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VORANKÜNDIGUNG

„TANZEN UM DIE WELT“
4. Kölner AIDS-Gala zugunsten der Deutschen AIDS-Stiftung

21. November 2009 in der Kölner Lanxess Arena

Ticket-Hotline 0221/8020 oder 0221/8021 und alle Vorverkaufsstellen



„Tanzen verbindet Menschen überall auf der Welt“, weiß John Neumeier, der Schirmherr der Gala. Neumeier ist der Ballettdirektor und Chefchoreograf des Hamburg Ballett und berühmt dafür, zeitgenössische Formen für abendfüllende Ballettaufführungen zu ersinnen.

Unter der Federführung von Jeane Freifrau von Oppenheim, der Vorsitzenden des Kuratoriums der Deutschen AIDS-Stiftung, wurde ein atemberaubendes Programm zusammengestellt, das von Hip Hop über Tango bis zum Ballett reicht.

Zu den Mitwirkenden zählen:
Tänzer von John Neumeiers Hamburg Ballett,
Vladimir Malakhow und Polina Simionova vom Staatsballett Berlin,
das American Ballet Theatre,
die Flamenco-Tänzerin Nina Corti,
die Inspirations Dance Company aus Südafrika,
Tango Metropolis aus Argentinien,
der Deutsche Tanzsportverband e. V und viele mehr.

Moderation: Eckart von Hirschhausen. Der promovierte Mediziner wird an dem Abend vor allem Humor verschreiben. Es spielt das Prague Festival Orchestra. Sämtliche Künstler verzichten zugunsten der Deutschen AIDS-Stiftung auf ihre Gage.


Nina Corti


Da die Zahl der Neuinfizierungen mit AIDS im letzten Jahrzehnt wieder drastisch gestiegen ist, wird die Flucht nach vorne versucht und die AIDS-Gala dieses Mal größer als zuvor geplant. Die Initiatoren wollen versuchen, die riesige Lanxess Arena in Köln möglichst zu füllen. Dafür haben sie das spektakuläre Programm auf die Beine gestellt und für die Tickets eine Preisspanne kalkuliert, die auch für den kleineren Geldbeutel finanzierbar sein soll. Die Ticketpreise rangieren von 35,-- bis 162,-- €. Die Einnahmen kommen ausschließlich der Deutschen AIDS-Stiftung zugute, die anfallenden Logistik- und anderen Kosten für die Show wurden von Sponsoren übernommen.

Im Anschluss findet eine Aftershow-Party statt, auf der man selber tanzen kann: Disco, Standardtanz, Gypsy-Klänge und die Piano-Bar bieten für jeden Geschmack etwas.

Wer sich über aktuelle Entwicklungen zum Thema AIDS informieren will, kann das über die Webseite der Deutschen AIDS-Stiftung tun: http://www.aids-stiftung.de
Dr. Ulrich Heide von der Deutschen AIDS-Stiftung fasste anlässlich der Pressekonferenz die wichtigsten Informationen zusammen:





„Wo stehen wir national, aber auch international? Ich glaube, wir haben national ein Wahrnehmungsproblem und international nach wie vor Zugangsprobleme.

Mit Wahrnehmungsproblem meine ich, dass in Deutschland noch nie so viele wie Menschen mit HIV und AIDS lebten wie im Augenblick. Ende letzten Jahres gab das Robert-Koch –Institut 63.500 Menschen als mit an AIDS erkrankt oder mit HIV infiziert an. Wenn ich die Zahlen der Neuinfizierten und die Sterberaten der letzten Jahre mit einbeziehe, dann kann man davon ausgehen, dass es mittlerweile über 65.000 Menschen mit HIV und AIDS gibt. Diese Zahl ist höher als zu der Zeit, wo das Thema AIDS die Medien beherrschte. Wir lesen und hören aber nur noch selten davon.
Wir haben in den letzten Jahren immer mehr von Krankheiten gehört, die eine vermeintliche Bedrohung darstellen, und wir hören immer weniger von der Infektionskrankheit, nämlich AIDS, die bei uns so viel Opfer fordert wir noch nie, und die vor allem weltweit alles andere als gestoppt und weiterhin die gefährlichste Infektionskrankheit ist.

Zur Situation bei uns: Es hat in Deutschland noch nie so viele Menschen gegeben, die mit der Infektionskrankheit leben, und es hat in Deutschland noch nie so viel Menschen gegeben, die sich neu infizieren. Ende der 90-er Jahre war die Anzahl der Neuinfizierten deutlich unter 2000. Die sind seitdem, kontinuierlich gestiegen auf 3000 im letzten und vorletzten Jahr. Das hat verschiedene Gründe. Ein Grund ist sicher die mangelnde Aufmerksamkeit und das mangelnde Interesse der Medien. Wenn ich Sie vor 10 oder 15 Jahren gefragt hätte, wann Sie den letzten Aufklärungsspot über AIDS gesehen haben, dann hätten Sie gesagt: Gestern oder vorgestern Abend. Wenn ich Sie jetzt frage, können Sie sich nicht mehr erinnern. Ich selbst kann mich auch nicht mehr erinnern.

