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Festival

Dans le

jardin de

William Christie

IM GARTEN VON
WILLIAM CHRISTIE


Das ist William Christie auf seinem Gut in Thiré. | Foto (C) Christa Blenk

Gemächlich schreitet der Hausherr über die Wiese und kommt direkt auf La Pinède (den Pinienhain) zu, wo ihn das auf dem Rasen sitzende Pubikum schon erwartet. William Christie, der musikalische Direktor und Gründer von Les Arts Florissants wird dieses Minikonzert höchstpersönlich auf dem Cembalo begleiten. Da noch ein wenig Zeit ist, setzt er sich erstmal neben die junge deutsche Sopranistin Natascha Schnur, die gleich zusammen mit Jeffrey Girton (Viola) und Myriam Rignol (Viola da Gamba) "La Musette", französische Kantaten von Nicoas Clérambault singen wird. Nirgends ist man den Sängern und Musikern so nahe wie hier in diesem Zaubergarten.

Zirka zehn Minuten hat man Zeit, um zum nächsten Konzert zu kommen, und immer ist der Weg durch den Garten bezaubernd. Als nächstes geht es in das Théâtre de verdure, wo Mitglieder des Ensembes Jardin des Voix Monteverdi-Madrigale vortragen. Anschließend über die chinesische Brücke zum Wäldchen von Henry Claude; dort werden uns die Mezzosopranistin Lea Desandre und der Lautist Thomas Dunford in den Giardino innamorato mit Musik von Strozzi, Kapsberger, Haendel und Frescobaldi entführen. Die beiden sind großartig und schenken uns eine kurze Zugabe, und dann geht die Prozession auch schon zum Abschlusskonzert auf die Wiese vor der Terrasse, das dieses Jahr dem Franzosen Jean Philippe Rameau gewidmet ist.

Kein Wölckchen trübt die laue Nachmittags-Stimmung, und die träge Sonne lässt nur ab und zu die Haustauben gurren, manchmal hört man weit weg ein Traktorengeräusch oder entfernten Applaus, den der sanfte Wind von einer Konzertinsel zur anderen trägt.

Um 19 Uhr sind die Gartenkonzerte vorbei, und bis zum Hauptkonzert, das dieses Jahr den 450. Geburtstag von Claudio Monteverdi (1567-1643) feiert, bleiben 90 Minuten. Es bietet sich ein (mitgebrachtes) Picknick neben einem kleinen Fluss im Wald an, und dann muss man sich auch schon zu Fuß auf den Weg zur romanischen Kirche in dem kleinen Ort Thiré machen.

Claudio Monteverdi hat am Hofe der Gonzaga-Herzöge in Mantua mehrere Madrigal-Bücher verfasst. Das Buch mit den kirchlichen Madrigalen ist allerdings verschollen; Paul Agnew, langjähriger Mitarbeiter von Christie und Mitbegründer von Les Arts Florissants, hat dieses großartige Konzert für sechs Stimmen (Miriam Allan, Maud Gnidzaz, Mélodie Ruvio, Sean Clatton, Alan Eaing und Agnew selber) einstudiert. Möglich war das nur, weil ein Freund von Monteverdi, der Dichter Aquilino Coppini, Anfang des 17. Jahrhunderts ein sogenanntes Contrafacta erstellt hat, d. h. er hat Monteverdis Musik mit eigenen, passenden und sensiblen Texten versehen und diese Version ist erhalten. Obwohl die Komponisten nicht immer begeistert von den contrafactas waren, geht man davon aus, dass Monteverdi diesem zustimmte.



Foto (C) Christa Blenk


Zum sechsten Mal fand vom 19. bis 26. August 2017 das Festival Dans le jardin de William Christie (dt.: "Im Garten von William Christie") in der Vendée/Frankreich statt. Dort, im Süden der Vendée, ist auch vor knapp 40 Jahren das Ensemble Les Arts Florissants entstanden, und seit dieser Zeit widmet sich der in Buffalo/USA geborene und mittlerweile Franzose William Christie der Barockmusik, vor allem der französischen. Im Jahre 2002 entstand Le jardin des Voix.

Mit seinem Gut in Thiré hat sich der ausgebildete Architekt einen Traum erfüllt, der Musik und Natur verbinden soll. Einmal im Jahr, Ende August, lässt er das Publikum an diesem Traum teilhaben. Außer den Mini-Konzerten fanden dieses Jahr zum ersten Mal auch interaktive Workshops statt.

Dieser Ort ist ein Europa- oder ein Weltgarten, wo italienische, französische, deutsche und englische Gartenstile zusammenfließen. Der Gartenarchitekt John Hoyland hat das Ensemble in den letzten 20 Jahren entworfen und umgesetzt - wobei der 73jährige Maestro selber, wann immer möglich, mitarbeitet und mitgestaltet.
Christa Blenk - 29. August 2017
ID 10221
Ab dem 1. Juni jeden Jahres kann man die Karten für Dans le jardin de William Christie reservieren, was sich für die Abendveranstaltungen unbedingt empfiehlt. Die Eintrittskarten für die Gartenkonzerte jeden Nachmittag ab 15.45 Uhr, für die man nicht mehr als 8 Euro bezahlt, kann man direkt vor Ort kaufen.

Weitere Infos siehe auch: https://www.jardindewilliamchristie.fr/


Post an Christa Blenk

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