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Konzertkritik


Die Schöpfung in der

Marienkirche in Berlin-Mitte

Bewertung:    



Als Joseph Haydn Ende der 18. Jahrhunderts Die Schöpfung komponierte, erfreute sich das Genre Oratorium schon sehr großer Beliebtheit. Oratorium kommt vom lateinischen „orare“ und bedeutet: Beten. Jahrhundertelang hatte sich die Kirche dagegen gewehrt, dass sich mit oder neben dem Beten andere musikalische Formen als die strenge Orgel und Chorgesang entwickeln. Mit Beginn des 17. Jahrhunderts war dann der Damm gebrochen, und unter anderem entstand das Genre des Oratoriums, eine musikalisch dramatische Form, welche auf der Grundlage von Bibeltexten theologische Themen in Musik setzt.

Welch schöne Idee von der MarienKantorei, am 25. Jahrestag der Wiedervereinigung ein Oratorium aufzuführen. Beten bedeutet ja auch innehalten und nachdenken, und dafür ist heute Anlass genug. Nicht genug, dass die die Marienkirche gerade wegen der vielen Baustellen am Alexanderplatz kaum zu finden ist, nein - heute ist der letztmögliche Zugangsweg auch noch von der Polizei abgesperrt, wegen einer Demonstration. Aber es haben trotzdem geschätzte 400 Zuhörer in die zweitälteste Kirche Berlins geschafft.

Haydns Schöpfung ist seit der gefeierten Uraufführung in Wien sehr populär, das fast zweistündige Werk feiert die Erschaffung der materiellen und der nichtmateriellen Welt.

Kantorin Marie-Louise Schneider, welche die Aufführung auch leitete, konnte ausgezeichnete Solisten verpflichten: Stefanie Wüst (Sopran), Martin Petzold (Tenor) und Matthias Vieweg (Bass) lieferten eine erstklassische Leistung ab. Der Chor der MarienKantorei war bestens präpariert und arbeitete professionell, ein transparenter durchhörbarer Klang, wo oft besonders die Tenöre schillerten. Die Akustik der Marienkirche ist schwierig, und es brauchte schon so versierte Oratoriensänger wie Martin Petzold, um die lange Nachhallzeit in den Griff zu bekommen. Marie-Louise Schneider ließ der Partitur genügend Raum, um sich in dem mächtigen Kirchenschiff ausbreiten zu können. Das Oratorium ist eine populäre Musikform, das zeigt auch die jüngere Musikgeschichte von Arnold Schönberg über Paul Dessau, Hans Werner Henze bis zu Wolfgang Rihm. Mehr Mut sich besonders dieser jüngeren Entwicklung anzunehmen, möchte man den Ensembles zum Schluss gern noch zurufen.
Steffen Kühn - 4. Oktober 2015
ID 8909
Weitere Infos siehe auch: http://www.marienkirche-berlin.de


Post an Steffen Kühn

http://www.hofklang.de



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