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ORESTEIA

Musiktheater von Xenakis


Oresteia von Xenakis im Oberdeck des Parkhauses der Deutschen Oper Berlin - Foto (C) Bernd Uhlig

Bewertung:    



Die Deutsche Oper Berlin, wo momentan saniert wird, spielt die allererste Vorstellung der angefangenen Saison 2014/15 erst am 27. November. Bis dahin begnügt man sich mit konzertanten Opernaufführungen (Philharmonie) oder szenischen Provisorien anderswo als in der DOB - aber auch (außer in der Tischlerei) mit einer neu erfundenen, zum Haus oder zur Immobilie zählenden interessanten Spielstätte: dem Oberdeck im Parkhaus! Hier fand jetzt, als Open Air, Iannis Xenakis' spektakuläres "Musiktheater für Bariton, Chor, Kinderchor und Kammerorchester", die Oresteia, statt.

Sie ist von einer langjährigen und auch umständlichen Werkgeschichte. Vier (4!) Uraufführungs-Daten weist so das Programmheft auf. Der Komponist war nie bis ganz zum Schluss mit dem zufrieden, was er schuf; und immer kamen neue und ergänzende "Nachwerke" peu à peu hinzu...

Die Oresteia von Xenakis könnte man als eine Art Best Of des altgriechischen Sagenkreises rund um die Attriden oder auch als dessen brenngläsernes Konzentrat bezeichnen. Eine lineare Handlung gibt es nicht bzw. linear verläuft die Angelegenheit dann schon, aber rein interaktional (als Rollenspiel bzw. Rollenspiele) ist sie halt nicht angelegt. Was wir aus dem Gesehenen/Gehörten rauserkennen, ist, dass Klytämnestra aus dem Agamemnon Hackfleisch macht, dass alles Dieses von der nervenden Kassandra prophezeit wird, dass Elektra rachedurstentstellt auf Orest lauert, dass der Bruder und die Schwester ihre beider Vatermörderin abschlachten und dass letztlichhin Athene gegen alle zukünftigen Auswüchse jeglicher Volksgewalt (es fällt dann irgendwann gar die Parole "Bürgerkrieg") vermittelnd/überzeugend Position bezieht - das Letztere erfolgt in einem zeitgemäßen Auftritt von Michael Hofmeister, welcher in einer Luxus-Limousine vorgefahren kommt, aus dieser huldvoll zu den BürgerInnen winkt und sich ganz staatsnah unter jene mischt...



Die Dame in Blau ist Michael Hofmeister und soll Athene aus der Oresteia von Xenakis, die im Oberdeck des Parkhauses der Deutschen Oper Berlin zur Aufführung gelangte, sein - Foto (C) Bernd Uhlig


Die Produktion als Ganzes muss als Wurf bezeichnet sein!

Es gibt zu sehen noch und noch; es gibt zu hören, was man so bislang noch nie zu hören meinte - allen voran vom Bariton Seth Carico, der in einem atemberaubenden Stimmwechsel zwischen "Normal" und Falsett die fast 15minütige große Orakel-Szene mit Kassandra (Caricos Falsett) und ihren Befragern (Caricos "Normal"-Bariton) zentral bestimmt! Sensationell!!

Wo mit dem Schwärmen anfangen, wo enden??

Inszeniert hatten David Hermann (Regie) und Christof Hetzer (Ausstattung).

Die musikalische Leitung lag in den Händen von Moritz Gnann.

Wenn das Xenakis noch erlebt hätte?!

Schier ausufernder Jubel.



Das prachtvoll ausschauende Mannsbild mit Lendenschurz (li.) ist Seth Carico, der Kassandra aus Xenakis' Oresteia im Oberdeck des Parkhauses der Deutschen Oper Berlin gesungen hatte - Foto (C) Bernd Uhlig


Andre Sokolowski - 13. September 2014
ID 8087
ORESTEIA (Oberdeck im Parkhaus, 12.09.2014)
Musikalische Leitung: Moritz Gnann
Inszenierung: David Hermann
Bühne und Kostüme: Christof Hetzer
Video: Clara Pons
Licht: Ulrich Niepel
Chöre: William Spaulding
Kinderchor: Christian Lindhorst
Dramaturgie: Sebastian Hanusa
Besetzung:
Athene ... Michael Hofmeister
Kassandra ... Seth Carico
Choranführer ... Andrew Harris
Psalterion ... Georg Glasl
Solo-Schlagzeug ... Björn Matthiessen
Orest ... Aristoteles Chaitidis, Spyridon Markopoulos und Eleftherios Veniadis
Elektra ... Despina Bibika, Dimitra Thomaidou und Alexandra Zoe
Orest (Tänzer) ... Alexander Fend
Elektra (Tänzerin) ... Sofia Pintzou
Klytämnestra (Tänzerin) ... Jennie Gerdes
Agamemnon ... Raffael Hinterhäuser
Chor und Kinderchor der Deutschen Oper Berlin
Orchester der Deutschen Oper Berlin
Uraufführung war am 14. Juni 1966 in Ypsilanti/Michigan
Premiere war am 9. September 2014
Weitere Termine: 13., 15. + 16. 9. 2014


Weitere Infos siehe auch: http://www.deutscheoperberlin.de


Post an Andre Sokolowski

http://www.andre-sokolowski.de

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