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Kurzportrait

HANS-JOACHIM ROEDELIUS



Hans-Joachim Roedelius | Bildquelle: https://www.facebook.com/Roedelius


Hans-Joachim Roedelius (geb. 1934) ist seit 1969 im Kontext von Krautrock, experimenteller Elektronik und Ambient mit Musikern wie z.B. Dieter Moebius, Conrad Schnitzler, Michael Rother (man denke an Neu!), Brian Eno aktiv. Bands und Projekte von ihm waren/sind Kluster/Cluster/Qluster, Harmonia, Aquarello; und er mitbegründete das Zodiak Arts Lab.

Beim Label Bureau B gibt es CDs damaliger Jahre von Roedelius, die manche Facette seiner umfangreichen Arbeit und zahlreichen, jahrzehnteübergreifenden Veröffentlichungen (beteiligt an ca. 170 Alben) zeigen.

Die Soloalben Wie das Wispern des Windes (1986, auf dem norwegischen Label Citada) und Piano Piano (1991, auf dem italienischen Label Materiali Sonori) stellen Roedelius am Flügel vor. Tastenmusik pur und rein ohne jede Hinzunahme von Elektronik. Das ist verglichen mit dem experimentellen Elektronikbereich, in dem Roedelius heimisch ist, dann mit Klavieretüden manchmal sogar nicht unweit von romantischem Touch - und doch auch präzise avantgardistisch-minimalistische Formstrenge mitintegrierend. Klavierklänge, auch in Meditatives weisend, fast weltentrückt und doch auf Feinheiten konzentriert in einem Realismus, der zu einer zurückgenommen leisen, beobachtenden Position und Haltung gehört, die alles wahrnehmen kann. Klaviermusik der freien Improvisationen mit eingestreut repetetiven Minimalismen.

Musik, wie eine Zeitreise zürück in die späten 80er, frühen 90er Jahre. Ich blende beim Hören Sequenzen manch französischen Films ein, den ich sah, nordische Landschaftsfotografie, die mich neugierig machte auf den Norden, während ich immer wieder im Süden viele Wochen verbrachte und deutsche Provinzidyllen, in die ich mich durchatmend zurückzog und entspannend Abstand vom hektischen Stadtleben fand.

Klaviermusik als eine poetische, melodische Welt für sich. In sich ruhend, nach nichts fragend, nichts fordernd, weit ins Introspektive, Introvertierte gehend. Wie einfach da, um alle Oberflächlichkeit und alles nichtssagend Redselige verachtend links liegen zu lassen. Der Schönheit und Unverbrauchtheit der Natur nahe, den Innenstädten mit ihrem lärmenden Großstadtgetriebe fern.

Musik, die wegen ihres hohen Aussagegehalts zeitlos wird und weiter Bedeutung trägt.

Momenti Felici (1987, veröffentlicht auf Venture) präsentiert Hans Joachim Roedelius am Klavier abseits der Elektronikszene im Zusammenspiel mit dem Saxophonisten Alexander Czjzek. Das hat dann verglichen mit seinen Klavier-Soloalben manchmal auch Untiefen von New Age und nicht konsequent starke Aussagekraft. Roedelius am Klavier überzeugt zwar, Czjzek am Saxophon aber weniger; deshalb diese CD marginaler erwähnt (Bureau B/Tapete).



Hans-Joachim Roedelius | Bildquelle: https://www.facebook.com/Roedelius

Tina Karolina Stauner - 27. Dezember 2014
ID 8341
Weitere Infos siehe auch: http://www.roedelius.com


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tkstauner.blogspot.com



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