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Premierenkritik

25. April 2014 - Deutsche Oper Berlin

DER LIEBESTRANK



Der Liebestrank an der Deutschen Oper Berlin - Foto (C) Monika Rittershaus


"Und ich Idiotin habe ihn

verschmäht!"

Das da (s. Überschrift) ist eins von den Zitaten, die die simultane Übertitelei der DOB zu ihrem neuen Liebestrank von Donizetti lieferte. Ja und so ungefähr geht es dann auch in dieser Oper, die - so wie man heute Abend deutlich hören konnte - stellenweise fast unsingbar ist, rein handlungsmäßig zu; ersparen wir uns die Synopsis, sie ist wie das Stück an sich schwachsinnsgeschwängert ohnegleichen. Halt eine Komödie mit Musik. Aber mit Allem (musikalisch), was das Zeug herhält oder auch wieder nicht...

Erinnert sei hier kurz an jene legendären eintausendeinhundertfünfzig Vorhänge bei sechshundertsiebzig Minuten pausenlosem Beifall anno 1988, als der Startenor Luciano Pavarotti die Partie des Nemorino gab; da lagen ihm dann also spätestens nach der Romanze "Una furtiva lagrima" die gänzlich außer sich gerat'nen Leute in der DOB zu Füßen - kann gut möglich sein, dass ein paar Überlebende von diesem Vorfall irgendwie noch zu berichten in der Lage wären.

Heute freilich sang dann "bloß" Dimitri Pittas, und das, was man über ihn in dem Zusammenhang vermelden könnte, wäre allenthalben, dass er sich die allergrößte Mühe gab. Mehr nicht.

Allein von Heidi Stober (als Adina) gingen ernst zu nehmende gesangliche Impulse aus; obgleich dann ihre Stimme [was allein an meinem ganz persönlichen Geschmack zu ihr gelegen haben mag] einseitig langweilte und sodurch peu à peu etwas zu nerven drohte.

Simon Pauly (als Belcore) schien mit der Partie völlig überfordert; stellenweise hörte man ihn überhaupt nicht.

Nicola Alaimo (Dulcamara) kam rein mimisch gut herüber; stimmlich - so wie Pauly - war er eine Fehlbesetzung.

Und auch Alexandra Hutton (Gianetta) nahm sich am Premierenabend zwar viel vor, aber außer ihrer betont zur Schau gestellten sexy-edelen Figur brachte sie (also stimmlich) wenig auf die Waage.

Merke: Wenn ich vorher weiß, ich kann den Liebestrank von Donizetti - der nun mal sauschwer zu singen ist - nicht adäquat besetzen (und die Steilvorlage Pavarotti war und ist nun einmal da!), kann ich es halt nicht machen; basta!

Gastdirigent Robert Rizzi Brignoli vermochte nicht den sonst bei Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin erfahrungsreichen italienischen Esprit herauszukitzeln. Ergo: Langweiliger Klang.

Die Inszenierung von Irina Brook gefiel sich in synchronschwimmhaften Freilichtbildern, die ihr Martin Buczkó choreografisch zuspielte. Seltsames Zwischending.

Distanzlose Begeisterung im Saal.



Der Liebestrank an der Deutschen Oper Berlin - Foto (C) Monika Rittershaus


Bewertung:    

Andre Sokolowski - 25. April 2014
ID 7772
DER LIEBESTRANK (Deutsche Oper Berlin, 25.04.2014)
Musikalische Leitung: Roberto Rizzi Brignoli
Inszenierung: Irina Brook
Bühne: Noëlle Ginefri
Kostüme: Sylvie Martin-Hyszka
Licht: Arnaud Jung
Chöre: Thomas Richter
Choreographie: Martin Buczkó
Dramaturgie: Jörg Königsdorf
Besetzung:
Dulcamara ... Nicola Alaimo
Belcore ... Simon Pauly
Nemorino ... Dimitri Pittas
Adina ... Heidi Stober
Giannetta ... Alexandra Hutton
Ricky ... Geoffrey Carey
Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin
Premiere war am 25. April 2014
Weitere Termine: 30. 4. / 3., 8., 10. 5. 2014


Weitere Infos siehe auch: http://www.deutscheoperberlin.de


http://www.andre-sokolowski.de



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