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Mal als St. Petersburgerin



Cecilia Bartoli - Foto (C) Uli Weber/Decca

Bewertung:    



"Zum allerersten Mal widmet sich Cecilia Bartoli der Barockmusik des Zarenreichs und präsentiert Werke, die einst am Hofe der Zarinnen Anna, Elisabeth und Katharina der Großen erklangen. Dieses Album, das Musik italienischer und deutscher Komponisten enthält, die am russischen Hof tätig waren, ermöglicht interessante neue Einblicke in eine faszinierende und wichtige Epoche der russischen Geschichte, in der man sich politisch wie kulturell dem von der Aufklärung geprägten Westen öffnete. Es enthält vor allem italienisches Repertoire, doch Cecilia Bartoli singt erstmals auch in russischer Sprache. Die Solistin selbst hat die hier präsentierten Werke aus den Archivbeständen der Bibliothek des Mariinsky-Theaters in St. Petersburg zusammengestellt und dabei Glanzstücke entdeckt, die mehr als zweihundert Jahre lang als verschollen galten..." (Quelle: ceciliabartolionline.com)

11 Weltersteinspielungen enthält dann also die CD St. Petersburg, für die die Bartoli und I Barocchisti (Dirigent: Diego Fasolis) jetzt auf Promotion-Tour gegangen sind - wir waren gestern Abend beim Berlin-Auftritt im dortigen Konzerthaus live dabei...

*

Cecilia Bartoli als Spürhündin!

Ich sah und hörte sie zuletzt hier in Berlin vielleicht vor sieben Jahren oder so, da sang sie bei den Philharmonikern zwei Haydn-Arien, Dirigent war Simon Rattle. Jahre vorher war sie regelmäßig in der Lindenoper, als es noch das Barenboim'schen Mozart-Pfingst-Fest gab, als Hauptstargast zugegen; wer sie da z.B. als Donna Elvira sehen/hörten wollte, musste schon ca. 200 Euro hinblechen - aber sie war halt "überall" präsent und da!

Dann machte sie (für sich) einen bedeutungsschweren Schnitt und stieg in eine Phase der projektgebundenen Konzentration ein - meistens ganz im Sinne von alljährlich neugepressten Platten, wo sie [so wie jetzt] in Biblotheken nach gewissen Alten Raritäten forschte, um sie daraufhin als "Weltersteinspielungen" [meist bei DECCA; so wie jetzt] in Folge aufzunehmen und mit Diesem dann Promotion-Touren [so wie jetzt] zu unternehmen. Außerdem: Sie ist, seit ein paar Jahren, künstlerische Leiterin der Pfingstfestspiele Salzburg. Also Jobs und Aufgaben en masse - - kein Wunder, dass man sie seither nicht mehr im stinknormalen Repertoire-Betrieb für Jetsetter als Diva wahrnimmt...

Aber eine Diva ist sie immer noch! Und singen kann sie - und; sie singt - wie ich dann heute Abend konstatieren konnte - noch viel besser als sie jemals vorher sang!!

Ihr menschumschlingender Gesichtsausdruck wirkt bisschen strenger, fast schon etwas lehrerinnenhaft, auch ist sie etwas voller in der Form geworden, was sie sowieso dann noch viel fraulicher und "mütterlicher" macht als je zuvor. Die leisen Stellen, die sie singt, sind irgendwie die faszinierendsten - da zieht sie Töne derart somnambulisch in die Länge ("in die Irre"), dass Einem beim Hören fast schon schwindlig wird. Und dann [wie früher halt] ihre artistischen Koloraturen von ganz Tief bis ganz-ganz hoch: das kann nur sie!!

Mit dem sie kongenial begleitet habenden Kammerorchester I Barocchisti scheint sie gewisse "Schwingungen" zu teilen - das Zusammenspiel mit ihm muss als brillant bezeichnet sein; sie guckt ja, ganz im Gegensatz zu anderen Kolleginnen oder Kollegen ihrer Zunft, die Musiker, die mit ihr spielen, innigst an; man könnte die "Begegnungen" auch gern als Hochzeiten auf Zeit hochloben. Es macht Spaß, der Bartoli bei ihrem interaktionalen Tun mit bloßem Auge nachzuschielen. DAS nenne ich wahrheitliches Musizieren!

Die auf ihre Neu-CD gemünzte Show gipfelte in der Zugabe, wo sie als Zarin X mit weißem Zobelmuff und weißer Zobelschapka irgend so was in der Richtung sang - - die Käufer ihrer Neu-CD werden es sicher nachträglich herausbekommen haben, was das ganz konkret dann war...



Cecilia Bartoli - Foto (C) Uli Weber/Decca


Andre Sokolowski - 23. Oktober 2014
ID 8188
ST. PETERSBURG (Konzerthaus Berlin, 22.10.2014)
Barocke Arien und Szenen aus dem 17. und 18. Jahrhundert

Cecilia Bartoli, Mezzosopran
Kammerorchester I Barocchisti
Dirigent: Diego Fasolis
Veranstaltung von First Classics Berlin


Weitere Infos siehe auch: http://ceciliabartolionline.com


Post an Andre Sokolowski

http://www.andre-sokolowski.de

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