Seit 1996/97 haben wir deutlich verbesserte Medikamente und viele Erkrankte können mit diesen Medikamenten besser und länger leben. Dieser Umstand hat leider eine negative Seite, wenn er als Heilung oder Quasi-Heilung wahrgenommen wird. Aber das ist nicht so. Ein Grund für die hohe Zahl der Neuinfizierungen ist sicher auch die geringere Bereitschaft vieler Gefährdeter sich und ihren Partner über viele Jahre mit der Intensität zu schützen, wie sie vor 10 bis 15 Jahren noch bestand.

Das Bild von AIDS bei denjenigen, die infiziert oder erkrankt sind, hat sich auch erheblich gewandelt. Wir haben auf der einen Seite eine große Gruppe, der es Dank der Medikation vergleichsweise gut geht und bei denen auch durchaus Leistungs- und Arbeitsfähigkeit besteht. Wir haben auch immer weniger jüngere Betroffene, die um finanzielle Hilfe bei der AIDS-Stiftung nachsuchen. Wir haben aber eine größer werdende Gruppe von „älteren“ Menschen, die Dank der Behandlung auch älter werden können. Bei denen, die älter sind und die länger behandelt werden, entwickeln sich ganz neue Krankheitsbilder. Dazu gehören, zum Beispiel, erhebliche Stoffwechselerkrankungen als Neben- oder Folgewirkung der Therapie, massive neurologische Störungen, die schon bei jüngeren Menschen an Altersdemenz erinnern. Für diese Menschen brauchen wir, und das in den kommenden Jahren zunehmend, Betreuungseinrichtungen. In Köln wird gerade ein Wohnprojekt fertiggestellt, in das zum Jahreswechsel zehn Menschen, die eine intensive Betreuung benötigen, einziehen können. Dieses Projekt wurde möglich, durch die unermüdliche Unterstützung der Baronin von Oppenheim, die in den vergangenen Jahren Kunstauktionen veranstaltet hat, deren Erlöse, im Wortsinne den Grundstein zur Finanzierung dieses Projekts gelegt haben. Ich nenne dieses Beispiel, um deutlich zu machen, AIDS ist nach wie vor, auch bei uns in den Industriestaaten, in denen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, eine Krankheit, die alles andere als leicht behandelbar ist, alles andere als eine unproblematische chronische Krankheit, mit der alle Betroffenen gut leben können. Es ist nach wie vor eine Krankheit, die man tunlichst vermeiden sollte, durch Verhinderung von Neuansteckung, und die bei vielen Betroffenen auch intensive Betreuung und Unterstützung nach sich zieht. Dafür brauchen wir als Deutsche AIDS-Stiftung Spenden, um u. a. die Infrastruktur für eine solche Betreuung herzustellen. Dazu gehören auch die Einnahmen aus der Benefiz-Veranstaltung „Tanzen um die Welt“.

Abschließend noch einen Hinweis auf die internationale, die globale Dimension. AIDS ist DIE globale Infektionskrankheit. Wir können die Situation bei uns im Lande nicht von der internationalen abkoppeln. Menschen reisen. Allein aus Deutschland reisen 50 Millionen mal im Jahr Menschen ins Ausland. Damit reisen praktisch auch die Viruskrankheiten. Daher betrifft uns das auch. Unser Augenmerk als Deutsche AIDS-Stiftung gilt im Moment dem südlichen Afrika, der Region, die international am stärksten betroffen ist, obwohl die Steigerung der Infektionszahlen in Osteuropa deutlich höher ist. Dazu möchte ich ein Projekt benennen: Das Programm „Dream“ in Mosambik, das wir durch Finanzierung eines Krankenhauses maßgeblich fördern. In diesem Krankenhaus werden ausschließlich HIV-infizierte Schwangere behandelt. Dank der sehr guten, im Grunde auf europäischen Niveau stattfindenden Therapie, gelingt es in dieser Behandlungsstation, dass die infizierten Schwangeren weniger als 2 % infizierte Kinder zur Welt bringen. 98 % der dort geborenen Kinder kommen ohne HIV zur Welt und haben damit eine ganz andere Lebenschance, als wenn sie infiziert zur Welt gekommen wären. Denn dann würden 50 % das erste Lebensjahr nicht vollenden. Das mag noch ein kleiner Hinweis auf die Sinnhaftigkeit unserer Arbeit sein. Diese Arbeit können wir nur finanzieren, wenn wir Einnahmen aus Veranstaltungen wie dieser haben, denn der staatliche Anteil an unserer Gesamtfinanzierung liegt bei zirka 1 % unseres Jahresbudgets. Wir kommen also ohne Spenden oder Einnahmen wie aus solchen Events nicht aus. Wir wollen aber weitermachen, weil wir glauben, eine vernünftige und sinnvolle Arbeit zu leisten.“


Helga Fitzner - red / 30. September 2009
ID 4413
4. Kölner AIDS-Gala zugunsten der Deutschen AIDS-Stiftung
Spendenkonto: 100044004

Bank: Bankhaus Sal. Oppenheim Köln
Bankleitzahl: 37030200


Ticketpreise: 35 Euro bis 167 Euro
Ticket-Hotline:
LANXESS arena 02 21 – 80 20
Köln-Ticket 02 21 – 28 01

Ticket-Shop:
LANXESS arena
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln

Weitere Infos siehe auch: http://www.aids-stiftung.de/veranstaltungen/tanzgala_koeln/





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