Die Italienerin in London | Foto (C) Christian Brachwitz

Andre Sokolowski - 11. August 2018
ID 10841
DIE ITALIENERIN IN LONDON (Kulturstall Schloss & Gutshof Britz, 10.08.2018)
Musikalische Leitung: Stefan R. Kelber
Inszenierung: Oliver Trautwein
Bühne und Kostüme: Alexander Maritynow
Dramaturgie: Bettina Bartz
Besetzung:
Livia ... Katharina Ajyba
Miss Brillant ... Andrea Chudak
Lord Aspirin ... Andreas Elias Post
Mijnherr Sumers ... Julian Rohde
Don Pomodoros ... Tobias Hagge
Mehrere, z.T. unmögliche, Bahnhofsgestalten ... Björn Wunsch
Kammerorchester des Festivals Schloss Britz
Premiere beim Festival Schloss Britz war am 10. August 2018.
Weitere Termine: 11., 12., 17.-19.08.2018


Weitere Infos siehe auch: http://festival-schloss-britz.de/


http://www.andre-sokolowski.de

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Vergleiche auch Die heimliche Ehe (Oper Köln)



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= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


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