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Opernkonzert

ARIADNE AUF NAXOS



Das ist Ariadne Meagan Miller - Foto (C) Kristin Hoebermann | Bildquelle: deutscheoperberlin.de

Bewertung:    



Ariadne auf Naxos ist wohl eine von den orchestral weniger dick besetzten Strauss-Opern - fast eine Art von "Kammerstück" par excellence. Der Text (Hugo von Hofmannsthal) muss als superb und zeitlos gelten. In dem Stück beschäftigt man sich beinah ausnahmslos "um sich" höchstselbst, es geht hierin um Macht und Ohnmacht auf den Brettern, die die Welt bedeuten, und das hat schon irgendwie eine inzestuöse Komponente:

Hochbegabter junger Komponist hat eine einaktige Oper (heute würden wir das, was er anbot, Schmierentheater nennen) gewerkt und wartet auf die Uraufführung. Die verzögert sich dann allerdings - denn der dieses Projekt bestellt habende und es auch bezahlende steinreiche Mäzen ist ein Sadist und macht sich seinen Spaß daraus, den Schöpfer (Komponisten) und die Ausführenden (SängerInnen und Statisten) gegenseitig vorzuführen und, nach Lust und Laune, Vor- und Nachspiel plötzlich zu vermischen resp. vermischen zu lassen usw. usf. Das Jungtalent scheint hiervon/hiermit völlig überfordert und droht schon mit Suizid. Aber da gibt es schließlich eine ganz Beherzte (Zerbinetta), die die Sache schließlich für den Knaben regelt und - er wurde letztlich überhaupt nicht mehr gesichtet...

*

Der in puncto Strauss seit Jahren und Jahrzehnten (auch als Gast der DOB) erprobte und erfahrene Ulf Schirmer - dessen Leipziger Frau ohne Schatten diesen Sommer für Furore sorgte - dirigierte gestern Abend ein nicht minder in puncto Strauss erprobtes und erfahrenes Orchester der Deutschen Oper Berlin anlässlich einer konzertanten Darbietung der Ariadne in der Philharmonie Berlin; es klang, was dann das Orchestrale angeht, durch die Bank weg gut und delikat - vielleicht, an ein paar Stellen, etwas "aufgeblasen" derb, aber da gehen die Geschmäcker der Ariadne-Hörer sowieso dann immer ziemlich auseinander. Und für meine Begriffe (um ein Beispiel nur zu nennen) strahlte doch das Komödianten-Trio mit Jörg Schörner, Tobias Kehrer und Paul Kaufmann schon etwas zu mahlzeitig-behebig aus, will sagen, war nicht flockig-leicht genug - - im krassen Gegensatz zu Carlton Ford (als Harlekin), der zwar dann auch und wiederum etwas zu schmalbrüstig und leise rüberkam; noch krasser allerdings im noch viel krasseren Vergleich zur Zerbinetta von Susanne Elmark (!), deren außerplanetarisch abgezwitscherte "Großmächtige Prinzessin"-Arie keine Wünsche übrig ließ.

Daniela Sindram überzeugte fulminant als Komponist - und Markus Brück als deren/dessen menschelnder Musiklehrer.

Meagan Miller (als Ariadne) wartete mit stimmlicher Konstanz und schwesterlicher Wärme auf.

Wogegen Stefan Vinke (als Bacchus) sportlich an die für ihn nicht gerade auf den Leib geschriebne Rolle gehen musste, dass er all die "Normen" in ihr schafft; beim Schlussbeifall mischten sich ein paar ungezog'ne Buhs für ihn in die doch einhellig-mehrheitliche Begeisterungsbekundung.

Auffällig war schon, dass - wenn man (so wie hier) Ariadne unszenisch erlebt - inflationär Ermüdung oder "Abbau" droht; ganz offensichtlich wurde das bei den nicht enden wollenden Höhlen-Gesängen zwischen depressiver Hauptgestalt und diesseitigem Gott o.s.ä.

Bei dem Nymphen-Trio fiel das Echo von Elena Tsallagova allerstärkstens auf.

Die 90jährige Salzburger Opernstar-Legende Franz Mazura sprach den Haufhofmeister.

Schönes Opernkonzert.



Nach der konzertanten Aufführung von Ariadne auf Naxos mit Solisten sowie dem Orchester der Deutschen Oper (Dirigent: Ulf Schirmer) am 14. Oktober 2014 in der Philharmonie Berlin | Foto (C) Bettina Stöß


Andre Sokolowski - 15. Oktober 2014
ID 8166
ARIADNE AUF NAXOS (Philharmonie Berlin, 14.10.2014)
Konzertante Aufführung

Ariadne ... Meagan Miller
Bacchus ... Stefan Vinke
Najade ... Siobhan Stagg
Dryade ... Ronnita Miller
Echo ... Elena Tsallagova
Haushofmeister ... Franz Mazura
Musiklehrer ... Markus Brück
Komponist ... Daniela Sindram
Offizier ... Clemens Bieber
Tanzmeister ... Thomas Blondelle
Perückenmacher ... Jörg Schörner
Lakai ... Noel Bouley
Zerbinetta ... Susanne Elmark
Harlekin ... Carlton Ford
Scaramuccio ... Jörg Schörner
Truffaldin ... Tobias Kehrer
Brighella ... Paul Kaufmann
Orchester der Deutschen Oper Berlin
Dirigent: Ulf Schirmer


Weitere Infos siehe auch: http://www.deutscheoperberlin.de


Post an Andre Sokolowski

http://www.andre-sokolowski.de




 
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