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Priscilla - Königin der Wüste im Staatstheater am Gärtnerplatz | Foto (C) Marie Laure-Briane

Bewertung:    



Mutig, provokant und teilweise völlig bizarr - so könnte man den Kultfilm Priscilla von Regisseur Stephan Elliott beschreiben. Das Münchner Gärtnerplatztheater hat sich im Dezember letzten Jahres als erstes deutsches Theater diesem Stoff gewidmet und ihn unter der Regie von Gil Mehmert in ein bezauberndes Musical verwandelt.

Priscilla ist mehr als ein großes Abenteuer und skizziert die ergreifende Geschichte der drei Freunde Tick (Armin Kahl), Bernadette (Erwin Windegger) und Adam (Terry Alfaro). Alle Drei haben eines gemeinsam: Sie sind Traviestiekünstler und mischen zusammen das Nachtleben Sydneys auf. Gelangweilt von der Tristesse des Alltags und getrieben von Sehnsucht und Hoffnung, machen sich die drei Freunde in einem zusammengeflickten alten Bus, den sie Priscilla taufen, auf den Weg ins australische Outback.

Was Bernadette und Adam zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht wissen, ist die Tatsache, dass Tick, der sich allabendlich in die schrille Doris verwandelt, ein großes Geheimnis vor sich her trägt: Für ihn ist die Reise nach Alice Springs alles andere als ein Zufall. Im früheren Leben mit einer Frau verheiratet, hat er einen inzwischen achtjährigen Sohn, Benji (Jasper Baumann), der sich nichts sehnlicher wünscht als endlich seinen Vater kennenzulernen.

Doch so stark die Vorfreude auf das baldige Wiedersehen auch sein mag, so groß sind auch die Zweifel, die damit einhergehen. Was wird der kleine Benji sagen, wenn er den eigenen Vater plötzlich im Glitzerfummel wiederfindet? Wie wird er reagieren, wenn er herausfindet, dass sein Vater sich eine Beziehung mit einem anderen Mann wünscht? All das sind Fragen, die sich Tick zunächst nicht beantworten kann.

Dank der mentalen Unterstützung seiner Freunde gelingt es ihm dennoch, seine Zweifel zu vergessen, und es beginnt eine spannende Reise durch die australische Wüste, an deren Ende natürlich eine glückliche Familienzusammenführung steht.

*

Dem Gärtnerplatztheater ist es zweifelsohne gelungen, diese bunte Mischung aus Kitsch und Tiefgründigkeit optisch mehr als ansprechend und authentisch in Szene zu setzen. Das Bühnenbild von Jens Kilian ist genauso vielfältig wie abwechslungsreich und lässt dabei keine technische Raffinesse aus. Die moderne Drehbühne ermöglicht dabei viel Spielraum für Illusionen. Passend zu den Kulthits der achtziger und neunziger Jahre glitzern die aufwendig gearbeiteten Kostüme und erinnern dabei an längst vergangene Zeiten.

Auch Akustik und Gesang dürfen natürlich bei einem guten Musical nicht zu kurz kommen. Dieses lag dem Gärtnerplatztheater bei der Besetzung offenbar besonders am Herzen. Allen voran Dorina Garuci, Jessica Kessler und Amber Schoop sind es, die hier durch sensationellen Gesang überzeugen und das stimmgewaltige Ensemble anführen.

Erwin Windegger gibt eine phantastische Bernadette, die nicht nur durch stimmliche Klarheit, sondern auch durch enorme Bühnenpräsenz überzeugt und dem Zuschauer tiefgreifende Emotionen wie Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung leichtfüssig vermittelt.

Die schauspielerisch grandiose Leistung in Kombination mit bekannten Melodien wie „It´s raining men“ oder „Boogie Wonderland“ gespielt und teilweise neu interpretiert vom Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz sind fast schon ein Garant für den Erfolg eines Stückes wie Priscilla - Königin der Wüste und spiegeln die Beliebtheit bei den Münchnern wieder.

Nach einer aufregenden und zumeist ausverkauften Spielzeit verabschiedete sich das Kult-Musical letzte Woche mit einer rundum gelungenen Denière aus München.



Priscilla - Königin der Wüste im Staatstheater am Gärtnerplatz | Foto (C) Marie Laure-Briane

Benjamin Kramer - 16. April 2018
ID 10643
PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE (Gärtnerplatztheater, 12.04.2018)
Musikalische Leitung: Jeff Frohner
Regie: Gil Mehmert
Choreografie: Melissa King
Bühne: Jens Kilian
Kostüme: Alfred Mayerhofer
Licht: Michael Heidinger
Video: Raphael Kurig und Meike Ebert
Dramaturgie: Michael Alexander Rinz
Besetzung:
Tick ... Armin Kahl
Bernadette ... Erwin Windegger
Adam ... Terry Alfaro
Diven ... Dorina Garuci, Jessica Kessler und Amber Schoop
Bob ... Frank Berg
Marion ... Tanja Schön
Benji ... Jasper Baumann
Cynthia ... Marides Lazo
Shirley ... Angelika Sedlmeier
Miss Verständnis ... Eric Rentmeister
Miss Fernanda Falsetta ... Jurriaan Bles
Jimmy ... Karim Ben Mansur
Ensemble und Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Premiere war am 14. Dezember 2017.


Weitere Infos siehe auch: http://www.gaertnerplatztheater.de


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