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Konzertkritik

"Wiener

Schule"



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Sechs Mitglieder der Wiener Philharmoniker - Rainer Honeck, Christoph Konzs, Herbert Kefer, Thomas Hajek, Sebastian Bru und Bernhard Hedenborg - waren gestern Abend im Berliner Pierre Boulez Saal, um dortselbst einen gewissen Eindruck zu vermitteln, was die sog. "Wiener Schule" (nicht zu verwechseln mit der Gruppe von Komponisten zwischen Spätbarock und Wiener Klassik) wäre. Als ein diesbezüglicher Begriff ist sie, zumindestens im Web, nicht auffindbar, und so vermuten wir, dass "es" womöglich eine Art von Feeling meinen könnte, das entsteht, wenn Musiker in einer für sie ganz bestimmten also urtypischen Art und Weise miteinander spielen. Und das Wie sollte "es" daher meinen - weniger vielleicht das Was.

*

Der herrlich anzuhörende und atmosphärisch schöne Kammermusikabend koppelte drei Werke von drei Österreichern (liest sich irgendwie zwar merkwürdig, dürfte jedoch rein faktisch [wegen Salzburg, Ansfelden und Wien] letztendlich stimmen) aus drei diese keinesfalls zeitlich tangiert habenden Ären; und so lagen beispielsweise zwischen Mozarts Streichquartett D-Dur und Bruckners monumentalem Quintett F-Dur knapp über hundert Jahre, ja und bis zur Schönberg'schen Verklärten Nacht vergingen wohl dann noch mal zwanzig Lenze, ungefähr.

Und wollte man nach anfänglicher Höre, was denn die sechs "Wiener" mit KV 155 anzustellen willens wären, einschränkender Weise meinen, dass ihr Mozart-Bild womöglich noch aus der Karl-Böhm-Erfahrung herzurühren und daher auch nicht mehr ganz so zeitgemäß empfindbar schien, bekräftigte sich - spätestens beim Bruckner - unvermeidlich der Verdacht, dass es authentischer und glaubwürdiger kaum noch möglich sein sollte, so was (wie diese faktisch auf Quintett-Größe zusammenkonzentrierte Brucknersinfonie) zu musizieren.

In der Tat erlebte sich bei diesem Mega-Opus, und obzwar in der vermeintlichen "Verkleinerung" (2 Violinen, 2 Violen, 1 Cello), alles das, was Brucknerfans und -kenner über dessen auswüchsige Sinfonien sattsam-hinlänglich zu kennen meinen: 1. umfängliche Exposition und Durchführung von Themen, 2. "lustiges" Scherzos, 3. schwelgerisches Adagio, 4. auf- und zubündelnder Schlusssatz sprich Finale. Alles in Allem: ein ganz unbestreitbar zu den Wiener Philharmonikern gehörendes Spezial- und Muss-Ding! Das Adagio freilich ragte, wie sooft beim Ansfelder, gotttempelhoch hinauf; es fehlen einem immer wieder Worte, so viel Irrlichternes auch nur annähernd begreifbar zu beschreiben. Highlight dieses Abends, ohne jeden Zweifel!!

Schönbergs Verklärte Nacht, ein Frühwerk von ihm, hört man noch öfter in den nachgeraden Streichorchester-Fassungen von 1917 resp. 1943. Dass die "Wiener" jetzt mit dem Original - also dem Streichsextett (von 1899) - aufwarteten, stellte abermals eine schier extra-elitäre Top-Bereicherung ihres umjubelten Berlin-Konzertes dar.

Andre Sokolowski - 23. Mai 2018
ID 10709
WIENER SCHULE (Pierre Boulez Saal, 22.05.2018)
W. A. Mozart: Streichquartett D-Dur KV 155 (134a)
Bruckner: Streichquintett F-Dur für zwei Violinen, zwei Violen und Violoncello
Schönberg: Verklärte Nacht / Streichsextett d-moll op. 4
Rainer Honeck, Violine
Christoph Koncz, Violine
Herbert Kefer, Viola
Thomas Hajek, Viola
Sebastian Bru, Violoncello
Bernhard Hedenborg, Violoncello


Weitere Infos siehe auch: http://boulezsaal.de


http://www.andre-sokolowski.de

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