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Konzertbericht

Erst blind,

dann nicht

mehr blind


Valery Gergiev kümmerte sich um JOLANTHE


Titelblatt der Jolanthe-Partitur von Peter Tschaikowski | Bildquelle: muzcentrum.ru

Bewertung:    



Der Opern-Einakter Jolanthe von Tschaikowski zählt wohl zu den hierzulande weniger bekannten Komponisten-Highlights, und obgleich er sicherlich eins ist! Uraufgeführt wurde er seiner Zeit - zusammen mit dem Nussknacker (quasi als dessen "Vorstück") - am Mariinski-Theater in St. Petersburg. Ja und der dort z.Z. in Personalunion als Intendant und Dirigent regierende ossetische Weltpultstar Valery Gergiev hatte/hat sich in den letzten Jahren intensiv v.a. um die außerrussische Verbreitung dieses wundervollen Schmachtfetzens - Tschaikowskis letzter Oper übrigens - bemüht; sogar Anna Netrebko war da oftmals schon als Titelheldin hie und da zu sehen und zu hören.

Jetzt ist Gergiev mit Jolanthe im Gepäck in ein paar deutschsprachigen Metropolen unterwegs gewesen - handverlesene Solisten inkl. "seines" phänomenalen Mariinski Orchesters St. Petersburg servierten sie jeweils als konzertante Aufführung; auch - so wie gestern Abend - in Berlin.

Ihr Plot geht ungefähr dann so:



König René hat eine blinde Tochter, die Jolanthe heißt. Die ist sich ihrer Blindheit allerdings, schon von Geburt an, nicht bewusst (nein! blind ist blind!!). Plötzlich erscheint ein Arzt und sagt, er kann die Blinde sehend machen unter der Voraussicht, dass die sich dann ihrer Blindheit vollbewusst würde (hm, leicht gesagt)... Dann schlägt ein Ritter aus Burgund im Garten von der schlafenden Jolanthe auf. Als die erwacht, empfindet sie urplötzlich Liebe zu dem unbekannten Mann in ihrer Nähe, den sie hört und riecht und "fühlt"; der Fremdling will aus ihrem Garten weiße, rote Rosen (was für weiße, rote Rosen? was ist weiß, und was ist rot???); Jolanthe "fühlt" auf einmal tiefe Liebe zu dem Mann, weil dessen Stimme halt so freundlich klingt, und so erfährt sie, als der Fremde rotweißrotweißrote Rosen haben will, dass sie wohl blind ist (rotweißrotweißrot? was soll das sein??) - jetzt will sie plötzlich sehen; und der Arzt tut's richten. Alles wurde also gut.


Irina Churilova war Jolanthe, Najmiddin Mavlyanov war der Ritter aus Burgund, und Stanislaw Trofimov Roi René, Evgeny Nikitin der Arzt; und alle sangen volle Pulle aus sich raus - ruuusische Säääle halt!!!



Valery Gergiev | (C) Alexander Shapunov


* * *

Zig Kamera- und Foto-Stabs der russischen Weltpresse versperrten die Sicht auf das Konzertpodium links außen unterhalb Block B [wo ich saß] - sowieso: Im Saal war'n fast nur Russen, auf den Gängen überwiegend russisches Gemurmel, ein Foyer-Durchgang war für den offiziellen russischen Veranstalterempfang gesperrt, am Eingang Tische mit russischen Botschaftsangestellten, die zum Aushändigen Hunderter von Ehrenkarten zuständig gewesen waren; großer Bahnhof also, volles Haus!

Ja und Talente-Installierer Gergiev tat vor dem eigentlichen Opernstart die 11jährige Alexandra - höchstwahrscheinlich so ein neues Wunderkind aus Russland - drei bekannte und beliebte Stückchen auf dem Steinway vorführ'n lassen; allerliebst.

Und ganz am Anfang redeten die Vize-Ministerpräsidentin der Russischen Föderation und ein was höherer Beamter aus dem Bundespräsidialamt ein paar Nettigkeiten anlässlich der (mit Berlins Jolanthe-Gastspiel) justament zur orthodoxen Weihnacht startenden "Russian Seasons Germany 2019".

Irgendwie schon staatsaktmäßig.
Andre Sokolowski - 8. Januar 2019
ID 11138
JOLANTHE (Philharmonie Berlin, 07.01.2019)
Konzertante Aufführung

Irina Churilova (Jolanthe), Sopran
Kira Loginova, Sopran
Yekaterina Sergeyeva, Mezzosopran
Natalia Yevstafieva, Mezzosopran
Najmiddin Mavlyanov (Vaudémont), Tenor
Andrei Zorin, Tenor
Roman Burdenko (Robert), Bariton
Evgeny Nikitin (Ibn-Hakia), Bassbariton
Stanislav Trofimov (König René), Bass
Yuri Vorobiev, Bass
Mariinsky Orchester St. Petersburg
Dirigent: Valery Gergiev


Weitere Infos siehe auch: https://www.mariinsky.ru


http://www.andre-sokolowski.de

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